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Google Maps: Das sind die Plus Codes – so funktioniert Googles alternatives Adressen-System für jeden Ort

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Mit der Kartenplattform Google Maps lassen sich theoretisch alle Orte rund um den Erdball finden – dazu braucht es lediglich die Adresse. Doch diese kann in weiten Teilen der Welt recht problematisch sein und ist global betrachtet schon gar nicht standardisiert. Daher wurden schon vor Jahren die Google Maps Plus Codes geschaffen. Nach langer Zeit wollen wir euch dieses System noch einmal vorstellen und erklären.


In unseren Breiten besitzen praktisch alle Menschen bzw. deren Wohnsitze eine Adresse. Diese besteht meist aus der Kombination von Straße, Hausnummer, Postleitzahl sowie dem Ort. Das im DACH-Raum genutzte System ist simpel, folgt gewissen Regeln und erscheint für uns natürlich logisch. Wir benötigen die Adresse für die Post, für Lieferdienste, für die Navigation, für Besuch und andere Dinge. In vielen anderen Ländern sieht es ähnlich aus, zum Teil allerdings mit ganz anderen Systemen.

Glaubt man Googles Angaben, ist eine solche eindeutige Adresse gar nicht so selbstverständlich, wie wir es hierzulande vermuten würden. Denn in vielen Ländern gibt es gar kein eindeutiges oder zuverlässiges Adressensystem. Google gibt an, dass ganze 25 Prozent aller Menschen gar keine Adresse besitzen – und damit sind nicht wohnungslose Menschen gemeint. Wir sprechen hier von ganzen zwei Milliarden Menschen. Die Gründe liegen oft in der Administration, die kein solches System aufgebaut hat.

Um diesen mehr als zwei Milliarden Menschen endlich eine Adresse zu geben und auch die weltweit unterschiedlichen Systeme ein wenig zu standardisieren, wurden schon vor vielen Jahren die Google Maps Plus Codes geschaffen. Dabei handelt es sich um ein System, das einer gewissen Logik folgt und für jeden Ort der Welt eine Adresse schaffen soll. In der brasilianischen Stadt Sao Paulo sind die Plus Codes beispielsweise gar zu einem offiziellen Adressen-System geworden, das von vielen erkannt wird und selbst als Straßenschild bzw. Hausnummer an den Häusern hängt.




In obiger Infografik seht ihr den Aufbau eines Plus Codes, der standardmäßig aus gerade einmal zehn Zeichen + einer hilfreichen Ortsangabe besteht: Die ersten vier Zeichen des Codes beschreiben grob die Region: Das Google Maps-Team hat die Erde in ein Raster von 100 x 100 Kilometer eingeteilt, um dies mit nur wenigen Zeichen zu ermöglichen. Damit sind wir schon einmal grob am richtigen Ort. Die restlichen sechs Zeichen geben eine sehr viel genauere Fläche innerhalb dieser Region an – mit einer Größe von 13 x 13 Meter. Möchte man es noch genauer haben, lässt sich ein weiteres Zeichen hinten anhängen und dadurch das Raster auf 3 x 3 Meter verkleinern. Damit ist man in den meisten Fällen präziser als die Hausnummer.

Was sind die Plus Codes?

Plus Codes basieren auf Breiten- und Längengraden, um kurze, einfach zu teilende digitale Adressen zu erzeugen, mit denen Orte auf der Erde genau lokalisiert werden können. Zum Beispiel steht der Plus Code „W2GJ+JQ, Johannesburg“ für den Haupteingang des Google-Büros in Johannesburg, Südafrika. Wer diesen Code in Google Maps oder in der Google Suche eingibt, wird direkt zu unserer Haustür in Johannesburg gebracht.

Tatsächlich ist der Code flexibel nutzbar und muss nicht immer zehn Stellen haben: Wenn man sich in der gleichen Region wie das Ziel befindet – etwa in derselben Stadt – ist nur der zweite sechsteilige Code notwendig. Statt lange Straßennamen und Hausnummern zu kennen, muss man daher nur noch den 6-stelligen Code auswendig lernen. Das könnte in einigen Fällen gar leichter sein, sodass es nicht verwunderlich ist, dass sich das System an einigen Stellen durchgesetzt hat.

Die Zeichen des Plus Codes

Zuerst teilen wir die Welt entlang der Breiten- und Längengrade ein, um ein einfaches Raster zu bilden. Die Beschriftung des Rasters entlang der X- und Y-Achse erfolgt mit einem speziellen Satz von 20 alphanumerischen Zeichen {2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, C, F, G, H, J, M, P, Q, R, V, W, X}. In einem Plus Code gibt es keine Vokale oder Zeichen wie „1“, „L“ und „l“. So sollen Verwechslungen beim Aufschreiben vermieden und versehentliche Wortbildungen verhindert werden. Durch den sorgfältig ausgewählten Satz alphanumerischer Zeichen können Plus Codes von jedem verwendet werden, egal welche Sprache er oder sie spricht.




So findet ihr eure Plus Codes-Adresse

Natürlich sind die Plus Codes tief in Google Maps integriert und können an vielen Stellen der Kartenplattform genutzt werden. Ihr könnt einen Plus Code in das Suchfeld eingeben und werdet sofort zum jeweiligen Ort geleitet – das funktioniert auch innerhalb der Navigation. Wer also auf einen solchen Code setzt oder einen solchen einmal bekommen hat, muss diesen ohne jegliche Systemkenntnisse einfache nur in Google Maps eingeben.

Andersherum bietet man auch den Abruf des Codes an. Für jede Ortsangabe gibt Google Maps nicht nur die jeweilige Adresse, sondern auch den Plus-Code an. Das gilt sowohl für unbekannte Stellen als auch für Ortseinträge. Dazu müsst ihr einfach nur die Detailinformationen eines Orts öffnen und im INFO-Tab nach der Angabe suchen. Diese findet sich irgendwo zwischen Adresse und Telefonnummer – ist also nicht versteckt und dürfte vielen Nutzern schon begegnet sein.

Alternativ kann der Code, mit einer höheren Genauigkeit und frei verschiebbarem Kartenausschnitt, auch direkt auf der Plus Codes-Webseite abgelesen werden. Möchtet ihr den Plus Code eures aktuellen Standorts wissen, tippt einfach auf den blauen Standort-Punkt auf der Karte und scrollt nach unten. Mit einem Touch auf den Code wird dieser in die Zwischenablage kopiert.

» Plus Codes Homepage

[Google Blog Deutschland]

Letzte Aktualisierung am 2025-12-29 / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Affiliate Links, vielen Dank für eure Unterstützung! Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.


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