Google hat vor bald drei Jahren die massiv aufgebohrte Update-Garantie für die Pixel-Smartphones eingeführt, die den Nutzern nicht weniger als sieben Jahre lang vollen Support und pünktliche sowie umfangreiche Aktualisierungen verspricht. Schon damals gab es Zweifel daran, ob Google diesen langen Zeitraum wirklich einhalten kann und schon jetzt zeigen sich große Risse an einem Versprechen, das wohl sehr viel weniger wert ist, als in der Werbung suggeriert wird.
Als Google im Oktober 2023 die Pixel 8-Smartphones auf den Markt gebracht hat, hat man parallel einen echten Befreiungsschlag in puncto Android-Updates eingeführt, bei denen sich auch Google in den Jahren zuvor nicht mit all zu viel Ruhm bekleckert hatte. Man steigerte die Update-Garantie von vormals drei Jahren auf ganze sieben Jahre. Das bedeutet sieben Betriebssystem-Updates, weit über 80 Sicherheitsupdates, weit über ein Dutzend Pixel Feature Drops.
Sieben Jahre sind in der Smartphone-Welt eine lange Zeit, sodass in den Medien auch von einer lebenslangen Update-Garantie die Rede war (das hat Google selbst niemals so formuliert). Die ersten Smartphones mit dieser Garantie, nämlich die Pixel 8-Geräte, werden noch bis Oktober 2030 voll versorgt. Das gleiche Versprechen gilt für Pixel 9, Pixel 10 und auch alle Budget-Geräte seit der achten Generation. Es dauert also noch mindestens dreieinhalb Jahre, bis Google die sieben Jahre erstmals voll eingehalten hat und wir dies bewerten können.
Schon damals gab es Zweifel an Googles Update-Versprechen und ich hatte hier im Blog recht klar Stellung bezogen: Google wird die Updates wohl grundsätzlich einhalten, in der Form von Sicherheitsupdates und Versionen-Updates, aber funktionell sollte man nach einigen Jahren nicht mehr viel erwarten. Und genauso scheint es zu kommen – deutlich schneller, als es vielen Nutzern recht sein kann.
Google dehnt das Update-Versprechen
Das Update-Versprechen suggeriert, dass man sich als Pixel-Nutzer nach dem Kauf sieben Jahre zurücklehnen kann, stets ein sicheres Gerät hat und zuschauen kann, wie dieses immer besser wird. Wie jetzt allerdings bekannt geworden ist, wird eines der wichtigsten Updates überhaupt – nämlich das Upgrade auf Gemini Intelligence noch nicht einmal auf den Pixel 9-Smartphones ankommen. Das ist keine kleine Funktion, sondern für die Smartphones ein echter Paradigment-Wechsel. Etwas, das ein Smartphone ohne diese Fähigkeit schon bald veraltet wirken lässt.
Das bedeutet, dass Besitzer eines zwei Jahren alten Pixel-Smartphones bald ein veraltetes Gerät in den Händen halten werden – obwohl ihnen Updates bis 2031 versprochen wurden. Es ist noch nicht einmal ein Drittel der Update-Garantie vergangen. Google begründet das mit fehlender Hardware-Leistung und ich hatte hier im Blog schon vor einigen Tagen die Frage gestellt, was Googles Update-Garantie wert ist, wenn die Hardware nicht mithalten kann. Klar, irgendwann muss man einsehen, dass die Entwicklung immer weiter geht. Aber nicht nach zwei Jahren, nicht nach einem Drittel der Support-Zeit und vor allem nicht bei einem solch großen Thema.
Für viele Pixel-Nutzer ist das mehr als ärgerlich. Auch wenn Google keine konkreten Versprechen gegeben hat, darf man sich zumindest enttäuscht fühlen. Wenn die Hardware nicht mitmacht, dann muss man eben abgespeckte Varianten entwickeln, die auf den älteren Geräten zum Einsatz kommen – doch danach sieht es ganz und gar nicht aus. Wie hatte ich damals im Zweifel-Artikel zur Update-Garantie geschrieben? „Kauft Produkte für das, was sie jetzt leisten und nicht für das, was die Hersteller für irgendwann versprechen.“
Das gilt auch für Google Pixel.
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