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Stadia: Es sieht nicht gut aus – Googles Spieleplattform bekommt kaum neuen Titel & streicht Ziele zusammen

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Die Spieleplattform Stadia wurde schon oft totgeschrieben und bisher hat Google nicht viel getan, um den Gerüchten etwas entgegenzusetzen – ganz im Gegenteil. Spekulationen und Gründe für ein baldiges Aus finden sich immer wieder, doch jetzt gibt es tatsächlich wieder sehr beunruhigende Nachrichten, die man selbst als Stadia-Fan nicht ignorieren oder schönreden kann.


Stadia wurde schon häufig von den Medien vorzeitig auf den Google-Friedhof gebracht, doch meist hatten die Berichte kaum Substanz oder basierten auf subjektiven Eindrücken – aber diesmal ist es ein bisschen anders. Google ist es bisher nicht gelungen, wichtige Publisher und Entwickler dauerhaft für die Plattform zu begeistern, doch wenn man einen wichtigen Partner hatte, dann ist es Ubisoft. Das Unternehmen war der erste Partner, ist einer der größten Partner und wollte sogar das eigene Ubisoft+ eng an Stadia knüpfen.

Ubisoft bringt Assassin’s Creed nicht zu Stadia
Der erste Stadia-Titel überhaupt, der damals schon beim „Project Stream“ vor dem Start der Spieleplattform gezockt werden konnte, war ein Teil von Assassin’s Creed. Diese Spielereihe besteht aus vielen Teilen, doch jetzt hat Ubisoft offiziell bestätigt, dass der neueste Teil der Reihe _nicht_ zu Stadia kommen wird. Eine Begründung hat man nicht geliefert, doch zwei Möglichkeiten wurden von einem Onlinemagazin ausgelotet und man kann sich kaum entscheiden, welche besser bzw. schlechter ist.

Entweder läuft Stadia so schlecht, dass es sich für das derzeit krisengebeutelte Ubisoft nicht mehr lohnt, oder es ist technisch einfach nicht möglich. Denn Google soll die Stadia-Infrastruktur, die mittlerweile drei Jahre alt ist, wohl niemals aufgerüstet haben. Daher lassen sich Ressourcen-hungrige neue Titel möglicherweise nicht in akzeptabler Qualität zu Stadia übertragen. Kurzform: Entweder will Ubi nicht, oder Google nicht. Was auch sonst.




Neue Titel und Fortsetzungen fehlen
Diese aktuelle Entwicklung hat dazu geführt, dass in vielen US-Medien gestern wieder Scheintot-Meldungen rund um Stadia veröffentlicht wurden, die weitere Fakten ausgraben: Zwar konnte Google im Laufe der Zeit einige große Titel zu Stadia bringen, aber die allermeisten Publisher haben es dabei belassen und die Fortsetzungen der Titel nicht zu Stadia gebracht. Wäre Stadia ein wichtiger Umsatzbringer, sähe die Situation sicherlich ganz anders aus. Doch weil Google einige Titel extrem subventioniert (die Rede ist von bis zu 15 Millionen Dollar pro Spiel), dürfte es sich dabei wohl um solche Spiele handeln und die Publisher haben ohne diesen Anreiz keine Motivation, das kleine Stadia weiter zu beliefern.

Google streicht heimlich das 100-Spiele-Ziel
Außerdem wurde bekannt, dass eine am Anfang des Jahres von Google veröffentlichte Ankündigung still und heimlich entfernt wurde. Sogar Blogposts wurden nachträglich geändert. Man hatte verkündet, dass Stadia auch 2022 um mehr als 100 Titel wachsen wird. Jetzt sind wir schon bei Mitte September und stehen bei gerade einmal 50 Neuerscheinungen. Gut, vielleicht gibt es einen großen Endspurt, aber warum hat man dann die Ankündigungen überall gelöscht? Sieht nicht danach aus, als wenn das Ziel auch nur ansatzweise zu halten wäre.

Alles zusammengefasst ergibt das erneut eine sehr unschöne Situation für Stadia, aus der sich Google ganz offensichtlich nicht bemüht herauszukommen. Was das bedeutet, muss jeder selbst interpretieren.

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[AndroidPolice]


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