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Oskar Schlemmer: Animiertes Google Doodle zum 130. Geburtstag des Schöpfers des Triadischen Balletts

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Am 4. September hätte der deutsche Künstler Oskar Schlemmer bereits seinen 130. Geburtstag gefeiert und wird dafür von Google auf vielen internationalen Startseiten erneut mit einem schönen Doodle geehrt. Oskar Schlemmers bis heute berühmtestes Werk ist das Triadische Ballett, das auch im heutigen Google-Logo abgebildet ist. Diesen Geburtstag teilt sich Schlemmer übrigens unter anderem auch mit dem Chrome-Browser und mit der Google Inc..


Das heutige Doodle ehrt zwar den deutschen Künstler Oskar Schlemmer, doch der Meister selbst ist auf dem Doodle, wie so häufig in der jüngeren Vergangenheit, gar nicht zu sehen. Stattdessen sehen wir einen sehr kleinen Auszug aus dem Triadischen Ballett, zu dem ihr weiter unten im Artikel weitere Details findet. Dabei handelt es sich um eine von Schlemmer miterdachte Kunst, die in Form dieses experimentellen Balletts auf die Bühne gebracht wurde.

Das Doodle zeigt eine Figur aus diesem Ballett, die sich scheinbar auf einer Plattform dreht, diese sehr gerade Bewegung aber tatsächlich mit den Füßen vollführt – was auch die große Herausforderung an dieser Stilrichtung ist. Man achte auf die winzigen Tippelschritte der Figur. Das gesamte Geschehen spielt sich im zweiten O des Google-Logos ab, das im Gegensatz zu den anderen fetten Buchstaben im Vordergrund nur angedeutet ist. Auch das E ist künstlerisch gestaltet und entspricht dem Stil Oskar Schlemmers.

Verziert ist das Doodle mit einigen geometrischen Figuren, die nicht ganz zufällig der Figur des Balletts ähnlich sehen. Die Zeichnung des Auges entspricht ebenfalls Oskar Schlemmers Stil, den ihr auf einigen Bildern im Wikipedia-Artikel sehen könnt.




Bild: WikiArt

Oskar Schlemmer wurde am 4. September 1888 in Stuttgart geboren und hatte sich schon in seiner Jugend der Kunst verschrieben, in dem er nach dem Tod seiner Eltern die Schule verließ und eine Ausbildung als kunstgewerblicher Zeichner begonnen hat. Kurz darauf besuchte er eine Fortbildungsschule, in der Stillehre und das Figurenzeichnen gelehrt wurde – Letztes sollte sein Hauptfach werden. Weiters lernte er das französische Avantgarde sowie die Formenanalyse des Kubismus kennen.

Nach einigen Jahren in anderen Städten kehrte er 1913 nach Stuttgart zurück, entwarf bereits erste Skizzen zum Triadischen Ballett und eröffnete einen Kunstsalon. Dieser musste allerdings recht bald wieder schließen und kurz darauf kam ihm der Erste Weltkrieg dazwischen, in dem er sich freiwillig zum Dienst meldete. Später lernte er Walter Gropius und andere Größen dieser Zeit kennen und hatte erste große Erfolge.

Erst im Jahr 1922 wurde das Triadische Ballet in Stuttgart uraufgeführt, gut 10 Jahre nach den ersten Entwürfen. Dabei handelt es sich um einen dreigliedrigen Tanz, dessen Tanzfolgen sich vom Scherzhaften zum Ernsthaften entwickeln. So genannte Figurinen, von Schlemmer entwickelte Kostümkörper, zielten dabei auf eine erste „Demonstration raumplastischer Kostüme“. Das Triadische Ballett besteht aus Raumtanz, Formentanz und Gestentanz. Drei Tänzer (eine Tänzerin und zwei Tänzer) tanzen zwölf Tänze in insgesamt achtzehn Kostümen.

Das Triadische Ballett ist in erster Linie durch die Gestaltung seiner Figuren, durch die Kostüme gekennzeichnet und einmalig. Die einfache, klare Gestaltung unter Verwendung geometrischer Formen entspricht seiner aus seinen Studien und Bildern bekannten Formensprache. Die Abstraktion des menschlichen Körpers verleugnet diesen jedoch keineswegs, sondern überhöht und akzentuiert dessen allgemeine Eigenschaften, dessen Geometrie. Die Kostüme geben den Figuren aber auch Individualität und schaffen Eigenarten, die sowohl formalen Genuss bieten, als auch Komik verleihen.
 
Die Figurinen tragen Titel wie „Spirale“ oder „Drahtfigur“. Einige der Kostüme des Triadischen Balletts sind erhalten und in der Staatsgalerie Stuttgart zu sehen.



Wer nun neugierig geworden ist, wie ein solches Triadisches Ballett aussieht, der kann sich folgendes YouTube-Video ansehen. Dort sind viele Auszüge aus seinen Stücken zu sehen, inklusive der dazugehörigen Musik. Die Bildqualität ist recht gut, den Sound hingegen sollte man doch eher etwas leiser drehen – nicht nur wegen der Qualität.

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