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SuperFuckingFast: Mozilla setzt Prioritäten – Firefox lädt 1691 Tabs in nur 15 Sekunden

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Google Chrome hat den Browser-Markt in den vergangenen Jahren ordentlich aufgerollt und ist mittlerweile weltweit die unangefochtene Nummer 1. Jetzt ist aber auch Konkurrent Mozilla wieder aus seinem Dornröschschlaf erwacht und möchte den Markt ein zweites mal angreifen. Dazu bedient man sich vor allem einiger PR-Maßnahmen, aber diese können manchmal auch nach hinten losgehen. Und genau das ist jetzt bei Firefox 55 passiert.


Der Aufstieg von Chrome hat mehrere Gründe und laut dem ehemaligen Technik-Chef von Mozilla liegt das vor allem an Googles Werbepower – aber das ist natürlich nur ein Aspekt. Viel mehr hat sich die Konkurrenz auf den eigenen Lorbeeren ausgeruht und hatte den immer weiteren Verbesserungen von Chrome nichts entgegen zu setzen und hat vor allem keine eigenen Innovationen geliefert. Allein die Tatsache dass schon nach wenigen Jahren alle Browser aussahen wie Chrome, spricht Bände.

Bald erscheint die mittlerweile 55. Version von Firefox und ein Entwickler stellt nun ein Feature in Aussicht, das so gar nicht aus dem Leben eines Durchschnittsnutzers gegriffen zu sein scheint: Der Browser kann nun tatsächlich 1691 Tabs in 15 Sekunden öffnen und ist damit deutlich schneller als alle Vorgänger-Browser und vermutlich auch schneller als die Konkurrenz. Diese Innovation hat der Entwickler Dietrich Ayala in seinem Blog verkündet und geht dabei noch tiefer ins Detail.

Während die Vorgängerversionen deutlich länger gebraucht haben – Firefox 51 etwa braucht bei einer solchen Menge an Tabs ganze 8 Minuten – lädt der neue Browser nun „Superfuckingfast“ und kommt damit auf einen Wert von 113 Tabs pro Sekunde. Außerdem benötigt der Browser für diese Anzahl an Tabs lediglich 500 MB Arbeitsspeicher und liegt damit 1,5 GB vor den älteren Versionen. Das klingt erst einmal sehr gut, aber in einem Nebensatz erwähnt Ayala dann, dass die Tabs nicht wirklich geladen werden.

Die Tabs werden zwar geöffnet, aber er hat den Test ohne aktive Internetverbindung durchgeführt. Das bedeutet, dass die Tabs zwar geöffnet, aber nicht geladen werden. Denn dann hätte das ganze wohl deutlich länger gebraucht und der Arbeitsspeicher hätte wohl eher das Rauchen angefangen als sich mit 500 MB zurückzulehnen.



Nun ist es natürlich sehr schön dass man der Konkurrenz bei einem Benchmark voraus ist, aber man muss sich schon fragen wie weit man wirklich von der Praxis entfernt sein muss, um das als Innovation zu feiern. Selbst der größte Nerd und längste Surfer wird wohl kaum auf eine solche Anzahl Tabs kommen -und das auch noch in einem einzigen Browserfenster. Dennoch hat Mozilla hier nun vielleicht einen neuen Benchmark-Wert „Tabs pro Sekunde“ eingeführt. Das ganze schreit ja förmlich nach einer Antwort von Google mit einem ähnlichen Test.

Googles Entwickler finden schon 100 Tabs zu viel und zeigen statt dem Zähler einen Smiley an, aber das kostet die Entwickler bei Mozilla offenbar nur ein müdes Lächeln. So gut der neue Browser vielleicht auch sein mag, sollte man es sich gut überlegen, solche Dinge als Innovation zu verkaufen – denn dann geht das eher in die andere Richtung los.

Und so langsam wird vielleicht auch klar, warum Google den Browser-Krieg gewonnen und Firefox verdrängt hat, denn die Mozilla-Entwickler haben jahrelang am Nutzer vorbei entwickelt. Und selbst nach dem besten Firefox aller Zeiten scheint sich das nun nicht geändert zu haben.

Ich hoffe dass Google auf diese Aussage antwortet und bin auf einen etwaigen neuen Wettstreit ala Akkufresser gespannt.

» Posting vom Firefox-Entwickler

[heise]


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Kategorien: Allgemein