„What happend to Cory at Google?“: Neues Dokument über Googles Betriebsklima sorgt für Wirbel

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Für viele IT-Studenten ist eine Anstellung bei Google ein großes Ziel, und das hat ganz verschiedene Gründe. Mit ein Grund ist aber auch das nach außen hin immer sehr positiv dargestellte Arbeitsklima und die vielen kleinen Annehmlichkeiten. Doch die Außendarstellung bekommt immer mehr Risse, denn in der letzten Zeit häufen sich die negativen Äußerungen von Ex-Angestellten. Derzeit sorgt wieder einmal ein internes Schreiben für großen Wirbel.


Es hat gute Gründe, dass Google seit Jahren zu den beliebtesten Arbeitgebern zählt und diese Stellung auch in Deutschland einnehmen kann. Natürlich steht auch bei Google die Leistung im Vordergrund, und niemand sollte sich die Hoffnung machen nun im Paradies gelandet zu sein. Wie ein ehemaliger Mitarbeiter nun sehr ausführlich berichtet, wird das Klima unter anderem auch durch Wegschauen und Schweigen hoch gehalten.

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Ab einer gewissen Unternehmensgröße ist es vollkommen normal, dass die Hierarchien immer größer werden, man sich selbst in der eigenen Abteilung nicht mehr persönlich kennt und auch Neid, Missgunst oder gar Mobbing auftreten – traurig, aber wahr. Einige Mitarbeiter sorgten sich daher um den Lieben Frieden am Arbeitsplatz und hatten offensive Fragen zum Thema Rassismus, Sexismus und Quoten bei den Neueinstellungen gestellt. Doch das kam in den Chefetagen gar nicht gut an.

Der ehemalige Sicherheits-Ingenieur Cory Altheide wurde mehrmals von den Vorgesetzten dazu aufgefordert, solche Themen zu unterlassen und Auffälligkeiten eher unter den Tisch zu kehren als zu diskutieren. Stattdessen sei es besser, die Scheuklappen aufzusetzen, und trotz einigen auffälligen Mitarbeitern einfach die aufgetragene Arbeit zu erledigen. Ein ranghoher Mitarbeiter wird sogar mit folgender Aussage zitiert:

If the majority of your coworkers are Nazis, it is better if you don’t know about it.

Eine solche Aussage ist natürlich ein starkes Stück und hat nichts mehr mit guter Unternehmenskultur zu tun. Aber auch solch eine Aussage kann, wenn sie aus dem Zusammenhang gerissen wird, eine ganz andere Bedeutung bekommen. Also erst einmal nicht zu viel hinein interpretieren!




Die ganze Geschichte liegt bereits gut zweieinhalb Jahre zurück, wird aber erst jetzt durch ein Dokument an die Öffentlichkeit gebracht, dass in Form eines Google Docs für jeden einsehbar ist. In diesem Dokument gibt es die ganze Geschichte, Hintergrundinformationen und auch Zitate, E-Mails und einige andere Dinge zum Beweis der Vorfälle. Der Mitarbeiter ist längst nicht mehr im Unternehmen, hat sich nun aber nach längerer Zeit wohl zur Veröffentlichung entschieden.

Das Dokument besteht aus 9 Seiten und ist direkt bei Google Docs abrufbar. Wie viel Wahrheit darin steckt, oder wie viel vielleicht auch aus Wut mit eingeflossen ist, lässt sich natürlich schwer sagen. Man sollte also vielleicht nicht alles für Bare Münze nehmen, aber einige Funken Wahrheit stecken ja bekanntlich in jedem solcher Berichte. Und da Google das Arbeitsklima stets als wichtiges Argument sieht, sind solche Methoden nicht unwahrscheinlich.

Es ist nicht der erste Fall dieser Art, bei dem die Unternehmenskultur von Google in Frage gestellt wird, wie ihr in unten verlinkten beiden ähnlichen Fällen nachlesen könnt.

» Das Dokument: what happened to cory at google

Siehe auch
» Diskriminierung: US-Ministerium ermittelt gegen Google wegen unfairer Bezahlung von Frauen
» Google’s Ideological Echo Chamber: Internes virales Dokument sorgt für großen Ärger unter den Googlern
» Traum-Arbeitgeber? Ex-Mitarbeiter berichten über die negativen Seiten ihres Jobs bei Google


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comment 2 Kommentare zum Thema "„What happend to Cory at Google?“: Neues Dokument über Googles Betriebsklima sorgt für Wirbel"

  • Wenn ein Verzicht auf Privatleben und Familie ein „gutes Betriebsklima“ sein soll, und man stattdessen sein ganzes Dasein in den Dienst des Unternehmens im Austausch für belegte Brötchen stellen „darf“, dann haben manche ein extrem falsches Verständnis von „gut“.

Kommentare sind geschlossen.