Google hat vor wenigen Tagen das neue KI-Modell Gemini 4 Argon vorgestellt, das schon von Beginn an die Muskeln spielen lässt und sich als echtes Powerpaket erweist. In einer ganzen Reihe von Demos zeigt Google jetzt, dass man die Vorgänger regelrecht in den Schatten stellt. Wir zeigen euch, wie Argon hochkomplexe Probleme löst, im visuellen Bereich stark nachlegt und auch in puncto Robotik große Schritte macht.
Schon in der ersten Ankündigung ließ Google durchblicken, dass man mit Gemini 4 Argon große Pläne hat und hier ein echtes Powerpaket auf die Nutzer losgelassen wird. Es zeigte sich schon medienwirksam daran, dass das neue KI-Modell am 1. Oktober angekündigt, aber noch für einige Tage zurückgehalten wurde – offiziell aus Sicherheitsgründen. Vermutlich hatte das Marketing seinen Anteil an diesem Schritt, aber dennoch war es wohl nicht grundlos. Mit dem Startschuss dürfen jetzt alle zahlenden Abonnenten, Entwickler und Unternehmer ran.
Das neue KI-Modell soll sich laut Google dadurch auszeichnen, komplexe, praxisnahe Aufgaben in verschiedenen Bereichen wie Programmierung, Finanzen, Recht, Cybersicherheit und Wissenschaft präzise und detailliert ausführen zu können. In den intern durchgeführten Benchmarks soll Gemini 4 Argon alle anderen führenden Modelle übertroffen haben – und das nicht nur knapp. Dass Gemini mit „Argon“ in diesem Jahr erstmals eine Bezeichnung erhalten hat und nicht nur auf die Versionsnummer beschränkt, passt sehr gut ins Bild. Argon ist ein echtes Powerpaket, auf dessen Basis noch sehr viel aufgebaut werden dürfte.
Wir haben euch Gemini 4 Argon hier im Blog natürlich schon ausführlich vorgestellt und sind auf die einzelnen Stärken im Detail eingegangen – jetzt fassen wir das Ganze noch einmal übersichtlich zusammen. Zu den Demos und Ankündigungen gehören die deutlich beschleunigte Optimierung des Riesenprojekts Google Chrome, die visuellen Fähigkeiten zur Kreierung virtueller Welten und sowohl perspektivisch als auch schon heute die stark verbesserten neuen Möglichkeiten zur Robotersteuerung.
Gemini beschleunigt Roboterentwicklung
Google hat schon vor längerer Zeit einen Gemini-Ableger für die Robotersteuerung geschaffen, womit man auch diesen Bereich endlich zum Durchbruch verhelfen will. Mit Gemini 4 Argon soll die Roboterentwicklung deutlich beschleunigt werden – denn es sind viele wichtige Voraussetzungen und Kenntnisse bereits an Bord. Google will in wichtigen Bereichen deutliche Fortschritte gemacht haben und nimmt sogar schon die Entwicklung in Richtung der AGI (Allgemeine Künstliche Intelligenz) in den Mund. Die von Google veröffentlichten Benchmarks zeigen ein deutliches Bild: Beim „Embodied Reasoning (ERQA) Benchmark“, der das Lösen physischer und räumlicher Probleme testet, erreicht Argon 87% und übertrifft alle anderen aktuellen Modelle bei Weitem.
Mit Gemini Robotics auf Basis von Argon setzt man auf vier wichtige Bereiche der Robotersteuerung: Wichtig ist der Bereich Real2Sim, man setzt auf das physische Verständnis über Objekte jeglicher Art sowie auf die Forschung und Selbstverbesserung der Roboter. Im obigen Video könnt ihr die Robotersteuerung sehen, die für Endnutzer im vollen Ausmaß noch schwer zu fassen ist.
» Alle Infos zu Geminis Roboterfähigkeiten
Gemini generiert beeindruckende virtuelle Welten
Gemini ist schon seit der zweiten Generation sehr gut darin, Visualisierungen zu erstellen und kann seit dem Argon-Vorgänger sogar aufwendige virtuellen Welten generieren. Im Laufe der Zwischenversionen hat man immer wieder mit größeren Kontextfenstern nachgelegt und nun folgt der große Sprung. Mit Argon zeigt man die beeindruckenden Möglichkeiten der neuen Generation, die interaktive Welten erstellen, durch die die Nutzer hindurchgehen können. Obiges Video ist nur ein Beispiel von vielen, denn es gibt aber noch viel mehr zu sehen.
Argon bietet laut den Entwicklern im Vergleich zu früheren Gemini-Modellen deutliche Verbesserungen im räumlichen Denken, der mathematischen Präzision und visueller Codierung. Das wird an verbesserten Darstellungen deutlich, an den 3D-Modellen und den gesamten virtuellen Welten, die sowohl in Animationen als auch Videos, Spielsequenzen oder eben auch in der Generierung einzelner Videos oder Bilder zum Einsatz kommen. Im verlinkten Artikel findet ihr einen ganzen Schwung weiterer Beispiele sowie Googles Erklärung der jeweiligen Darstellungen.
» Viele weitere Videos von Geminis beeindruckenden Visualisierungen
Gemini optimiert Google Chrome
Gemini kommt nicht nur für neue Kreationen und Projekte zum Einsatz, sondern wird auch über bestehende Produkte geschickt. Laut den Angaben der Entwickler im eigenen Blog hat man mit Argon sehr große Herausforderungen bewältigt: Man konnte den Umfang des qualitativ hochwertigen Codes, der von den Mitarbeitern in Zusammenarbeit mit Gemini bereitgestellt wird, deutlich nach oben schrauben. Gleichzeitig ist die Anzahl der Code-Rollbacks, also der Rücknahmen fehlerhafter Änderungen, um fast ein Drittel zurückgegangen. Das gab den Entwicklern Mut, um Gemini 4 Argon an ein gewaltiges Projekt zu setzen – nämlich den Chrome-Browser.
Gemini 4 hat das Chrome-Entwicklerteam dabei unterstützt, die Kernfunktionen für Webseiten von einem im Laufe der Zeit immer stärker gewachsenen Code-Verzeichnis zu trennen. Die innerhalb des Chrome-Projekts schlummernde historische Codebasis soll bei ganzen 6 Millionen Zeilen liegen, die durchforstet und sauber aufgeteilt werden mussten. Durch die gleichzeitige Implementierung mehrerer Codeänderungen hat Argon die Entwickler unterstützt, die gesamte Architektur zu refaktorisieren – und das über Hunderte von Dateien hinweg. Damit soll eine normalerweise mehrere Monate in Anspruch nehmende Arbeit in wenigen Wochen erledigt worden sein.
» So hat Gemini 40 Millionen Chrome-Codezeilen entwirrt
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