In den nächsten Wochen und Monaten soll es ein sehr großes Update für Android Auto geben, das unter anderem eine völlig neue Oberfläche im Gepäck hat und auch die dominierende Kartenansicht auf eine neue Stufe hebt. Die ab diesem Zeitpunkt fest verankerte Google Maps Navigation soll mit einer immersiven Darstellung viele zusätzliche Details liefern. Doch vielleicht sind die Designer damit ein wenig über das Ziel hinausgeschossen.
Obwohl es Alternativen gibt, gehört die Google Maps Navigation in Android Auto zum absoluten Standard auf den Infotainment-Displays und wird für jegliche kartografische Zwecke verwendet. Ob für die Orientierung auf unbekannten Wegen, für die Navigation, für Verkehrsmeldungen oder einfach als schickes mitfahrendes Auto auf dem Display. Mit dem kommenden Update auf Android Auto wird Google Maps nicht mehr nur eine App sein, sondern eine dominierende und ständig sichtbare Vollbildfläche, die man nicht mehr aus den Augen verlieren kann.
Das im April erstmals gezeigte und vor wenigen Tagen noch einmal angekündigte neue Google Maps-Design für Android Auto bringt große Veränderungen mit sich, die sowohl den Detailgrad als auch den Realismus der Oberfläche nach oben schrauben. Das Update wird eine neue 3D-Ansicht mitbringen, eine optimierte Darstellung der zu fahrenden Route und der Umgebung, zusätzliche Details zur Spurwahl und noch sehr viel mehr. Sogar Stoppschilder, Ampeln, Fußgängerwege oder gar Verkehrsinseln werden Teil der Kartendarstellung – ebenso wie die Spurführung auf Kreuzungen. Alle Infos und weiteres Bildmaterial zur neuen Darstellung findet ihr in unserem Artikel zum Google Maps-Update.
Ab diesem Absatz folgt nun meine persönliche Meinung zur kommenden Neuerung, die vielleicht nicht jeder teilt: Als ich die Screenshots der neuen Navigation zum ersten Mal gesehen hatte, dachte ich zunächst an einen Scherz oder eine überspitzte Darstellung. Ich fühlte mich mehr an ein Videospiel als an eine ernsthaft im fahrenden Auto nutzbare Navigation erinnert. Das liegt natürlich an der Grafik und hauptsächlich der 3D-Darstellung, die zwar schick aussieht, aber für den schnellen Sekundenblick auf das Navigationsdisplay gänzlich ungeeignet ist.
Ich hätte gut Lust, in die Tasten zu greifen und das Auto auf den Screenshots in einem lustigen Autorennen zu steuern. Und dann fällt einem ein, dass das gar kein Spiel ist, sondern die Oberfläche einer normalerweise seriösen Routenplanung.
Für wen sind all diese Verkehrsdetails?
Die Videospiel-Optik ist Geschmackssache und es mag viele Nutzer geben, die dem etwas abgewinnen können. Man wird sich daran gewöhnen und irgendwann will man das schicke Design vielleicht gar nicht mehr missen. Der viel wichtigere Punkt ist hingegen der Detailreichtum der Karte. Wer soll diese Details ernsthaft nutzen? Welcher Autofahrer hat während der Fahrt die Zeit, sich die exakte Spurführung einer Kreuzung auf dem Display anzusehen? Welcher Autofahrer benötigt die Hilfe der Navigation, um Verkehrsinseln, Ampeln und Fußgängerüberwege zu erkennen?
Meine Befürchtung ist es, dass die Ablenkung im Verkehr – die durch die Infotainment-Displays sowieso schon gegeben ist – mit dieser neuen Navigation massiv ansteigt. Interessierte Autofahrer werden schon Hunderte Meter vor der Kreuzung die Gegebenheiten studieren und dabei völlig den Verkehr vernachlässigen. Doch wer für die Spurführung auf einer Kreuzung ein Navi benötigt und nach der blauen Linie auf dem Display statt der weißen Linie auf der Straße fährt, sollte eher seinen Führerschein abgeben. Wir werden Geschichten lesen, bei denen sich Autofahrer mehr auf den Displayinhalt als den Blick durch die Frontscheibe verlassen.
Zu viele Details lenken einfach ab, das sollte man auch im Google Maps-Team wissen. Dazu kommt, dass mit jedem Detail auch die Verantwortung wächst, diese korrekt hinterlegt zu haebn: Was ist, wenn Google Maps eine Ampel oder ein Stoppschild nicht kennt? Wird der Autofahrer in seinem Tunnelblick diese dann noch in der Realität wahrnehmen? Man will es nicht glauben, aber solche Fälle wird es sicherlich geben…
Letzte Aktualisierung am 23.04.2026 / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Affiliate Links, vielen Dank für eure Unterstützung! Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.