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Autonome Fahrzeuge: Daimler und Bosch wollen Google-Schwester Waymo noch einholen

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Schon seit vielen Jahren herrscht in der Auto-Industrie ein Wettrüsten, das trotz einiger Einblicke und Vorführungen zu großen Teilen hinter verschlossen Türen stattfindet. Die Rede ist von der Entwicklung der selbstfahrenden Fahrzeuge, die nun langsam aber sicher in den Endspurt gehen – zumindest bei den ersten Unternehmen. Jetzt haben sich Daimler und Bosch das sehr ambitionierte Ziel gesetzt, ihr Produkt noch vor Google bzw. Waymo zu starten.


Viele Unternehmen versprechen sich eine große Zukunft mit den autonomen Fahrzeugen. Von den Herstellern über die Taxi-Vermittler bis hin zu den Zulieferern und Vermietern. Ob die Menschen aber wirklich nicht mehr selbst fahren möchten, wird erst die Zeit zeigen. Dennoch gibt es einen großen Wettlauf unter der Herstellern, den nun ausgerechnet ein Industrie-fernes Unternehmen gewinnen könnte – nämlich das ehemaligen Google-Projekt Waymo.

Waymo genießt dank der Schwester Google eine sehr hohe Aufmerksamkeit und ist ständig in den Medien, während die anderen Unternehmen es sehr schwer haben, schon jetzt einen guten öffentlichen Ruf aufzubauen. Aber auch unabhängige Experten sagen Waymo den ersten Zieleinlauf vor, da das Unternehmen nicht nur ein (vermutlich) sehr hohes Budget hat, sondern auch schon sehr lange an der Entwicklung arbeitet und sich frühzeitig sehr viel Know-How gesammelt hat.

Daimler möchte nun gemeinsam mit Bosch aber Waymo schlagen und möchte tatsächlich noch vor der Google-Schwester an den Start gehen. Dafür sieht man sich selbst sehr gut aufgestellt:

Die Kooperation mit Bosch läuft sehr gut. Wer übliche Produktentstehungszeiten kennt, weiß, dass die Einführung entsprechender Systeme in greifbare Nähe rückt.
 
Bereits in den kommenden Monaten werden erste Testfahrzeuge auf den Straßen zu sehen sein.
 
Wir werden neben hoch automatisierten Fahrzeugen mit Level 3 auch voll automatisierte Fahrzeuge – also Level 4/5 – in absehbarer Zeit auf die Straße bringen

Dass Waymo, damals noch als Projekt von Google, schon seit Mitte 2015 auf den Straßen unterwegs ist, wird dabei vermutlich ausgeblendet. Fraglich ist allerdings, was genau mit „auf den Straßen“ gemeint ist, denn auch Daimler-Fahrzeuge sind bereits seit längerer Zeit unterwegs.



Der große Unterschied zu anderen Wettbewerbern ist, dass wir unser Fahrzeug von Anfang an als Robotaxi konzipieren und nicht das Technik-Kit auf ein Serienfahrzeug aufsetzen. Wir werden keine Bastellösung haben.

Das kann man wohl als Seitenhieb auf Waymo und einige andere Unternehmen sehen, die nun über diesen Umweg den Weg in die Auto-Industrie finden. Aber auch die Google-Schwester arbeitet und schon seit einiger Zeit mit Fiat Chrysler zusammen und hat somit ebenfalls den besten Draht in die Industrie. Als weiteres Geheimnis für den zukünftigen eigenen Erfolg sieht man vor allem die Töchter:

Dafür haben wir mit Mytaxi, Via oder Moovel die geeigneten Plattformen.

Zumindest die Zahlen aus Kalifornien zeigen allerdings, dass sowohl Daimler als auch Bosch noch nicht wirklich zu Waymo aufgeschlossen haben und sich noch lange nicht auf der Überholspur befinden. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass die Entwicklung wohl auch in Deutschland und nicht unbedingt in Kalifornien stattfindet.

Ich wünsche den deutschen Herstellern wirklich sehr viel Erfolg, und vielleicht haben sie auch schlussendlich die erfolgreicheren Produkte, aber dass sie Waymo noch überholen, kann ich mir nicht vorstellen.

Siehe auch
» Waymo: Die autonomen Fahrzeuge der Google-Schwester fahren der Konkurrenz davon (Jahresbericht)

[futurezone]


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