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DatenDialog – Wirtschaft, Politik und Experten diskutieren Privatsphäre und Datenschutz im Internet

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Gemeinsam haben sich Vertreter aus Politik, Netzwirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft am Donnerstag zu einem DatenDialog in Berlin getroffen. Bei der von Milena Bonse (ZDF) moderierten Veranstaltung standen die Chancen, Risiken und gemeinsamen Lösungsansätze zu Fragen des Datenschutzes, der Informationsverfügbarkeit und der Privatsphäre im Internet im Mittelpunkt.

Entsprechende Regelungen und die Verantwortungsbereiche aller Beteiligten werden zwischen Politik, Unternehmen, Datenschützern und Bürgern seit Längerem diskutiert. So beteiligten sich unter anderem der Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Peter Schaar, der Blogger und Internetexperte Jeff Jarvis sowie Cornelia Rogall-Grothe, Staatssekretärin des Innenministeriums und Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik, an der Veranstaltung. Der DatenDialog wurde von Google nach Vorbild britischer “Big Tent”-Debatten initiiert.

Zentral waren in den Reden und den Diskussionsrunden unter anderem der verantwortungsvolle Umgang mit Daten im Netz, Aspekte der Sicherheit, aber auch der Wert von frei zugänglichen Informationen für verschiedene Bereiche der Gesellschaft und Forschung. „Beim Datenschutz geht es nicht um die Bevormundung der Menschen und eine Beschneidung ihrer eigenen Kontrollrechte, sondern um deren Stärkung. Der Datenschutz selbst entwickelt sich auch weiter und muss die dafür nötigen Instrumentarien bereitstellen,“ erklärte Peter Schaar, der Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, in seiner Keynote.

Wieland Holfelder, Leiter von Googles Entwicklungszentrum in München, wies in seiner Eröffnungsrede zudem auf die Bedeutung der Datenschutzdiskussion in Deutschland hin: „Unser Hauptziel sollte es sein, einander zuzuhören und gemeinsame Lösungsansätze zu suchen. Viele unserer Privatsphäre-Produkte sind ‘made in Germany’.“

So wurde das Google Dashboard in Deutschland entwickelt und auch die Content Settings in Google Chrome wurden hauptsächlich in München gebaut. Heute versucht Google den Datenschutz aus Nutzersicht wahrzunehmen und die Einstellungen möglichst klar und eindeutig zu machen.

Daten Dialog, 24.11.2011 in Berlin Foto:Kai-Uwe Knoth/Google Germany GmbH

„Ist eine Gesellschaft, in der ‘Privat’ die Standardeinstellung ist, noch eine Gesellschaft?“, fragte der Publizist und Internetexperte Jeff Jarvis, der aus den USA live per Videokonferenz zugeschaltet war. Er betonte den dynamischen Wert geteilter Informationen: „Als Gesellschaft vernetzen wir uns. Das bedeutet Vertrauen, verhindert Missbrauch und ist die Grundlage unserer Zusammenarbeit.“ Sein Fazit: „Wir müssen Privatheit und Öffentlichkeit gleichermaßen schützen.“ Und der kanadische Autor und Netzaktivist Cory Doctorow betonte: „Kein Datenschutzgesetz kann die Selbstkontrolle der Nutzer über ihre Daten ersetzen.“

Im Anschluss an die gemeinsame Diskussion wurden zentrale Themen in praxisorientierten Fach-Workshops weiter vertieft – beispielsweise die Entwicklung von Datenschutzfunktionen und Privatsphäre-Einstellungen als regulärer Bestandteil von Webdiensten, moderne Ansätze der Datenschutzregulierung, die Stärkung der Medienkompetenz von Nutzern sowie das Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit im digitalen Zeitalter.


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