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Google Maps: Die neuen Live-Abfahrtszeiten für ÖPNV-Pendler basieren auf Streetview-Bildern & Standortdaten

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Vor wenigen Tagen hat das Google Maps Team zwei große Neuerungen für ÖPNV-Nutzer vorgestellt: Zum einen eine Einschätzung der aktuellen Auslastung des Fahrzeugs und zum anderen eine sehr umfassende Anzeige der Live-Abfahrtzeiten – selbst wenn diese Daten offiziell nicht zur Verfügung stehen. In einem längeren Blogbeitrag erklärt das Google Maps-Team nun sehr ausführlich, wie diese Daten berechnet werden.


Googles Ingenieure sind produktübergreifend sehr gut darin, viele fehlende Informationen aus vorhandenen Daten zu generieren und diese für die verschiedensten Funktionen zu nutzen. Ein sehr einfaches Beispiel ist die Auflistung aller eurer Online-Einkäufe direkt in der Websuche. Schwerer wird es schon, wenn es gar keine Datengrundlage, sondern nur Indizien gibt – und genau an diesem Ausgangspunkt stand das KI-Team zur Entwicklung der neuen Maps-Funktion.

Google Maps zeigt nun Live-Daten von Bussen in der Routenplanung, die selbst dann angeboten werden, wenn die Verkehrsbetriebe gar keine Daten zur Verfügung stellen. In einigen wenigen Städten erhält Google diese Daten direkt von den Partnern, in sehr vielen Fällen möchten oder können die Unternehmen diese Daten aber nicht zur Verfügung stellen – vermutlich sind sie in einigen Fällen selbst gar nicht im Besitz der Live-Daten.

Das Maps-Team wollte aber nicht darauf warten, dass sich die Situation bessert, sondern zeigt nun Informationen basierend auf den eigenen Berechnungen an. Nun könnte man annehmen, dass das relativ leicht auf Grundlage des Fahrplans, der Route und des Verkehrsaufkommens berechnet werden kann – aber weit gefehlt. Busse haben manchmal eine eigene Spur, sie halten unterschiedlich lang an den Stationen, können die Ampelschaltung beeinflussen und einiges mehr. Es müssen also andere Daten her.

Googles KI zieht für die Berechnung sogar Streetview-Daten heran, wie auf obigem Bild zu sehen ist, um den Verlauf bzw. die Existenz von Busspuren zu kennen und diese zu berücksichtigen.



Die Strecke des Fahrzeugs wird in sehr viele kleine Teile zerlegt, wobei jeder einzelne Stopp und jede Straße eine eigene „Unit“ bilden, die individuell berechnet, wie lange der Bus für das Zurücklegen der Strecke benötigen wird. Jede einzelne Unit meldet dann den Endwert an das System zur Berechnung, das daraus die gesamte Strecke berechnet. Das ist ein ziemlich großer Aufwand, aber ohne diese feinen Unterteilungen und die vielen zusätzlichen Signale wäre eine halbwegs seriöse Berechnung kaum möglich.

Das Maps-Team hat also alle diese Signale durch die Künstliche Intelligenz gejagt und gleichzeitig mit den tatsächlich vorhandenen Daten abgeglichen. Dazu kamen die von den Verkehrsbetrieben zur Verfügung gestellten Live-Daten zum Einsatz, aber auch die Standort- und Bewegungsdaten aller Nutzer, die sich in diesen Fahrzeugen befinden. Auf Grundlage dessen hat die KI einen großen Datenberg durchforstet und Modelle entwickelt, die für die aktuelle Berechnung zum Einsatz kommen.

Die Funktion soll im Laufe der Zeit weiter ausgebaut werden und vielleicht auch noch bessere Ergebnisse erzielen, wobei sich derzeit noch schwer sagen lässt, wie zuverlässig diese Daten sind.

» Der Artikel im Google KI-Blog

Siehe auch
» Google Maps: Großes ÖPNV-Update – Pendler sehen nun Live-Auslastung der Fahrzeuge & Live-Verspätungen


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