Google ist schon seit vielen Jahren mit den Chromebooks am Markt, denen auch nach gut eineinhalb Jahrzehnten kein großer Erfolg gelungen ist – mit einer ganz wichtigen Ausnahme. Schon seit Jahren gelten Chromebooks vor allem an US-Schulen als enorm populär. Wie jetzt aus internen Dokumenten hervorgeht, hatte Google bei der großzügigen Verteilung nicht ganz überraschende Hintergedanken.
In den nächsten Monaten wird es große Veränderungen bei den Chromebooks geben, doch am Grundkonzept der günstigen Einsteigergeräte mit starker Cloud-Anbindung wird man wohl festhalten. Der enorm günstige Anschaffungspreis sowie sehr großzügige Subventionen seitens Google haben dafür gesorgt, dass die ChromeOS-Geräte vor allem an US-Schulen sehr weit verbreitet sind. Glaubt man aktuellen Zahlen, werden ganze 60 Prozent des Chromebook-Umsatzes an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen erwirtschaftet.
Google hat immer wieder Hunderttausende Chromebooks „gespendet“, diese extrem günstig zu symbolischen Preisen zur Verfügung gestellt oder andere Mittel und Wege gefunden, um die Geräte an vielen Tausend Schulen quer über die USA verteilt zu etablieren. Das hat man wenig überraschend aber nicht nur aus reiner Nächstenlieben getan, sondern dahinter standen wohl langfristige strategische und geschäftliche Interessen.
In geleakten Dokumenten zeigt sich jetzt, wie man das Chromebook-Geschäft Google-intern in den letzten Jahren eingeschätzt hat: Darin heißt es, dass man Kinder und Jugendliche als Nutzer/Kunden von Morgen gewinnen wollte. Wortwörtlich heißt es, „Kinder ins Google-Ökosystem einzuführen, sorgt für Markenvertrauen und lebenslange Loyalität“. Noch deutlicher heißt es, dass man eine „Pipeline für künftige Nutzer“ schaffen wolle.
Chromebook-Kinder sind die Nutzer von morgen
Das Kalkül ist recht einfach: Wenn man Kinder und Jugendliche in den Schulen an die Chromebooks mit Chrome-Browser und den Google-Diensten gewöhnt, werden sie diese Systeme mutmaßlich auch im Erwachsenenalter gerne verwenden oder diesen zumindest nicht abgeneigt sein. Aber sie könnten auch zu Hause sehr positiv über die Google-Dienste sprechen und diese vielleicht in die Microsoft-dominierte Familie bringen.
Diese internen Pläne sorgen derzeit für große Kritik in den USA, doch wirklich überraschend ist das Vorgehen nicht. Dass Kinder die Kunden von morgen sind, ist bekannt und wird von vielen Unternehmen entsprechend bewertet. Man denke nur an das Happy Meal. Aber auch Microsoft hat über Jahrzehnte die Schulen mit kostenloser oder extrem günstiger Software versorgt – aus demselben Grund, wie es Google mit den Chromebooks getan hat.
Ich denke, dass die ganze Aufregung daher schnell vergehen wird. Das eigentliche Problem ist, dass die Google-Pläne nun bekannt geworden sind. In vielen anderen Unternehmen dürfte es allerdings ganz ähnliche Strategie-Papiere geben…
» Chromebooks: Google wird ChromeOS wohl einstellen – wie geht es jetzt weiter? (Android / Aluminium)
Letzte Aktualisierung am 2025-12-30 / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Affiliate Links, vielen Dank für eure Unterstützung! Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.