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Apple stellt im Februar eine neue Siri-Version mit Googles Gemini vor

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Zu Beginn des neuen Jahres kündigte Apple medienwirksam seine strategische Partnerschaft mit Googles Gemini an und wählte dieses KI-Modell unter allen am Markt befindlichen Alternativen aus. Die Hintergründe dieser Zusammenarbeit liegen im Ansinnen des US-Konzerns seinen Assistenten Siri mittels neuester KI zu verbessern und den Einbau zukünftiger Apple Intelligence-Funktionen zu ermöglichen.


Verschiedenen Online-Quellen berichteten außerdem, dass das Unternehmen die neue, auf Gemini basierende Version von Siri voraussichtlich bereits diesen Februar im Rahmen der Betatests veröffentlichen wird, wobei ein finaler Release im März oder April dieses Jahres vorgesehen ist. Da das erste Update nun nur noch wenige Wochen entfernt ist, werden wir einen Blick darauf werfen, was das neueste Siri-Update mit dem iOS 26.4 Betriebssystem bieten wird.

Was ist vom kommenden Siri-Update zu erwarten

Auf Grund der Integration von Gemini dürfte das Apple-Sprachassistenzsystem um einiges leistungsfähiger werden. Nach der erfolgten Veröffentlichung werden zusätzliche und wichtige Funktionen von Siri bereitgestellt werden, darunter befinden sich die folgenden:

  • Eine neue Funktion namens „World Knowledge Answers“ soll den unzähligen iPhone-Nutzern zusammenfassende Antworten aus dem Web bieten und gleichzeitig auch konkrete Zitate liefern – eine Funktion, die ähnlich jener von ChatGPT sein wird.
  • Siri wird sich auch an frühere Gespräche und den allgemeinen Kontext erinnern können – eine Funktion, die bereits vor einigen Jahren vorgestellt wurde, aber im Grunde genommen noch nie offiziell ausgerollt wurde.
  • Die direkte Integration der Gemini-Funktionen in die Kern-Apps wird es Nutzern ermöglichen, Funktionen und Aktionen innerhalb der App per Sprachbefehl zu aktivieren. So kann beispielsweise Siri gebeten werden, ein bestimmtes Foto in ihrer Galerie zu finden, eine neue Notiz für ihren Einkaufszettel zu erstellen, eine Liste der besten Online Casinos im betreffenden Wohnsitzland zu erstellen oder eine neue E-Mail für ihren Chef zu verfassen.

Zwar beschäftigt sich Apple laut mehreren Insideraussagen seit geraumer Zeit mit einem eigenen Chatbot, der Siri um Längen übertreffen soll, aber dennoch wird jetzt voll auf die Unterstützung von Gemini gesetzt. Campos, der mögliche Siri-Nachfolger, soll Teil von iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 werden und nach seiner Markteinführung die aktuelle Siri-Oberfläche ersetzen. Mit Campos, der sowohl Text- als auch Sprachbefehle ermöglicht, dürfte Campos eines der Highlights der kommenden WWDC-Veranstaltung werden, die in diesem Jahr voraussichtlich im kalifornischem Apple Park in Cupertino stattfinden wird.

Weitere bemerkenswerte Neuerungen, die voraussichtlich mit iOS 26.4 kommen werden, sind:

  • Es wird neue Emojis geben, darunter ein Orca, eine Trompete und eine Schatztruhe
  • Eine verbesserte Ortungsmöglichkeit, um beispielsweise verlegte AirPods mittels der „Wo ist?“-App schneller wiederzufinden
  • Spezielle Geräteintegritätsprüfung vor der Anmeldung mit Apple-ID oder iCloud
  • Ein automatisches Ausfüllen von Kreditkarteninformationen aus der Passwörter-App, vor allem in Applikationen, die von Drittanbietern stammen
Die Vertragsbedingungen zwischen den Industriegiganten

Apple hat sich zwar bis jetzt noch nicht zu den genauen Vertragsbedingungen geäußert, doch glaubt man verschiedenen Insidern, so wird Google von Apple jährlich eine Milliarde US-Dollar erhalten, um uneingeschränkten Zugriff auf eine angepasste Version von Gemini zu erhalten. Gemini gilt gegenwärtig als eines der leistungsstärksten KI-Modelle weltweit und laut Yahoo Finance wird Google durch diesen Deal zusätzliche und beträchtliche Cloud-Einnahmen generieren.

Da Gemini nicht direkt auf den iPhones läuft, behält Apple die volle Kontrolle über seine Nutzerdaten und gewährleistet daher seine eigenen Datenschutzbestimmungen – ein bedeutender Erfolg für ein Unternehmen, das für seinen hohen Stellenwert des Datenschutzes bekannt ist. Apple plant nicht, Gemini als eigenständige Marke in sein Ökosystem zu integrieren. Stattdessen will das Unternehmen die Funktionen von Gemini nutzen, um gleichzeitig die Marke Apple zu erweitern und den User-Benefit zu steigern.

Diese Schritte sind wichtig, kommen aber nicht überraschend

Trotz ihrer offensichtlichen Bedeutung kam die Zusammenarbeit mit Google nicht völlig überraschend. Angesichts des erheblichen Rückstands von Apple im Bereich der KI-Infrastruktur gegenüber der stets wachsenden Konkurrenz hatte das Unternehmen nur zwei Möglichkeiten: entweder bald ein eigenes KI-Modell einzuführen oder mit einem bedeutenden Marktführer zusammenzuarbeiten.

Bereits 2024 kündigte Apple im Rahmen der Präsentation von Apple Intelligence die Integration von OpenAIs ChatGPT an. Dadurch erhielt Siri Zugriff auf die umfangreiche Datenbank dieses KI-Pioniers, was gleichzeitig ihre Fähigkeiten und die Qualität der bereitgestellten Informationen verbesserte. iPhone-Nutzer konnten zusätzlich die Bildgenerierungsfunktionen des Chatbots nutzen, allerdings waren alle KI-Funktionen nur mit dem iPhone 16 oder mit den neueren Modellen möglich.

Im letzten Jahr, ausgelöst durch die Einführung von Gemini 3, dürften such die Prioritäten von Apple jedoch grundlegend geändert haben, denn das Unternehmen entschied sich für eine engere Zusammenarbeit mit einem weitaus etablierteren und bekannteren Anbieter.

„Nach sorgfältiger Prüfung kam Apple zu dem Schluss, dass die KI-Technologie von Google die leistungsfähigste Grundlage für Apple Foundation Models bietet und freut sich auf die innovativen neuen Funktionen, die sie Apple-Nutzern ermöglichen wird“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung am Tag der Kooperations-Ankündigung

Im Anschluss an die Bekanntgabe des Joint Ventures hagelte es aber auch Kritik an dieser Vereinbarung und die Frustration über die Machtkonzentration wurde immer größer. In einem Post auf X, als Antwort auf einen Tweet von „News from Google“, ließ Elon Musk die Welt wissen: „Dies erscheint mir eine unangemessene Machtkonzentration für Google, angesichts der Tatsache, dass sie auch Android und Chrome anbieten.“

Da Apple nun mit zwei der größten Konkurrenten von Grok (einem Chatbot von Musks KI-Firma xAI) zusammenarbeitet, erklärt die Frustration des ehemaligen Chefberaters des Präsidenten der Vereinigten Staaten, der sich über die mangelnde Akzeptanz von Grok bei den großen Playern zu beschweren scheint.

Apple und Google sind sich wahrlich nicht fremd, denn bereits vor diesem Deal bestand schon eine Partnerschaft zwischen den beiden Tech-Riesen, für die Google jährlich rund 20 Milliarden US-Dollar zahlte, um die Standardsuchmaschine in der Apple-Welt zu bleiben. Nach der Unterzeichnung des neuen Vertrags wird es spannend zu sehen sein, welche KI-gestützten Funktionen Apple selbst entwickeln wird und ob diese bei den Nutzern im Alltag auch regen Anklang finden werden.


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