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Reaktion auf erneute Forderung: Google wird Such-Algorithmus nicht offen legen

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Es ist kaum noch zählbar wie oft Politiker, allen voran die europäischen, in der Vergangenheit gefordert haben dass Google seinen Such-Algorithmus offen legen muss – und diesen Forderungen haben sich auch immer wieder gerne die Konkurrenten angeschlossen. Vor zwei Wochen war nun wieder der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein Torsten Albig (SPD) vorgeprescht und erneuerte die Forderung auf eine Offenlegung. Nun hat sich ein Google-Sprecher zu dem Thema geäußert und warnt vor den Gefahren dieser möglichen Offenlegung.


Immer wieder muss sich Google von allen Seiten – Politik, Konkurrenz und auch Nutzern – den Vorwurf gefallen lassen, die Suchergebnisse zu manipulieren und die eigenen Dienste zu bevorzugen. Bisher konnte Google diese Vorwürfe immer wieder entkräften bzw. musste der Konkurrenz absichtlich mehr Platz einräumen – obwohl dies dann die eigentliche Manipulation ist. Doch ohne eine Offenlegung der Algorithmen wird Google dies niemals vollständig entkräften können. Daher gibt es nun wieder einen neuen Vorstoß des SPD-Politikers.

Albig hingegen geht es nicht unbedingt um die Bevorzugung der eigenen Google-Dienste, sondern darum dass die Websuche auch seit Jahren einen sehr großen Einfluss auf die Menschen und deren Meinung hat. Das kann laut neuen Studien sogar so weit gehen, dass Google und andere Suchmaschinen durch ihre Algorithmen Wahlen entscheiden können – und an diesem Punkt ist man dann wohl hellhörig geworden. Ausgedrückt hat er seine Forderung mit den Worten „Transparenzverpflichtung für meinungsrelevante Algorithmen„.

Google hat sich dazu nun wieder einmal geäußert und dabei erst einmal die Forderung zurückgewiesen und gleichzeitig vor den Gefahren gewarnt. Wenn man erst einmal die genaue Funktionsweise des Algorithmus erklären müsste, wäre Spammern Tür und Tor geöffnet. Da auch die Schutzmechanismen zum Algorithmus gehören, könnte diese dann sehr wahrscheinlich auch sehr leicht ausgehebelt werden – so dass Viren und Trojaner ganz oben in der Ergebnisliste stehen könnten – womit die Websuche dann potenziell gefährlich wäre und ihren Nutzen verlieren würde.



Bei diesem Thema knallen immer wieder zwei Welten aufeinander, die einfach nicht zusammen passen. Beide Seiten, sowohl die Politik als auch Google, haben Argumente für ihre Position und haben natürlich ihre Gründe für die Forderungen bzw. Rückweisungen. Sollte Google aber tatsächlich einmal aufgefordert werden den Algo offen zu legen, dann würde man sich wohl eher aus dem Land zurückziehen als der Entscheidung folge zu leisten. Aber soweit muss es natürlich nicht kommen…

[Spiegel Online]


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