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Haven: Edward Snowdens Überwachungs-App bekommt neue Funktionen & deutsche Sprache

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Erst vor wenigen Tagen wurde die erste Version der Überwachungs-App Haven vorgestellt, die es in erster Linie vor allem dadurch in die Medien geschafft hat, dass sie von Whistleblower Edward Snowden konzipiert und entwickelt wurde. Allerdings bietet sie auch einige interessante Funktionen, mit denen sich eine starke Überwachung per Smartphone bewerkstelligen lässt. Jetzt hat die App das erste große Update bekommen und steht auch auf Deutsch zur Verfügung.


Es gibt viele Apps, mit denen sich das Smartphone in ein Babyfon, ein Überwachungsmikrofon oder auch -Kamera verwandeln lässt, aber keine hat die Überwachung bisher so sehr auf die Spitze getrieben wie Haven. Haven ist konzipiert, um einen ganzen Raum zu überwachen und sicher zu stellen, dass tatsächlich niemand das Zimmer betreten hat. Falls doch, informiert Haven den Nutzer darüber und kann die Ereignisse aufzeichnen.

Haven verwandelt das Smartphone in eine Überwachungsanlage, die immer und überall eingesetzt werden kann. Dazu wird einfach das Smartphone in den zu überwachenden Raum gelegt, die Überwachung mit Countdown scharf geschaltet und schon geht es los. Jedes Geräusch, jede Bewegung vor der Kamera und auch jede Bewegung des Smartphones wird registriert, aufgezeichnet und wenn gewünscht wird der rechtmäßige Besitzer informiert. Durch die App kann herausgefunden werden, ob ein Raum in Abwesenheit betreten wurde oder nicht.

Jetzt hat die App ein größeres Update bekommen und bringt für nur eine Woche einige Verbesserungen mit sich. Als erstes spricht die App nun auch Deutsch und kann somit auch hierzulande komfortabler genutzt werden. Außerdem wurden Probleme mit älteren Android-Versionen behoben, die Zugriffe über den Webserver eingeschränkt sowie weitere Feinjustierungen an der Kamera vorgenommen die mit Problemen bei der Framerate und dem Vorschaubild aufräumen.

Zusätzlich gibt es den neuen virtuellen Sensor „Significant Motion Sensor“, der nicht bei jeder minimalen Bewegung auslöst, sondern erst bei etwas größeren Abweichungen der Standardwerte. Ändern sich also die Lichtverhältnisse ganz langsam oder fliegt eine Fliege durch den Raum, wird nicht direkt Alarm ausgelöst.



Die App kann in fremden Händen eine umfangreiche Überwachung ermöglichen, hat aber eigentlich einen anderen Einsatzzweck – der für den durchschnittlichen Nutzer nicht unbedingt alltäglich ist. Nicht jeder Nutzer muss befürchten, verfolgt zu werden. Da als Beispiel das berühmte Hotelzimmer genannt wird, das in Abwesenheit des Gastes durchsucht oder verwanzt wird, ist das wohl das Parade-Beispiel. Davor müssen aber wohl nur Menschen wie Snowden selbst Angst haben. Dennoch kann die App auch als Alarmanlage fungieren.

Haven ist für Menschen, die einen Weg suchen, ihre persönlichen Räume und Besitztümer zu schützen, ohne ihre Privatsphäre zu gefährden. Es handelt sich dabei um eine Android-Anwendung, die On-Device-Sensoren nutzt, um die Überwachung und den Schutz physischer Räume zu gewährleisten. Haven verwandelt jedes Android-Handy in einen Bewegungs-, Sound-, Vibrations- und Lichtdetektor, der nach unerwarteten Gästen und unerwünschten Eindringlingen Ausschau hält. Wir haben Haven für investigative Journalisten, Menschenrechtsverteidiger und Menschen, die vom Verschwinden bedroht sind, entworfen, um eine neue Art von Herdenimmunität zu schaffen.

Ich finde die App auf jeden Fall interessant und werde sie weiter beobachten. Was haltet ihr von der App? Nutzt ihr sie bereits, und wenn ja, wofür genau?

[Caschys Blog]


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