Kuriose Geschichte: YouTuber fühlt sich gemobbt, fährt 5000 Kilometer ins Googleplex & wird verhaftet

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Uploadfilter sind glücklicherweise NOCH kein Thema bei YouTube, aber dennoch verfügt die Videoplattform seit vielen Jahren über das starke Content ID-System, das Urheberrechtsverletzungen erkennen und entsprechend mit diesen umgehen kann. Manchmal agieren diese Algorithmen übermotiviert und schlagen zu früh an. Ein Mann in den USA hat sich nun von diesem System regelrecht gemobbt gefühlt, hat nur noch Rot gesehen und ist mit Wut im Bauch zum Google-Hauptquartier gefahren.


Googles Algorithmen können einen manchmal in die Verzweiflung treiben, aus ganz verschiedenen Gründen. Ob es nun die Einstufung von Gefahren, Inhalten oder auch Videos bei YouTube geht, manchmal schlägt die Erkennung fehl. Dagegen kann man meist nicht viel machen bzw. muss lange und aufwendige Prozesse durchführen (lassen). Kein Wunder also, dass man manchmal auch einen kleinen Hass auf die Videoplattform bekommen kann. Und bei manch einem verfliegt der eben schneller, bei anderen staut er sich nur auf.

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Eine kuriose Geschichte hat sich in den USA zugetragen: Ein begeisterter YouTuber wollte seine neuesten Werke auf der Videoplattform veröffentlichen und ist daran immer wieder gescheitert. Die Videos konnten zwar hochgeladen werden, sind aber kurz darauf wieder verschwunden – ganz ohne Angabe von Gründen bzw. eine Vorwarnung an ihn. Sie waren einfach Weg. Gelöscht. Das ist aber nicht nur einmal geschehen, sondern immer wieder mit verschiedenen Videos über einen nicht näher bekannten Zeitraum.

Da er sich von YouTube gemobbt fühlte, wollte er wohl nicht Support kontaktieren oder sich anderweitig beim Unternehmen erkundigen, was der Grund für diese ständige Löschungen war. Stattdessen wollte er das Problem persönlich klären und aus der Welt schaffen – und zwar nicht mit einem Anruf: Er setzte sich in sein Auto und machte sich auf dem Weg von Maine nach Mountain View – wer den Link einmal anklickt sieht, dass das eine Strecke von über 5.000 Kilometern ist, die man nichtmal eben mit dem Fahrrad befahren könnte.

Schon auf dem Weg zu seinem Ziel konnte er sich seine Wut nicht verkneifen und geriet bei einem Zwischenstopp mit einem Polizisten zusammen, der sein auffälliges Verhalten meldete und dabei erfuhr, dass der Mann schon mehrfach im Gefängnis und der Psychiatrie war. Daraufhin wurde, nachdem er bereits weitergefahren war, die Polizei von Mountain View in Alarmbereitschaft versetzt.



Als er dann tatsächlich nach mehreren Tagen sein Ziel, die Google-Hauptzentrale in Mountain View, erreichte, zeigte er sich wohl erneut von seiner besten Seite und wurde aufgrund seines aggressiven Verhaltens und ausgestoßenen Drohungen direkt festgenommen. Sein Ziel hatte er nicht erreicht, dafür aber später vom Richter noch eine Strafe von 25.000 Dollar aufgebrummt bekommen. Allerdings wäre er ohnehin an der falschen Adresse gewesen, denn YouTube sitzt nicht in Mountain View, sondern in San Bruno.

Der kuriose Auslöser
Doch nun noch einmal zurück zum Anfang: Wie sich später herausstellte, wurden seine Videos nicht von einem mobbenden YouTube- oder Google-Mitarbeiter gelöscht, sondern von seiner eigenen Frau. Sie sah sich die Videos jeweils an, stufte sie als „krank und crazy“ ein und löschte sie direkt wieder von seinem Kanal – ohne dass ihr Mann davon wusste. Offenbar hatte er das Thema aber wohl nie angesprochen oder sie wollte sich einfach nicht enttarnen, denn sonst wäre die Geschichte nicht so sehr eskaliert.

Spätesten an dem Tag, an dem er sich in sein Auto geschwungen hat, hätte sie ihm vielleicht reinen Wein einschenken sollen – hat das aber eben nicht getan. Da der Mann bereits mehrfach gewalttätig wurde und polizeibekannt war, bestand zumindest eine Sicherheitsgefahr für die Mitarbeiter im Googleplex. Zwar hat das Unternehmen einen eigenen Wachdienst, aber dennoch muss natürlich nichts riskiert werden.

Siehe auch
» Amoklauf im YouTube-Hauptquartier: Vier verletzte YouTube-Mitarbeiter; Angreiferin ist tot

» Angriff auf das Googleplex: Verwirrter Mann attackierte Googles Hauptquartier

[NBC News]


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comment 4 Kommentare zum Thema "Kuriose Geschichte: YouTuber fühlt sich gemobbt, fährt 5000 Kilometer ins Googleplex & wird verhaftet"

      • Wahnsinnig? Man wollte ihn klar in den Wahnsinn treiben. Wie wäre denn eine nicht wahnsinnige Reaktion? Unnütze Antwort eines Supports abholen und dann zufrieden sein? Letzteres ist Wahnsinn.

        • Hast du den Beitrag eigentlich gelesen? Google/YouTube hat mit dem Thema eigentlich gar nichts zu tun, es war seine Frau.
          Und bevor ich 5000 Kilometer in die Hauptzentrale eines Unternehmens fahre, bei dem ich mit Sicherheit an der falsche Adresse bin, weil der Support meist woanders sitzt, rufe ich erst einmal an.

Kommentare sind geschlossen.