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Google News: Google lässt Webmaster ihr eigenes Grab schaufeln – das steckt hinter dem ‚Bevorzugt‘-Button

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Es gibt einen neuen Button im Web! Wer häufiger auf redaktionell gepflegten Webseiten oder Nachrichtenquelle unterwegs ist, kommt seit einigen Tagen um den Google-Button für bevorzugte Quellen nicht herum. Dieser wurde von sehr vielen Portalen recht schnell implementiert – auch hier im Blog – und ist mal wieder ein echter Google-Coup, der das darunterliegende Problem verschärft.


Sehr viele Nutzer beziehen ihre Informationen nicht mehr direkt aus den Quellen, sondern kommen über die Sozialen Medien, den Google Discover Feed, die Google Websuche oder auch die Google News auf die entsprechenden Meldungen. Obwohl es alternative Möglichkeiten gibt, wie etwa Feedreader oder eben ganz klassisch der Besuch der Medienseiten, wird das von einem immer geringeren Teil der Menschen verwendet. Das bedeutet, dass unter anderem die Google-Algorithmen bestimmen, was die Menschen zu sehen bekommen – und nicht die Abos.

Diese Abhängigkeit von Google, Google News und Google Discover ist seit vielen Jahren ein heißes Eisen im digitalen Bereich, das dürfte allen Nutzern bekannt sein – doch die Nachrichtenseiten und Verlage können nicht viel dagegen tun. In den letzten Monaten hat Google News neue Möglichkeiten geschaffen, mit denen die Nutzer wieder etwas tiefer eingreifen und bestimmen können, welchen Quellen sie gerne folgen würden.

Nutzer können Quellen abonnieren und bevorzugen
Man bietet den Nutzern die Möglichkeit, einzelne Quellen zu abonnieren, die dann häufiger in den Vorschlägen bei Google News auftauchen sollen. Erst seit wenigen Tagen lässt sich außerdem Dienst-übergreifend eine Quelle als bevorzugt hinzufügen, sodass diese sowohl bei Google News als auch Discover und in der Websuche mit größerer Priorität für den einzelnen Nutzer behandelt wird. Eine gute Sache – eigentlich.




Die Nutzer profitieren (ein bisschen)
Für die Nutzer ist das je nach eigenen Vorlieben eine gute Sache, dass sie bestimmte Angebote abonnieren und bevorzugen können. Allerdings ist Google News auch weiterhin kein Feedreader, sodass es trotz aller Signale keine Garantie dafür gibt, dass alle Inhalte ausgeliefert werden. Ähnlich relevant wie ein YouTube-Abo. Um den Nutzern die Bevorzugung so leicht wie möglich zu machen, hat man den neuen Button eingeführt, der sich jetzt auf vielen Nachrichtenseiten befindet.

Nachrichtenquellen werden noch abhängiger
Google verkauft diese neuen Funktionen natürlich als Vorteil für die Online-Angebote, doch tatsächlich ist das ein Wolf im Schafspelz. Denn statt zu versuchen, unabhängiger zu werden, erreicht man mit den Buttons genau das Gegenteil. Man suggeriert den Lesern, „lies uns doch auf Google News“. Die Nachrichtenquellen werben praktisch für Google als News-Aggregator. Nicht, dass Google das nötig hätte, aber suggestiv ist der Button sehr wichtig. Ähnlich wie vor 15 Jahren der Facebook Like-Button, ist jetzt plötzlich überall der Bevorzugen-Button zu finden, der Google eine noch größere Relevanz im Nachrichtenbereich gibt.

Aber was wäre die Alternative? Den Button nicht zu integrieren? Klar, niemand wird dazu gezwungen. Doch wenn die Online-Konkurrenz den Button hat und sich von den Nutzern bevorzugen lässt, muss man mitspielen. Es ist auch jedem Webmaster und Verlag ganz klar, dass Google das für die Algorithmen als sehr wichtiges Rankingsignal sehen wird. Wer wenige „Likes“ durch die Nutzer sammelt, geht immer weiter unter. Aber so ist das Spiel, und natürlich muss auch GoogleWatchBlog dabei mitspielen. Wer also Interesse an täglich aktuellen und relevanten Google-Schlagzeilen hat, kann uns entsprechend folgen:

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