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Vom Smartphone zum Tresor: Wie digitale Tools den Verkauf von Altgold und alter Technik verändern

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Wie das digitale Zeitalter den Umgang mit Wertstoffen verändert hat, zeigt das Beispiel von Gebrauchtem, viel konkreter werden Kurs-Widgets, Rechner-Apps, Datenfeeds zur Verfügung gestellt, mittels derer man innerhalb weniger Sekunden Vergleichswerte abfragen kann, als man mit seinem ausgedienten Wertgegenstand beim Händler in der Nachbarschaft war, der einen dann auch noch anbot, was das Zeug hielt und gleichzeitig ist das Wissen gewachsen, daß in den alten Smartphones, in Laptops, Schmuckstücken und so weiter überall noch erhebliche Mengen von Edelmetallen verborgen sind. Die beiden Entwicklungen greifen ineinander und bewirken somit eine neue Transparenz zwischen Verbraucher und Ankaufsstelle.




Wie viel Gold tatsächlich in ausrangierter Technik steckt

Wie groß nun der materielle Wert alter Elektronik ist, wird oft unterschätzt. Nach einem Hinweis der Kampagne für einen kritischen Konsumführer Gold im Smartphone stecken etwa 0,02 Gramm Gold, in PCs oder Laptops kann es noch mehr sein. Wenn man die Größenordnung erstmal ins Bewußtsein gerufen hat, gewinnt das auch bezogen auf größere Mengen Bedeutung. Eine Standard-Leiterplatte für Verbraucher enthält im Mittel 0,03 bis 0,06 Gramm Gold pro Platte, Motherboards kommen auf 0,2 bis 0,5 Gramm, beim Recycling von Leiterplatten-Massenware erreichen wir 500 bis 700 Gramm Gold pro Tonne.
Der Digitalverband Bitkom erhebt seit 2012 jährlich, wie viele Altgeräte in deutschen Haushalten liegen. Laut der jetzt unter 1004 Menschen ab 16 Jahren durchgeführten Umfrage haben 86 Prozent mindestens ein ungenutztes Handy oder Smartphone zu Hause. Die Gesamtzahl wurde auf 167 Millionen geschätzt und damit 28 Millionen weniger als 2025. Aus rein materialwirtschaftlicher Sicht bleibt der Bestand relevant. Für private Halter stellt sich die Frage, ob sich der Verkauf eines Einzelgeräts lohnt oder ob der Weg über die zertifizierten Rücknahmestellen der praktikablere ist. Klassische Rückwege sind die kommunale Sammelstelle, die Hersteller-Rücknahmesysteme und der Fachhandel.

Preistransparenz durch digitale Dienste

Während sich der Wert von Elektroschrott nicht so einfach bestimmen lässt, weil dessen Edelmetallgehalt nicht so klar ist, ergeben sich beim klassischen Schmuck- oder Anlagestück der Wert und der Verkaufspreis direkt aus dem tagesaktuellen Feinunzenpreis. Erhältlich sind minütlich aktualisierte Notierungen etwa über Google Finance, spezialisierte Rohstoffportale und Kurs-APIs, die sich in Webseiten oder Tabellen als Widget einbinden lassen. Wer also vor dem Verkauf eine Bewertung einholen möchte, kann sich dadurch auch heute unabhängig davon machen, ob die vor Ort geforderten Grammpreise mit dem internationalen Spotpreis in einem plausiblen Verhältnis stehen. Aus diesem Grund weisen Anbieter wie Goldankauf München bei ihren Ankaufspreisen auch häufig nach Legierungsarten gestaffelt aus, etwa nach 333er, 585er, 750er und 999er.



Für die eigene Kalkulation ist nicht viel nötig. Zuerst wird das Bruttogewicht festgestellt, dann über die Punzierung der Feingehalt bestimmt und schließlich der reine Edelmetallanteil errechnet. Aus dem Ergebnis und dem tagesaktuellen Kurs ergibt sich ein Referenzwert, an dem sich Angebote messen lassen. Diese Logik ist in den meisten Online-Rechnern hinterlegt, die auf frei verfügbare Kursdaten zurückgreifen.

Prüfmöglichkeiten, Feingehalt und seriöse Einwertung

Ein seriöser Ankaufsprozeß basiert auf mehreren, standardisierten Prüfschritten. Die Punzierung gibt zwar einen ersten Hinweis, ist aber allein keineswegs entscheidend. Bewährt haben sich die Prüfung mit Prüfsäure auf einem Prüfstein, die elektronische Leitfähigkeitsmessung und bei höherwertigen Legierungen die zerstörungsfreie Analyse per Röntgenfluoreszenz (RFA), die die genaue Zusammensetzung einer Legierung ermittelt. Diese Methode wird auch von der Bundesanstalt für Materialforschung und Prüfung im Rahmen der Werkstoffanalyse eingesetzt. Für den Verkäufer entscheidend ist, daß die Prüfung im eigenen Beisein erfolgt und das Resultat nachvollziehbar dokumentiert wird.
Neben der Materialprüfung sind auch die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht unwichtig. Nach dem Geldwäschegesetz sind Ankäufer ab bestimmten Schwellenwerten zur Identifizierung der Kunden verpflichtet. In der Praxis heißt das: Ein gültiger Personalausweis und etwas Schriftliches über den Vorgang. Diese Pflichten schirmen beide Seiten ab und sind ein Zeichen für einen ordentlichen Betrieb.
Wer sich vorab digital informieren möchte, findet über Google und Google Maps einige lokale Anbieter. Nutzersignale wie Bewertungen, Antwortverhalten des Betriebs und die Konsistenz der Öffnungszeiten liefern Hinweise, doch kein Ersatz für die eigene Prüfung vor Ort.
Für die Einordnung von Kursangaben ist ein Blick auf die Datenquelle empfehlenswert. Die London Bullion Market Association (LBMA) veröffentlicht zweimal täglich den international referenzierten Goldpreis, der als Basis vieler Endkundenkalkulationen dient.

Recycling, Wiederverkauf und die Rolle spezialisierter Anlaufstellen

Die Bewertung alter Elektronik unterscheidet sich krass vom klassischen Altgoldverkauf. Eine Goldausbeute aus Elektronikbauteilen ist für den Privatanwender daheim praktisch unmöglich. Denn während das Altgold, das er im Haushalt hat, oft noch massiv oder zumindest in hochwertigen Legierungen vorliegt, ist der Goldanteil im Smartphone nur hauchdünn aufgedampft oder verbaut. Dementsprechend verweisen Ankäufer für Edelmetalle bei Handys in der Regel auf die industriellen Recyclingpfade und nehmen selbst überwiegend massives Altgold, Zahngold, Barren und Anlagemünzen an.
Für ausgediente Smartphones gibt es eigene Rückgabewege. Hersteller und Netzbetreiber bieten Rücknahmeprogramme an, spezialisierte Refurbisher zahlen für funktionierende Geräte Marktpreise, kommunale Sammelstellen leiten den Elektroschrott zu zertifizierten Verwertern weiter. Die Nachhaltigkeitsdimension ist mittlerweile ein verbreitetes Argument. Laut Umweltbundesamt spart die Sekundärgewinnung von Edelmetallen pro Kilogramm Gold sehr viel Energie gegenüber der Primärförderung. Wer zu Hause sowohl klassische Schmuckstücke als auch alte Elektronik hat, sollte die Wege trennen. Für Altgold, Bruchgold oder geerbten Schmuck ist der Weg zum spezialisierten Fachbetrieb der übliche. Für Technik bieten sich Refurbish- oder Recyclingprogramme an, die auf die jeweilige Gerätegruppe ausgerichtet sind. Die Kombination aus tagesaktuellen Kursdaten, öffentlich einsehbaren Ankaufskonditionen und dokumentierten Prüfprozessen macht den Verkaufsvorgang planbarer, als er es noch vor einigen Jahren war. Wer den Marktwert kennt und die eigenen Stücke sortiert vorbereitet, kann jeden Termin in einer Ankaufsstelle mit klarer Erwartungshaltung besuchen.


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