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Google Maps: Bei Streetview verpixelte Gebäude werden in den Luftaufnahmen wieder sichtbar

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Das Team von Google Maps muss nicht nur Satellitenbilder zensieren und geheime Einrichtungen verstecken, sondern auch bei Streetview müssen immer wieder mal einzelne Aufnahmen verpixelt werden. Während Nummernschilder, Gesichter und ähnliche Dinge automatisch verpixelt werden, kann es auch Anfragen von Nutzern geben, die ihr Haus nicht in den digitalen Straßenansichten haben wollen – was vor allem in Deutschland ein sehr großes Thema war. Doch teilweise war es umsonst, denn praktisch alle verpixelten Gebäude lassen sich direkt in Google Maps wieder anzeigen – und das sogar von mehreren Seiten.


Streetview als Erweiterung für Googles Kartendienst erfreut sich weltweit großer Beliebtheit und auch die deutschen Nutzer dürften wohl ihre Freude daran haben, virtuell durch die USA zu wandern, den nächsten Spanien- oder Italien-Urlaub zu planen oder einfach direkt am Bildschirm durch fremde Städte und Länder zu schlendern. Doch als dann Aufnahmen in Deutschland angefertigt wurden, gab es plötzlich einen riesigen Aufschrei, der sich über Wochen hingezogen hat – befeuert von unzähligen Datenschützern. Das hat dazu geführt, dass Googles Team Hunderttausende Gebäude verpixeln musste und Deutschland bis heute ein riesiger digitaler Flickenteppich ist.

Um sich eine Gegend in Google Maps genauer ansehen zu können, ist man nicht unbedingt nur auf die Streetview-Aufnahmen angewiesen. Durch eine zwar seit langer Zeit bestehende, aber nicht ganz so bekannte, Funktion lassen sich auch die sogenannten „Birds Eye“-Aufnahmen anzeigen. Diese 3D-Aufnahmen basieren auf schräg aufgenommene Fotos aus dem Flugzeug, und zwar aus allen vier Himmelsrichtungen. Die Aufnahmen lassen sich nicht nur frei drehen, sondern auch wie gewohnt heranzoomen. Dadurch werden alle Fassaden und Häuserfronten, auch die die normalerweise in Streetview gepixelt sind, wieder sichtbar.

Aber nicht nur die von der Straße sichtbaren Häuserfronten sind in diesen Aufnahmen enthalten, sondern auch die Ansichten aus den anderen drei Himmelsrichtungen. Und so kann es sehr gut sein, dass zwar die Hausfront nicht so gut sichtbar und in Streetview verpixelt ist, dafür aber ein direkter Blick in den Garten / auf den Balkon oder auch andere Dinge gegeben sein kann. Dadurch wird die Verpixelung natürlich Ad Absurdum geführt, und es zeigt sich wieder einmal, dass das ganze damals vielleicht etwas überzogen gewesen ist.

Andersherum funktioniert das übrigens teilweise auch: Für die verpixelten Satelliten-Ansichten stehen teilweise tatsächlich Streetview-Aufnahmen zur Verfügung. Zwar nur drumherum, aber dafür kann man dennoch nicht selten perfekt durch ein Tor blicken und weit in die Anlagen hinein sehen (probiert das z.B. mal mit der Anlage in Athen).



Auf dieses „Problem“ angesprochen teilte Google schon vor längerer Zeit mit, dass solche Aufnahmen auch bei vielen anderen Kartendiensten zu finden sind. Da die Aufnahmen auch nicht von Google angefertigt wurden, keine Kennzeichen oder Personen zu erkennen sind, besteht rechtlich keine Möglichkeit, diese Aufnahmen entfernen zu lassen.

So lassen sich die 3D-Ansichten aufrufen

Browser
1. Öffnet die gewünschte Position auf der Karte
2. In die Satellitenansicht wechseln
3. Jetzt unten rechts auf den 3D-Button klicken oder alternativ STRG gedrückt halten und die Karte nach unten verschieben
4. Per Pfeil-Buttons lässt sich die Ansicht nun drehen, alternativ die STRG-Taste gedrückt halten und die Karte nach links oder rechts verschieben

Smartphone
1. Öffne die gewünschte Position auf der Karte
2. In die Satellitenansicht wechseln
3. Jetzt mit zwei Fingern gleichzeitig nach oben über das Display swipen
4. Mit zwei Fingern lässt sich die Karte nun frei in der Ansicht drehen

Einige Menschen, die damals ihre Häuser verpixelt haben, dürften darüber nicht ganz so glücklich sein, können aber dennoch zumindest mit den ursprünglichen Argumenten unbesorgt sein. Es ist eine völlig andere Art von Aufnahmen, der Blickwinkel ist nicht auf Augenhöhe und der Detailgrad ist sehr viel geringer als bei Streetview-Aufnahmen. Wieder andere dürften wohl froh sein, dass damit zumindest teilweise die Verpixelung zurückgenommen werden konnte und somit auch wieder Geschäfte sichtbar sind – denn was für Privatpersonen wohl in Ordnung ist, kann für Geschäfte negative Auswirkungen haben.



Da Google schon 2011 angekündigt hatte, keine Streetview-Aufnahmen mehr in Deutschland anzufertigen und auch die Original-Aufnahmen löschen musste, werden die reinen Straßenansichten aber auch in absehbarer Zukunft ein digitaler Flickenteppich bleiben. Zumindest lässt sich das aber mit der 3D-Ansicht etwas umgehen. Da es aber immer mehr Bildmaterial gibt, vor allem die von den Nutzern selbst erstellten Aufnahmen, könnte sich das von selbst lösen.

Kurz vom Thema abgeschweift: In puncto Nutzer-Aufnahmen könnte es bei Google Maps schon in wenigen Wochen einen großen Kahlschlag geben: Möglicherweise – nicht sicher (!) – könnten sehr viele Nutzerfotos verschwinden, da sie damals bei Google+ gespeichert und verknüpft wurden und diese Aufnahmen Anfang April gelöscht werden. Solltet ihr selbst wichtige Aufnahmen haben, sichert diese einfach sicherheitshalber noch einmal, bevor es zu spät ist.

P.S. Die Funktion ist nicht neu, aber da sich immer wieder viele Menschen über die Verpixelung aufregen, kann man diesen Tipp von Zeit zu Zeit mal wiederholen 🙂

P.S. ²: Diese Aufnahmen hätten, wenn es nach Google-Gründer Sergey Brin gegangen wäre, fast ‚Bird View‘ geheißen

Siehe auch
» Google+ Einstellung und die Folgen: Möglicherweise werden viele ältere Google Maps Fotos gelöscht

» Google Maps: Spaß auf der Karte – die besten Google Maps-Spiele von Pac-Man, Super Mario bis Pokemon


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