‚Erwartet ihr, dass wir freiwillig mehr geben?‘: Google-Vater Eric Schmidt verteidigt legale Steuertricks

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Globalen Konzernen wird immer wieder vorgeworfen, durch Firmengeflechte eine Vielzahl von Steuertricks auszunutzen und sich so ärmer zu rechnen, als sie eigentlich sind. An diesen Vorwürfen ist bekanntlich viel Wahrheit dran und auch Google bzw. die Alphabet-Holding nutzen solche Methoden, um jährlich viele Milliarden Dollar an Steuern einzusparen. Jetzt hat das scheidende Vorstandsmitglied Eric Schmidt diese Praktiken verteidigt.


Die großen weltweit operierenden Konzerne werden vielfach für die Nutzung von Steuerschlupflöchern kritisiert, würden sich gegenüber ihren Aktionären aber genau so erklären müssen, wenn sie eben diese nicht bis zum letzten ausnutzen würden. Zwar versucht die Politik immer wieder, diese Lücken zu schließen und wird in den kommenden Jahren auch einige Erfolge haben, aber ganz aus der Welt schaffen lässt sich das durch die teils undurchsichtigen Firmengeflecht wohl nicht. Bei den riesigen Umsätzen der globalen Konzerne kommen dabei natürlich enorme Summen heraus, die über die weltweiten Konten geschoben werden.

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Erst Anfang des Jahres wurde bekannt, dass Alphabet mal wieder viel Geld gespart hat und allein im Jahr 2017 vier Milliarden Dollar an Steuern einsparen konnte, die man ohne Verschiebungen und Firmengeflechte hätte zahlen müssen. Darauf angesprochen hat Eric Schmidt nun klar gestellt, dass diese Art der Steuervermeidung vollkommen in Ordnung ist und auch nichts Verwerfliches daran sei.

Wir müssen uns an die Steuergesetze halten – und die Steuergesetze erlauben das. Es gibt die verbreitete Annahme, dass wir in irgendeiner Form etwas falsch machen würden, aber wir folgen nur den weltweiten Steuerregelungen.

Erwartet ihr etwa, dass wir diesen Regierungen mehr geben, freiwillig?

Insbesondere der letzte Satz gibt zu Denken. Wenn einzelne Personen solche Möglichkeiten hätten und weniger Steuern zahlen könnten, sähe es mit der Moral sicher auch nicht mehr ganz so rosig aus – aber das muss natürlich jeder für sich selbst abklären. Schmidt hat zumindest soweit recht, dass die Politik gefragt ist, die Steuergesetze anzupassen. Alphabet würde nicht am Hungertuch nagen, wenn es die vier Milliarden Steuern gezahlt hätte – hätte aber einen Nachteil gegenüber der vermögenderen Konkurrenz, die das wiederum nicht tut.

Und dass Schmidt nicht gut auf die Politik, vor allem die europäische, zu sprechen ist nach drei Milliarden-Urteilen und wahnwitzigen Gesetzen auch nicht verwunderlich…

Siehe auch
» Double Irish & Dutch Sandwich: Google-Mutter Alphabet hat 2017 mehr als 4 Milliarden Dollar Steuern gespart

[WinFuture]


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