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Gemini: Das ist Googles neue Personal Intelligence – so funktioniert die Verknüpfung der Nutzerdaten (FAQ)

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Google hat in dieser Woche den Start von Gemini Personal Intelligence angekündigt, das als völlig neues integriertes Produkt des KI-Modells an den Start geht. Auch wenn es auf den bestehenden Produkten aufbaut und kein eigenes Angebot ist, ist es dennoch ein Meilenstein für Gemini und auch für Google. Wir erklären euch, was Personal Intelligence ist und wie das Ganze funktioniert.


Die großen KI-Modelle haben unzählige Datenquellen, wurden über Jahre trainiert und haben sich damit ein Allwissen sowie eine simulierte Weisheit aufgebaut. Doch was den Modellen bislang noch fehlt, ist ein echter persönlicher Bezug zum Nutzer. Zwar gibt es viele Personalisierungsmöglichkeiten und die Gespräche finden auf eine Art kollegialer Basis statt, doch wirklich kennen tun die KI-Modelle den Nutzer nicht. Das gilt zumindest bis jetzt.

Google hat mit dem Start von Gemini Personal Intelligence einen echten Brocken aus der Taufe gehoben, dessen aktueller Umfang derzeit noch täuscht. Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich um eine vollkommen personalisierte KI, die mit der restlichen Gemini-KI zusammenwirkt. Die Ebene der personalisierten Intelligenz ist eine Art Wrapper, bei dem die wichtigen Datenfäden aus vielen Google-Produkten zusammenlaufen und jedes Mal neu gesponnen werden.

Aus der Kombination des neutralen KI-Modells sowie der persönlichen Variante entsteht nach Aktivierung der Funktion eine andere Art von KI-ChatBot – zumindest dann, wenn die Nutzer es wünschen oder auch aktiv danach fragen. Soweit zumindest die Theorie, die uns Google mit dem Blogbeitrag der Ankündigung vom Mittwoch verkaufen möchte. Schauen wir uns einmal an, wie das genau funktioniert.




Welche Produkte sind in Personal Intelligence enthalten?
Zum Start des Projekts sind nur wenige Google-Apps enthalten, die dafür aber eine umso größere Bedeutung bei der Nutzung und den gespeicherten Inhalten haben: Mit dabei sind zum Start GMail für einen großen Teil der persönlichen Kommunikation, Google Fotos für Unmengen an Informationen auf medialer Basis (später dazu mehr), YouTube und die Google Websuche für die Interessen des Nutzers sowie möglicherweise auch in einigen Dingen dessen erkannter Wissensstand.

Welche Daten kann Gemini auslesen?
Gemini kann laut der Ankündigung alle Daten aus den genannten Produkten auslesen, die relevant sind. Feinheiten soll es wohl nur bei der Verknüpfung der einzelnen Dienste miteinander geben, die von den Nutzern eingestellt werden können. Allein mit den genannten Produkten kann Gemini aber schon auf eine große Datenbasis zugreifen, die über die übliche Nutzung hinausgeht, die man als Nutzer selbst verwenden würde.

Wie werden die Daten miteinander verknüpft?
Als Anwendungsbeispiel, das wohl intern bei Testläufen so geschehen sein soll, nennt man den Autoreifenkauf: Erst im Autohaus bemerkt die Nutzerin, dass sie gar nicht weiß, welche Reifen sie kaufen muss. Also wird Gemini befragt. Die KI durchsucht selbstständig ohne Aufforderung GMail nach einem Kaufvertrag für das Auto. Es wird fündig und erkennt das genaue Modell. Anschließend sucht die KI im Web nach den passenden Reifen für das Fahrzeug. Dabei wird gleichzeitig das Nutzungsverhalten analysiert, sodass Reifen für das Klima der eigenen Umgebung vorgeschlagen werden.

An der Kasse bemerkt die Nutzerin, dass sie auch ihr Kennzeichen nicht kennt. Also erneut Gemini befragen, die KI findet glücklicherweise in Google Fotos ein Bild vom Auto, erkennt das Nummernschild und kann die Antwort liefern. Als weiteres Beispiel wird die automatische Analyse von Buchungen im Posteingang inklusive Nutzung der aufgefundenen Informationen genannt.

Trotz Verknüpfung – Datenschutz wird eingehalten
Laut Google erhält die Gemini-KI stets nur im Moment der Anfrage Zugriff auf die Datensilos der einzelnen Produkte. Die Fotos, E-Mails und anderen persönlichen Daten der Nutzer werden nicht zum KI-Training verwendet und auch nicht in einer großen Gemini-Datenbank geführt.




Wer kann Gemini Personal Inteligence nutzen
Zunächst startet Google das Tool Gemini Personal Intelligence als Beta für ausgesuchte US-Nutzer, die über ein Abo bei Google One AI Pro oder Google One AI Ultra verfügen. Es soll ein eingeschränkter Personenkreis sein, um die Nützlichkeit des Produkts zu bewerten und „es richtig zu machen“. Das ist sicherlich gerade bei einem solchen Tanz auf der Rasierklinge eine gute Idee. Zum einen soll die KI so viele Daten wie möglich erhalten. Zum anderen wollen die Nutzer ihre Daten in den Google-Produkten natürlich geschützt wissen. Das in Einklang zu bringen, wird auch die Aufgabe von Personal Intelligence sein.

Was ist für die Zukunft geplant?
Sollte die Testphase erfolgreich verlaufen, will man das Tool im ganz großen Stil ausrollen: Weltweit, für alle Nutzer und auch ohne Abo. Gemini wird damit auch zur neuen Anlaufstelle für alle Google-Produkte bzw. für das Durchsuchen der darin enthaltenen Daten. Nicht umsonst hat man in den letzten Monaten viele „Ask…“-Produkte eingeführt. Zuletzt hatten wir euch über die neuen KI-Funktionen von GMail in der Gemini-Ära informiert.

Perspektivisch sollen noch viele weitere Google-Produkte als Datenfaden aufgenommen werden. Zukünftig vielleicht auch Inhalte aus Drittanbieter-Apps, aber soweit ist man noch nicht. Außerdem soll die Personal Intelligence auch Einfluss auf andere Google-Produkte wie die Websuche haben. Im Detail hat man das aber noch nicht ausgeführt.

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Letzte Aktualisierung am 2026-01-13 / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Affiliate Links, vielen Dank für eure Unterstützung! Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.


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