Google Chrome soll schneller werden: Neuer ‚Never-slow Mode‘ soll Webseiten nicht mehr vollständig laden

chrome 

Google arbeitet ständig daran, das Web immer schneller zu machen und hat dafür insbesondere mit dem Chrome-Browser eine gute Möglichkeit, neue Technologien auszuprobieren. Schon seit einigen Monaten arbeitet das Team an einem Never Slow-Modus, der dafür sorgen soll, dass der Browser niemals in die Knie geht und der Nutzer stets die volle Power und Geschwindigkeit zur Verfügung hat. Jetzt gibt es neue Informationen zu diesem Mammutprojekt.


Der eigentlich interessante und relevante Content von Webseiten macht heute nur einen sehr kleinen Teil einer gesamten Webpräsenz aus, während rundherum jede Menge Overhead in Form von aufwendigen Skripten, Grafiken und anderen Dingen angehangen ist. All das muss natürlich erst einmal heruntergeladen und vom Browser verarbeitet werden, was sowohl Zeit als auch viele Ressourcen in Anspruch nimmt. Doch damit könnte es bald vorbei sein.

chrome speed

Die Chrome-Entwickler arbeiten an einem Never Slow-Modus, der primär nur die wichtigsten Inhalte einer Webseite laden soll und alles weitere in den Hintergrund rückt. Das bedeutet, dass der für den Nutzer relevante Teil möglichst sofort zur Verfügung stehen soll, während alle anderen Inhalte, nicht sichtbaren Medien, Skripte oder auch Werbung erst später geladen werden, wenn wieder Rechenpower zur Verfügung steht.

Ein solches Projekt umzusetzen ist nicht nur eine Mammutaufgabe, sondern sorgt natürlich auch für jede Menge Diskussionen. Ein solcher Modus sorgt für viele kastrierte Webseiten, die gerade bei den heutigen aufwendigen Web-Apps auch reihenweise dafür sorgen können, dass nichts mehr funktioniert. Auch Googles Entwickler geben zu bedenken, dass am Ende dieses Projekts viele Webseiten falsch geladen und dargestellt werden könnten.

Selbst wenn die nachgeladenen Inhalte zu einem späteren Zeitpunkt in die Webseite integriert werden, kann das für große Probleme sorgen und dazu führen, dass der Nutzer um einen vollständigen Reload mit der normalen Variante nicht herum kommt.



Per-image max size: 1MiB
Total image budget: 2MiB
Per-stylesheet max size: 100KiB
Total stylesheet budget: 200KiB
Per-script max size: 50KiB
Total script budget: 500KiB
Per-font max size: 100KiB
Total font budget: 100KiB
Total connection limit: 10
Long-task limit: 200ms

Obige Auflistung zeigt, was die Chrome-Entwickler als langsam und somit blockierenswert einstufen. Die Grenzwerte sind, wenn man ein solches Feature denn unbedingt umsetzen möchte, meiner Meinung nach sehr gut gewählt und dürften dafür sorgen, dass es im normalen Surfer-Alltag nur zu wenigen Problemen kommt. Das große Problem sind da viel mehr die bereits angesprochenen Web-Apps, die nicht wie vorgesehen arbeiten können, wenn Komponenten fehlen.

Man muss sich natürlich entscheiden, ob es die eingesparten 2 Sekunden wert sind, das viele Webseiten möglicherweise nicht vollständig benutzbar sind. Meiner Meinung nach ist ein solcher Modus für schlechte Datenverbindungen sinnvoll, im normalen Alltag aber eher nicht. Bisher ist ein solcher Modus noch nicht im Browser nutzbar, auch nicht als Experiment. Ob es tatsächlich umgesetzt wird, steht also noch in den Sternen.

Siehe auch
» Chrome für Android: Google will JavaScript bei schlechten Verbindungen vollständig deaktivieren

» Google Chrome soll schneller werden: Neuer ‚Never-slow Mode‘ ist in Arbeit

[Chrome Story]


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comment 4 Kommentare zum Thema "Google Chrome soll schneller werden: Neuer ‚Never-slow Mode‘ soll Webseiten nicht mehr vollständig laden"

  • Einfach alles komprimiert verschicken. Javascript und CSS Files vorkompiliert im Binärformat übertragen, oder auf Token verkürzt. Dann alles lokal cachen. Heutige Geräte haben genug Speicher. Evtl. sogar nen Schwarz/Weiß Modus anbieten.
    So wie ich das sehe geht da noch einiges, um die zu übertragenen Daten zu reduzieren.

  • Die Inhalte einer Webseite werden doch sowieso nie wirklich gleichzeitig geladen. Anstatt die Reihenfolge dem Zufall zu überlassen oder der zufälligen Reihenfolge im html geht man nun hin und priorisiert die (parallelen) Ladethreads. Das ist weder eine Mammutaufgabe noch sonderlich kompliziert. Bemerkbar macht sich das, wenn viele Seiten gleichzeitig aufgerufen werden.

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