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Waymo: Google-Schwester bezahlt Essensboten bis zu 24 Dollar, um die Türen der Fahrzeuge zu schließen

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Die Fahrzeuge der Google-Schwester Waymo sind seit einigen Jahren völlig autonom in einigen US-Regionen unterwegs und meistern auch größeren Hürden mit Bravour – doch offenbar sind ihnen auch ganz triviale Grenzen gesetzt. Wie kürzlich bekannt wurde, hat Waymo ein fast schon kurioses Problem, das mit einer noch kurioseren Lösung angegangen wird: Essensboten müssen die Autotüren schließen.


Die autonomen Fahrzeuge von Waymo sind eigenständig in vielen Städten und Regionen unterwegs, wobei sie nur noch in Ausnahmefällen Unterstützung von Außen benötigen – das gilt von der gesamten Fahrzeugsteuerung bis zu den Komfort-Funktionen. Doch es gibt auch einen Bereich, der von den Fahrzeugen nicht aktiv gesteuert werden kann: Die Türen. Zwar können Sensoren feststellen, ob die Türen geschlossen sind, aber sie können sie nicht von selbst öffnen oder schließen.

In jüngster Zeit soll es wohl häufiger vorkommen, dass Fahrgäste nach dem Aussteigen vergessen, die Türen zu schließen. Als Folge steht das Fahrzeug mit geöffneten Türen auf der Straße und kann nicht weiterfahren, weil es die lokalen Sicherheitsvorkehrungen nicht ermöglichen – ähnlich wie bei vielen Bussen oder Zügen. Die Fahrzeuge sind also gefangen, selbst wenn keine Gefahr durch herausfallende Fahrgäste besteht. Der lokale Schutz lässt sich auch von der Zentrale nicht umgehen.

Weil die Fahrzeuge der aktuellen Generation über keine Automatik zum Türschließen verfügen, muss die Waymo-Zentrale in diesen Fällen aktiv werden. In Städten nimmt man daher die Dienste der Essensboten von Doordash in Anspruch. Weil die Kuriere ohnehin sehr breitflächig unterwegs sind, werden sie einfach zu den Fahrzeugen geschickt, um die Türen zu schließen. Nicht mehr und nicht weniger.




Außergewöhnlich ist aber nicht nur das Problem und kurios die Lösung, sondern auch die Doppeldeutigkeit des Dienstleisters. Doordash ist einer der größten Essenslieferanten in den USA und zumindest in puncto Namen des Partners hätte man wohl keinen besseren Ansprechpartner finden können – denn grob übersetzt könnte man die Unternehmensbezeichnung mit Türschließer benennen. Aber natürlich machen die Boten dies nicht unentgeltlich.

Laut einem Bericht sollen die Boten für diese Dienstleistung mindestens 11,25 Dollar erhalten. Und das sogar als Nebenverdienst, wenn sie ohnehin gerade auf dem Weg zu einem Kunden sind. In Spitzenzeiten, wenn das Fahrzeug schnell benötigt wird, soll Waymo gar bis zu 24 Dollar für diese Dienstleistung zahlen. Da müssen die Boten schon einige Pizzen ausliefern, um auf einen solchen Betrag zu kommen. Es ist daher äußerst lukrativ.

Wie häufig das vorkommt, ist nicht bekannt. Es dürfte aber nur ein temporäres Problem sein, denn Waymo hat bereits angekündigt, dass die nächste Fahrzeuggeneration automatisch schließende Türen erhalten wird. Bisher ist nicht bekannt, ob Waymo die schuldigen Fahrgäste schlussendlich dafür finanziell aufkommen lässt oder sie zumindest darum bittet, dies in Zukunft zu unterlassen. Und so erklären sich auch die Milliardenverluste bei Waymo 🙂

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[TechCrunch]

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