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#SaveYourInternet : YouTube-CEO Susan Wojcicki ruft zu Protesten gegen EU-Urheberrechtsreform & Uploadfilter auf

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In den letzten paar Jahren versucht die Europäische Union Ordnung in das Neuland Internet zu bringen und verabschiedet für EU-Verhältnisse Gesetze und Entwürfe im Eiltempo. Seit einigen Monaten dreht sich alles um die gefürchteten Upload-Filter, die eigentlich niemand so wirklich möchte. Da sie aber nun möglicherweise doch über eine Hintertür eingeführt werden sollen, wendet sich YouTube-Chefin Susan Wojcicki nun in einem Brandbrief an die Community.


Das letzte große EU-Gesetz, das das Internet stark verändert hat, war die DSGVO, über deren Umsetzung man geteilter Meinung sein kann. Am praktischen Alltag hat sich für die Nutze dadurch nicht viel verändert, denn wohl nur die wenigsten werden die neuen Datenschutz-Möglichkeiten wirklich nutzen. Doch die Urheberrechtsreform, die den Upload-Filter im Gepäck haben könnte, wird deutlich mehr Einfluss auf den Internet-Alltag haben.

YouTube-CEO Susan Wojcicki wendet sich nun an die Community und ruft dazu auf, gegen das Gesetz zu protestieren und Flagge zu zeigen. Das ganze läuft unter „Artikel 13“, der auch Videoplattformen wie YouTube extrem verändern könnte. Die Plattformen werden durch dieses Gesetz dazu verpflichtet, die Urheberrechte für jeden Inhalt zu klären und sollen dann für Verstöße haftbar sein. Organisatorisch wäre es dann nicht mehr möglich, Privatnutzern oder kleineren Kanälen das Hochladen von Videos zu ermöglichen. Und das betrifft in der Form auch viele andere Plattformen und Medien.

Der Aufruf von YouTube-CEO Susan Wojcicki

Liebe Creator,
2005 wurde das erste Video mit dem Titel „Me at the zoo“ auf YouTube hochgeladen. Seitdem hat sich YouTube zu einer globalen Videoplattform entwickelt, die Milliarden von Menschen täglich zum Wissensaustausch, für kreative Zwecke und zur Interaktion mit anderen nutzen. Heute ist YouTube eine vielfältige Gemeinschaft von Creatorn, die die nächste Generation von Medienunternehmen aufbauen und Fans auf der ganzen Welt begeistern. Ihr schreibt Geschichte und verändert die Art und Weise, wie Menschen Videos ansehen, miteinander interagieren und ihrer Stimme Gehör verschaffen. Ich freue mich, euch dabei helfen zu dürfen, und bin nach wie vor von dem inspiriert, was ich sehe.
 
Im letzten Jahr hat die Anzahl der Kanäle mit über 1 Million Abonnenten um 75 Prozent zugenommen. Mehr als eine Milliarde Fans besuchen jeden Monat YouTube, um Musikkultur zu erleben und neue Musik und Künstler zu entdecken. Aus diesem Grund haben wir YouTube Music auf Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Spanien, Schweden, Norwegen, Finnland, Großbritannien, Irland und Russland ausgeweitet und in den letzten Monaten drei neue Stories zu Janelle Monáe, J Balvin und Shawn Mendes in unserer YouTube Artist Spotlight-Serie veröffentlicht. Darüber hinaus haben wir im letzten Quartal 13 YouTube Originals herausgebracht, davon drei in Deutschland und zwei in Frankreich.



Ermöglicht wird all das durch die beeindruckende Kreativwirtschaft, zu der ihr beitragt. Diese wachsende Kreativwirtschaft ist jedoch gefährdet, seit das EU-Parlament über Artikel 13 abgestimmt hat, denn diese Urheberrechtsgesetzgebung könnte das Internet, wie wir es heute kennen, drastisch verändern.
 
Artikel 13 in seiner jetzigen Fassung könnte Millionen von Menschen – von Creatorn wie euch bis hin zu alltäglichen Nutzern – daran hindern, Inhalte auf Plattformen wie YouTube hochzuladen. Und er könnte Nutzer in der EU daran hindern, Inhalte anzusehen, die bereits auf den Kanälen von Creatorn überall verfügbar sind. Dazu gehört YouTube’s unglaublicher Videokatalog im Bildungsbereich wie zum Beispiel Sprachunterricht, Physik-Tutorials oder andere How-To-Themen.
 
Diese Gesetzgebung stellt eine klare Bedrohung für euren Lebensunterhalt und eure Möglichkeit dar, euch weltweit Gehör zu verschaffen. Und falls Artikel 13 wie vorgeschlagen umgesetzt wird, sind hunderttausende Arbeitsplätze bedroht – von europäischen Creatorn, Unternehmen, Künstlern und jeden, den sie beschäftigen. Der Vorschlag könnte Plattformen wie YouTube dazu zwingen, nur eine kleine Anzahl von Inhalten großer Unternehmen zuzulassen. Es wäre für schlichtweg zu riskant, Inhalte von kleinen Videomachern zu präsentieren, da die Plattformen nun direkt für diese Inhalte verantwortlich wären. Wir wissen, wie wichtig es ist, dass alle Rechteinhaber angemessen entschädigt werden, weshalb wir Content ID und eine Plattform zur Auszahlung aller Arten von Inhalteinhabern entwickelt haben. Aber die unbeabsichtigten Folgen von Artikel 13 gefährden dieses Ökosystem. Wir setzen uns dafür ein, mit der Industrie zusammenzuarbeiten, um einen besseren Weg zu finden. Der Gesetzestext könnte bis Ende des Jahres fertiggestellt sein, daher ist es wichtig, sich jetzt zu Wort zu melden.
 
Bitte nehmt euch einen Moment Zeit, um euch über die möglichen Auswirkungen auf eure Kanäle zu informieren und dann umgehend zu handeln. Erzählt der Welt in den sozialen Netzwerken (#SaveYourInternet) und auf euren Kanälen, warum die Kreativwirtschaft wichtig ist und wie sich diese Gesetzgebung auf euch auswirken wird.

» Panik auf der Videoplattform: EU-Kommission weist die YouTube-Kritik am Artikel 13 zurück #SaveYourInternet «

» YouTube: #SaveYourInternet
» Artikel im YouTube Creators Blog


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