Die nächste Milliardenstrafe: EU-Kommission verhängt 1,5 Mrd. Euro Strafe gegen Google AdSense

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Vor wenigen Tagen hatte es sich bereits abgezeichnet und nun wurde es umgesetzt: Die EU-Kommission hatte gut drei Jahre gegen Google ermittelt und kam nun zum Schluss, dass das Unternehmen seine marktbeherrschende Stellung sowohl im Suchmaschinen- als auch im Werbegeschäft ausgenutzt hat. Das kostet Google nun 1,5 Milliarden Euro Strafe und ist mit einigen weiteren Auflagen verbunden.


Die letzten zwei Jahre waren für Google in der EU sehr teuer: 2017 wurde das Unternehmen zu einer Strafe von 2,4 Milliarden Euro gegen die Produktsuche und ein Jahr später zu einer Strafzahlung von 4,3 Milliarden Euro gegen die Android-Bündelung verdonnert. Beides hatte nicht nur Folgen auf das Betriebsergebnis, sondern auch auf die Ausrichtung der Produkte. Jetzt gehen diese großen Strafzahlunge in die dritte Runde und Google muss erneut die Geldbörse öffnen.

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Mitte 2016 hatte die EU-Kommission angekündigt, ein drittes Verfahren gegen Google zu starten und das Werbegeschäft ins Visier zu nehmen. Nach mehr als zweieinhalb Jahren kam man nun zum Ende und hat die Höhe der Strafe verkündet: 1,5 Milliarden Euro Strafe.

Die Kommission hat heute eine Geldbuße in Höhe von 1,49 Mrd. EUR gegen Google verhängt, da das Unternehmen seine beherrschende Stellung auf dem Markt für die Vermittlung von Suchmaschinenwerbung missbraucht hat. Google zementierte seine beherrschende Stellung im Bereich der Suchmaschinenwerbung und schützte sich vor Wettbewerbsdruck, indem es für Websites Dritter wettbewerbswidrige vertragliche Beschränkungen einführte. Das verstößt gegen das EU-Kartellrecht und ist somit rechtswidrig. Die schädlichen Verhaltensweisen von Google erstreckten sich auf einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren. Google nahm anderen Unternehmen die Möglichkeit, in einen Leistungswettbewerb zu treten und Innovationen vorzunehmen, und den Verbrauchern entgingen die Vorteile aus dem Wettbewerb.

Konkret geht es um AdSense for Search, also einem Unterprodukt des normalen AdSense-Programms. AdSense for Search kommt dann zum Einsatz, wenn Webmaster ihre Suchfunktion zu Google auslagern und eine auf ihre Domain beschränkte Websuche anbieten. In dieser Suche können dann Werbebanner erscheinen, an denen der Webmaster über das AdSense-Programm mitverdient. Eigentlich eine feine Sache für alle Seiten: Der Webmaster verdient, die Nutzer bekommen eine (meist) bessere Suchfunktion als auf anderen Webseiten und Google hat mal wieder die Reichweite vergrößert.

Doch die EU-Kommission stößt sich daran, dass in dieser Suchmaschine nur AdSense-Banner angezeigt werden und keine Werbeformen von externen Anbietern eingebunden werden können. Das ist durch Googles marktbeherrschende Stellung in beiden Bereichen (Websuche und Onlinewerbung) nicht hinnehmbar, so die EU.



Ob Google nun tatsächlich externe Werbenetzwerke für dieses Produkt aufnehmen oder es einfach einstellen wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Ich tippe aber eher auf eine Einstellung, denn sonst wäre die Büchse der Pandora erst einmal geöffnet, dass externe Werbenetzwerke in Google-Produkte Einzug halten.

Doch auch wenn damit alle drei großen Verfahren der vergangenen Jahre ein Ende gefunden haben, heißt das nicht, dass die Anwälte in den sehr verfrühten Sommerurlaub aufbrechen können: Laut einem aktuellen Bericht befragt die EU-Kommission derzeit direkt Konkurrente des Unternehmens danach, ob sie sich von Google benachteiligt fühlen. Offener kann man kaum noch ausdrücken, dass hier auch eine sehr subjektive Fehde gegen Google geführt wird.

» Das Ergebnis der EU-Kommission

» Alle Artikel rund um das AdSense-Verfahren
» Alle Artikel rund um das Websuche-Verfahren
» Alle Artikel rund um das Android-Verfahren

Siehe auch
» Vor der heutigen EU-Strafe: Android wird Nutzer künftig mehrere Browser und Suchmaschinen vorschlagen

[Welt]


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comment 2 Kommentare zum Thema "Die nächste Milliardenstrafe: EU-Kommission verhängt 1,5 Mrd. Euro Strafe gegen Google AdSense"

  • Ist doch lächerlich was die EU da treibt. Sollen sie halt gescheite Steuerregeln einführen und nicht diese willkürlichen Urteile, nur weil Europa selbst nichts ähnliches vorzuweisen hat. Was passiert jetzt mit dem Geld? Bekommen das die Bürger zurück, soll damit Europa für IT fit gemacht werden. Habe so das Gefühl, dass hier eine technikfeindliche Politik betrieben wird und deshalb auch keine Alternativen eine Chance haben groß zu werden. Dieses ganze Regulieren und ahnungslose Rumgedocktere regt nur noch auf. Siehe Urheberrechtsgesetz Paragraph 13, das macht dich alles kaputt.

  • Mögliche künftige Integration externer Werbenetzwerke in das Google Produkt könnte zu noch höherer Belastung der ohne Werbenlocker surfenden Internetuser mit Werbung führen.

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