Google ist nicht Apple: Raus aus dem Premiumbereich; Google-Produkte werden wieder deutlich günstiger

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Google ist schon sehr lange im Hardware-Bereich aktiv und hat diesen in den letzten Jahren stark ausgebaut, insbesondere unter der unsichtbaren Dachmarke Made by Google. Mit der aktuellen Hardware-Generation scheint beim Unternehmen in puncto Preisgestaltung nun ein Umdenken stattgefunden zu haben, denn man hat etwas bemerkt, dass die Nutzer schon immer wussten: Google ist nicht Apple.


Je nach Definition könnte man sagen, dass Google bereits seit zwei Jahrzehnten im Hardware-Bereich aktiv ist: Das Unternehmen hat schon in Startup-Zeiten Server mit der eigenen Suchtechnologie angeboten – viele Jahre lang bekannt als Google Search Appliance. Danach kam die ganze Sparte erst mit dem Chromecast und den in Partnerschaft mit großen Herstellern gefertigten Nexus-Smartphones ins Rollen. Heute ist das Unternehmen mit mehreren Marken in einigen Sparten aktiv und die Hardware längst zum wichtigen Standbein geworden – wenn auch noch nicht aus finanzieller Sicht.

google launch night in

Im Herbst 2016 wurde der Startschuss für Made by Google gegeben, der von einigen Mitgliedern der Smartphone-Abteilung damals als Moment beschrieben wurde, auf den man noch in vielen Jahren zurückblicken wird. Auch wenn sich seitdem sehr viel getan hat und das Hardware-Portfolio kräftig gewachsen ist, kann man die damalige Einschätzung auch heute noch nicht unbedingt unterschreiben. Das dürfte wohl auch daran liegen, dass man sich damals einfach überschätzt hat.

Google ist nicht Apple
Google hatte trotz überwiegend kostenloser Produkte noch nie das Image einer Billigmarke, aber dennoch hatte man damals wohl zu viel gewagt und sich dem offensichtlichen Vorbild Apple etwas zu weit angenähert. Sowohl die Preisgestaltung als auch das gesamte Marketing suggerierten damals, dass die Pixel-Smartphones mit dem iPhone konkurrieren sollen. Man hatte den Neustart eher in den Premium-Bereich verschoben, dem man zwar in puncto Qualität und Produktdesign nicht ganz so fern war, doch die Nutzer waren (und sind) nicht dazu bereit, die hohen Preise für die Google-Hardware zu zahlen.

In diesem Jahr gab es einen spürbaren Umbruch in der Hardware-Strategie des Unternehmens, der vielleicht auch vom Erfolg des Budget-Smartphones Pixel 3a angetrieben wurde. Man hat endlich bemerkt, dass man auf keiner Ebene mit Apple konkurrieren kann und auch eher weniger in den Premium-Bereich gehört. Stattdessen schielt man nun auf den Massenmarkt, in dem das Unternehmen durchaus einige Erfolge vorweisen kann.


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Google-Produkte werden günstiger
Der Chromecast und der Google Home Smart Speaker sowie einige Nest-Produkte sind im Massenmarkt erfolgreich gewesen und nun versucht man das wohl auch mit den Pixel-Smartphones. Das zeigt sich daran, dass die drei neuen Pixel-Smartphones allesamt günstiger sind als ihre jeweiligen Vorgänger. Auch der neue Chromecast, der neue Nest Audio Smart Speaker und andere Produkte kosten weniger als die Vorgänger. Früher schien die Preispolitik eher eine untergeordnete Rolle zu spielen.

Vielleicht war Google auch schon immer teuer, es wurde aber nicht so sehr wahrgenommen. Mit vergleichsweise günstigen Produkten wie dem Chromecast oder den ersten Nexus-Smartphones hatte man deutlich geringere Preisvorstellungen. Das könnte natürlich auch daran gelegen haben, dass sie in Partnerschaft gefertigt wurden, während Google heute viele Entwicklungsschritte selbst übernimmt, die natürlich auch finanziert werden wollen.

Aber nicht nur bei den Produkten, sondern auch im Vertrieb ist eine Änderung zu bemerken: Im Google Store gibt es seit Beginn des Jahres deutlich öfter Aktionen, deren Ersparnis sehr viel höher als in den Jahren zuvor ist. Durfte man sich früher über 10 Prozent rabattierte Pixel-Smartphones freuen, darf man heute bei einer guten Aktion gleich einen oder zwei grüne Scheine mehr in der Geldbörse lassen. Nun ist nicht bekannt, welche Rolle der Google Store tatsächlich spielt und wie hoch deren verkaufte Stückzahlen sind, aber es ist ein weiterer sichtbarer Teil der Strategie-Anpassung.


Wie erfolgreich diese neue Strategie ist, die man freilich nirgendwo offiziell verkündet hat, bleibt abzuwarten. Die Kritiken und Bewertungen lassen durchblicken, dass man nun endlich dort angekommen ist, wo die Nutzer das gesamte Portfolio schon immer erwartet hatten: Qualitativ hochwertige Google-Produkte zum fairen Google-Preis.

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comment 3 Kommentare zum Thema "Google ist nicht Apple: Raus aus dem Premiumbereich; Google-Produkte werden wieder deutlich günstiger"

  • “die Nutzer waren (und sind) nicht dazu bereit, die hohen Preise für die Google-Hardware zu zahlen”

    Schlaue Leute. Man will ein gutes Gerät, und nicht das Marketing finanzieren.

    Das ist ähnlich wie bei Nahrung.
    Jahrelang wurden die Leute darauf gedrillt, nur teure Markenware taugt. Bei Untersuchungen findet man dann denselben Inhalt wie in Noname Produkten, häufig ist Noname sogar von besserer Qualität da Marketing wegfällt und man daher nicht auf Zwang am Rohstoff sparen muss, für ähnliche Gewinnspannen.

    • ” häufig ist Noname sogar von besserer Qualität da Marketing wegfällt und man daher nicht auf Zwang am Rohstoff sparen muss, für ähnliche Gewinnspannen.”
      Jetzt machst du dir was vor. Die Gewinnspannen bei den Noname/Eigenmarken im Supermarkt sind extrem klein, eben weil man sich nicht mehr über die Marke differenzieren kann. Gibt deswegen auch keine Rabattaktionen, die sind bereits am Limit bepreist.
      Durchaus muss bei Eigenmarken deswegen auch oft noch stärker an den Rohstoffen gespart werden, wobei die Qualität vergleichsweise trotzdem gut bleibt und natürlich auch Marken unterhalb von Feinschmeckerkost so viel sparen wie möglich. Besonders bei echten “Rohprodukten” wie z.B. Gemüse oder Nüssen macht man daher kaum/keine Abstriche.

  • Fairerweise muss man sagen, dass das ja in anderen Branchen auch funktioniert:

    – Markenbekleidung kommt aus dem gleichen Sweatshop in Bangladesh wie der Billigkram.
    – Autos werden von allen Herstellern so gnadenlos mit unsinnigen Features überfrachtet, dass man neidisch nach Indien guckt, wo man einfach eine funktionierende Büchse auf Rädern bekommt, ohne Smarte Sitzheizung.
    – Keine Bierdose, an der nicht Design, Marktforschung etc. dran war (Inklusive der angeblichen „NoNamers“, die sich sehr professionell als NoNamers in Szene setzen)

    Ich habe das ohnehin noch nie verstanden.

Kommentare sind geschlossen.