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Riesige Backups: Google gibt Einblicke in die Drive-Backup-Funktion von WhatsApp

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Tag für Tag werden mit WhatsApp mehr als 42 Milliarden Nachrichten, Fotos und Videos versendet, die nach dem erfolgreichen Versand nur noch auf dem Smartphone des Nutzers gespeichert sind. Erst seit dem vergangenen Jahr hat WhatsApp eine vernünftige Backup-Funktion für all diese Inhalte und nutzt dafür das Google Drive. Jetzt haben zwei an dieser Funktion beteiligten Googler einen kleinen Einblick in die Zusammenarbeit mit WhatsApp und den Anforderungen gegeben.


Selbst als WhatsApp schon über eine gigantische Nutzerbasis verfügte und bereits zu Facebook gehörte, besaß man noch keine vernünftige Backup-Funktion. Zwar war über das manuelle Übertragen einer Datei eine Sicherung möglich, aber war für den Durchschnittsnutzer viel zu kompliziert. Erst seit gut einem Jahr hat man das automatische Backup zum Google Drive eingeführt, mit dem sich alle Inhalte sichern und anschließend auf einem anderen Smartphone auch wieder abrufen lassen.

Natürlich benötigt eine Backup-Funktion solchen Ausmaßes eine Menge Vorarbeit und Anpassungen der bestehenden Infrastrukturen. Google und WhatsApp haben daher gemeinsam an der Backup-Möglichkeit gearbeitet – was schon einmal eine kleine Überraschung ist. Da Google über die nötige Infrastruktur verfügt um solche Datenmengen spielend zu speichern und zu verarbeiten, hat man sich für das Drive als die beste Lösung entschieden. Ob andere Lösungen überhaupt im Raum standen, geht aus dem Beitrag leider nicht hervor.

Die Herausforderung war es nun, dass das Backup im Hintergrund durchgeführt wird und der Nutzer davon im besten Falle gar nichts mitbekommen – und das funktioniert bekanntlich sehr gut. Dazu war es natürlich notwendig, dass nicht immer wieder das gesamte Archiv hochgeladen werden muss, sondern nur neue Daten ergänzt werden – was enormen Traffic spart und natürlich auch die Last des Smartphones weit einschränkt. Dazu musste WhatsApp seine gesamte Struktur umstellen bzw. anpassen – deswegen hat dieser Schritt wohl auch so lange gedauert.



Um die Infrastruktur erst einmal zu testen, hat man die gesamte Backup-Funktionalität im Laufe von mehreren Monaten ausgerollt, was auch erklärt warum die Funktion immer wieder mal aufgetaucht und dann auch wieder verschwunden ist. Durch die Google Drive API wurde es ermöglicht, dass das Backup und die Synchronisierung unbemerkt vonstatten geht und der Nutzer nicht einmal sein Passwort oder andere Dinge eingeben muss.

Dass WhatsApp – das ja bekanntlich zu Facebook gehört – ausgerechnet die Backups bei Google ablegt wirkt dennoch etwas kurios. Ob die Lösung von Dauer ist oder man eines Tages in die eigene Infrastruktur umzieht ist nicht bekannt, aber über genügend Kapazitäten dürfte Facebook allemal verfügen. Aber so lange das ganze problemlos funktioniert, ist es dem Durchschnitts-Nutzer wahrscheinlich auch relativ egal wo die Daten abgelegt und synchronisiert werden.



Wie viel Speicher braucht mein Backup?

Die von WhatsApp gespeicherten Daten werden übrigens im unsichtbaren Apps-Ordner abgelegt und können nur von der jeweiligen App selbst geöffnet werden. Wer schon immer wissen wollte wie groß das WhatsApp-Backup ist, kann sich dies in den Drive-Einstellungen unter dem Punkt „Manage Apps“ ansehen. Wie man sieht (Screenshot) kann da im Laufe der Zeit einiges zusammen kommen. Da dieser Speicherplatz natürlich vom Drive-Kontingent abgezogen wird, sollte man auch diesen Wert im Auge behalten.

In den Einstellungen lassen sich diese Daten auch löschen bzw. auch WhatsApp die Berechtigungen zu dem Backup entziehen. Ersteres wird natürlich nicht viel bringen, da die App wohl sofort wieder damit anfangen würde die gespeicherten Datenmengen auf das Drive zu laden. Da Fotos und Videos sowieso bei vielen Nutzern automatisch zu Google Photos hochgeladen werden, sollte man sich überlegen diese nach einer gewissen Zeit vom Smartphone zu löschen, so dass diese nicht mehr mit abgelegt werden.

» Artikel im Google Developers Blog


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