Die Kartenplattform Google Maps ist in vielen Bereichen unterwegs und gehört unter anderem auch zu den weltweit größten Bewertungsplattformen für Orte und Business aller Art. Millionen von Menschen achten auf die Bewertungen und Rezensionen, doch in vielen Fällen sind diese kaum noch etwas wert. Der Betrug in beide Richtungen sorgt dafür, dass diese nicht einmal mehr als Tendenz dienen.
Online-Bewertungen sind eigentlich eine feine Sache, oder sind das zumindest vor langer Zeit einmal gewesen. Vom Produkt über die Dienstleistung bis zur Webseite oder lokalen Business kann man sich auf unzähligen Plattformen Bewertungen und Rezensionen für alles Mögliche holen. Doch mittlerweile wird an so vielen Stellen getrickst und betrogen, dass diese kaum noch glaubhaft sind – das gilt leider auch für Google Maps.
Vor wenigen Tagen hat Google angekündigt, dass Gemini die Google Maps-Bewertungen aufräumen soll. Man hat das Problem also erkannt, wird aber wohl auch mit der besten KI kaum dagegen ankommen und die Probleme lösen können. Konkret soll Gemini sowohl Ein-Stern-Spam erkennen als auch gefälschte oder erkaufte Bewertungen erkennen und entsprechend zurückstellen oder löschen. Alle Infos dazu findet ihr im verlinkten Beitrag.
Doch der Bewertungsbetrug hat längst Dimensionen angenommen, die man wohl nicht mehr einfangen kann. Für viele Unternehmen ist es praktisch selbstverständlich geworden, windige Agenturen mit der Löschung von schlechten Google Maps-Bewertungen zu beauftragen. Noch windigere Agenturen können den unliebsamen Rezensenten auch gleich rechtliche Schritte androhen. Und stürmische Agenturen können auch gleich noch die direkte Konkurrenz mit schlechten Bewertungen überfluten. Ein lukratives Geschäftsmodell, aber eine Katastrophe für das System.
Bewertungen sind nicht mehr zuverlässig
Früher konnte man sich im Gesamtbild auf die Bewertungen und Rezensionen verlassen. Natürlich gibt es immer Ausreißer, der eine oder andere macht aus einer Mücke einen Ein-Sterne-Elefanten und wieder andere sammeln 5 Sterne bei Freunden und Familien. In einem gesunden System gleicht sich das aus, vollkommen normal. Heute ist es allerdings so, dass man eigentlich bei jeder Bewertung skeptisch sein muss. Und daran ist Google Maps schuld, dass eine Löschung aus oftmals nichtigen Gründen überhaupt erst erlaubt.
Ein Business ohne schlechte Bewertungen ist da grundsätzlich erstmal der Löschung verdächtig. Das wiederum ist ein Problem für die Geschäftsinhaber, die tatsächlich nur zufriedene Kunden haben (ja, das gibt es!). Man leistet hervorragende Arbeit und macht sich allein dadurch verdächtig, was sich schlussendlich negativ auswirken kann. Würde Google Maps keine Löschungen erlauben, hätten wir dieses Problem gar nicht.
Dass man gegen gekaufte Bewertungen (positiv für sich, negativ für die Konkurrenz) vorgeht, ist ein wichtiger Schritt. Noch wichtiger wäre es, die Löschungen nur aus triftigen und rechtlichen Gründen zu ermöglichen. Wichtig wäre es auch, die Rezensenten zu schützen. Denn heute muss man schon Angst haben, eine negative Bewertung zu schreiben – die Anwaltspost flattert sehr schnell ins Haus. Also behalten die Menschen ihre negativen Erfahrungen für sich, was das Gesamtbild der Bewertungen erneut unbenutzbar macht.
Das Problem hat natürlich nicht nur Google Maps, aber wir sind hier im GoogleWatchBlog und ich wollte das einfach einmal auf den Punkt bringen.
» Google Maps & Gemini: Streetview-Aufnahmen in Nano Banana und Veo + Aufräumen bei den Bewertungen
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