Street View

Während Google wegen der Problematik um die WLAN-Daten weltweit die Street View-Fahrten aussetzt, bekommt das Unternehmen zusätzliche Probleme aus Österreich. Die Datenschutzkommission der Alpenrepublik hat Google per Bescheid mitgeteilt, dass es ab sofort keine Aufnahmen mehr machen darf.

Hintergrund ist, dass Google die WLAN-Speicherung nicht vorher angemeldet hat. Alle Daten außer den Fotos wurden inzwischen gelöscht. Im FAQ der Kommission heißt es: "Zur Klärung des Sachverhalts wurde Google Inc., USA, als registrierter Auftraggeber der Datenanwendung "Google Street View" im amtswegigen Prüfverfahren aufgefordert, bis zum 7. Juni 2010 eine genaue technische Beschreibung der Datenermittlungsvorgänge vorzulegen, sowie einen ausführlichen Fragebogen zu beantworten, dessen Inhalt im Wege der Art. 29 Gruppe auch mit den anderen unabhängigen Datenschutz-Kontrollstellen der EU-Mitgliedstaaten koordiniert wurde. Sobald die von Google eingeforderten Auskünfte eingelangt und geprüft wurden und insbesondere mehr Klarheit darüber besteht, ob tatsächlich personenbezogene Daten ermittelt wurden, die in der Meldung an das Datenverarbeitungsregister nicht enthalten sind, wird die Datenschutzkommission über weitere Schritte befinden."
Buzz

Kleine Info vorweg: Der Roll-Out wird wieder (wie bekannt) etwas dauern. Also nicht wundern, wenn das "Reshare"-Feature nicht direkt funktioniert.
Wir kennen alle unsere Web 2.0-Netzwerke: Da wäre Twitter, Facebook, FriendFeed, Blip und plapp, Flatt und satt. Und seit dem es Buzz gibt vermissen wir regelmäßig eine Funktion, die gerade die Kollaboration so ausmacht: Die Zitat-Funktion; Retweet, Teilen, ReIrgendwas. Jetzt hat auch Buzz diese Funktion intigriert. Diese ist aber etwas anders, als wir sie kennen.

Um in einem Sozialen Netzwerk richtig erfolgreich zu werden ist man meistens auf Mund-zu-Mund-Empfehlungen angewiesen. Das war was Buzz noch fehlte, denn da gab es kein Retweet oder Share oder eine allgemeine Zitierfunktion. Diese wurde jetzt eingebaut - und so funktioniert sie.

Wenn man einen Buzz sieht, der einem besonders gefällt und den man gerne mit anderen teilen möchte, dann klickt man in Zukunft auf "Reshare" (Insider sagen es wird auf Deutsch "Weitergeben" heißen).

Buzz Reshare-Button
Danach erscheint genau der selbe Buzz als neuer Buzz-Post, also etwa so:
Buzz Reshare Live
... und dann erscheint ein solcher Post:
Buzz Reshare Post

Und jetzt kommt das, was schön an den Buzz-Reshares ist: Im neuen Post steht ein Quellenverweis. Aber: Im alten Post steht ebenfalls ein Quellenverweis zum reshared-ten Post a la "1 Person hat dies öffentlich weitergegeben. - Dein Name". Damit kann der Autor schnell verfolgen, wie das Thema in der Community ankommt (wie etwa bei den Likes).

Zu den Hintergründen berichtet Google im Blog: "Reshare - ein Klick vs. zwei Klicks war eine schwere Entscheidung [...] Am Ende haben wir uns für die zwei-Klick-Variante entschieden, weil wir die Leute selbst entscheiden lassen wollen, ob sie den Post öffentlich oder privat machen wollen. Außerdem wollten wir, dass Benutzer ihren eigenen Inhalt zu dem Reshare hinzufügen", dann war noch die Frage, wenn nun zweimal der selbe Post auftaucht, was zu tun ist? Collapse ist die Antwort. Desweiteren hat man die Konversation beim Reshare unterbrochen bzw. neu begonnen, einfach um auch eine andere Seite der Meinung zuzulassen. Und wenn man damit einen Reshare mag, dann heißt das nicht automatisch, dass man den Originalen Buzz-Post mag, weil etwa der Edit so fantastisch großartig ist.

Was das genau heißt sieht man am besten an einem Beispiel. Dazu hat Google ein lustiges ASCII-Art erstellt:
Buzz Reshare: Google ASCII

Man sieht, die originale Quelle ist immer da. Und wenn Matt jetzt eine neue Konversation beginnt und bspw. ein Satz wie "Hey, schau dir das mal an" hinzufügt, dann beginnt schon wieder eine ganz neue Story. Das hat dann nichts mehr effektiv mit dem ursprünglichen Beitrag zu tun.

Bleibt noch eine letzte Frage: Warum heißt Reshare eigentlich so und nicht... Rebuzz, Quotebuzz, Re-Share oder Repost? Für die Erklärung bedarf es einige Sätze Englisch und viel Humor.
YouTube

Vor etwas mehr als zwei Wochen wurde die Google Moderator API angekündigt. Zu dem Zeitpunkt stand schon fest, dass einige Google-Services endlich aus den Vorteilen von Moderator profitieren können und so das Web mit Fragen und Antworten vereinfachen und auf eine Plattform bringen. Jetzt hat YouTube das neue Moderator-Modul vorgestellt, mit dem sich Google Moderator in den YouTube-Kanal intigrieren lässt.

Mit Google Moderator kann man - kurz gesagt - einen Benutzerkreis befragen oder Vorschläge entlocken. Das Funktioniert dann so, dass die Vorschläge, Fragen oder Ideen aus der Community kommen und die Community dann auch demokratisch entscheidet, welches die beste Idee ist.

Für YouTube ist das Modul ganz spannend, da so viele Umfragen einfacher und schneller gestaltet werden können und man so viel schneller zum Ergebnis kommt. Einige YouTube-User haben dieses Feature in ihrem Kanal bereits aktiviert und es wird schon aktiv genutzt.

YouTube: Google Moderator Modul

Hier im Beispiel von Foodwishes kann man jetzt ganz einfach eintragen, was der Internetkoch "Chef John" kochen soll und erklären soll. Das ist sehr spannend der Community zuzusehen, die sich bspw. Cupcakes oder Fisch-Takos wünschen. So kann man auch selbst seine Meinung vorschlagen und sein YouTube-Video anhängen. Das Video können übrigens auch Autoren anhängen (wie oben zu sehen), um nochmals aufzurufen. Dabei kann die Community bzw. die die den Kanal ansehen abstimmen, welche Idee davon am schönsten ist (Daumen nach oben/unten-Prinzip).

Weitere Kanäle, die aktuell auf den Zug aufspringen kann man im YouTube-Blog finden. Vielleicht ist ja auch bald dein Lieblingskanal dabei und fragt, was man noch so filmen könnte!

Zum Interface im Kanal bleibt zu sagen, dass es ziemlich einfach aufgebaut ist: Man wählt zunächst das Modul aus, gibt kurz ein Titel und eine Beschreibung an und verlinkt eventuell ein YouTube-Video. Dann hat man noch die Wahl, ob man Vorschläge, Ideen oder Fragen will; außerdem könnte man ein Start- und Endzeitpunkt der "Umfrage" einstellen.

Das YouTube-Interface für Google Moderator

Weitere Infos gibt es auf der Hilfe-Seite, die derzeit nur in Englisch live ist. 
Google Font API Auf der Google I/O hat man die neue Font-API vorgestellt, mit der sich Schriftarten über CSS und ohne die Schrift lokal zu installieren auf eine Webseite holen kann. Nun ist das erste Wordpress-Plugin erschienen, welches die Auswahl an Schriften für viele Elemente darstellen kann.Das Wordpress-Plugin kann entweder auf den kompletten Inhalt (<body>) oder Überschriften (<h1-6>), Blockquotes oder <p>- oder <li>-Tags angewendet werden. Dabei steht dem Benutzer auch noch ein individuelles CSS-Sytling zur Verfügung, wo er eigene Sachen anpassen kann. Unter den 18 Schriften aus dem Google Font-Directory kann man wählen, was eigentlich ganz clever ist. So lassen sich noch mehr Anpassungen vornehmen.» Plugin Homepage » Autor
Street View

Hamburg hatte vergangene Woche Google ein Ultimatum gestellt, wonach der Konzern einen Fragenkatalog beantworten sollte und einer der Original-Festplatten aus den Street View-Autos aushändigen sollte, damit die Datenschützer mögliche Verstöße prüfen können (wir berichteten). 

In der Sache um die WLAN-Fahrten, die mit Street View einher gingen, gibt es weiterhin ungeklärte Fragen. Vergangene Woche stellte Hamburgs Datenschutzbeauftragte Dr. Johannes Caspar Google ein Ultimatum, wonach die Festplatte ausgehändigt werden sollte und ein Fragenkatalog beantwortet werden sollte. Heute kam dazu von offizieller Stelle eine Pressemitteilung, dass Google dieses Ultimatum nur teilweise erfüllt habe.

Offen würde dem Datenschutzbeauftragten sein, warum Google SSID, Signalstärke, Verschlüsselungsmethoden, Übertragungsprotokoll und Funkkanal-Daten erhebt, wenn doch für die Lokalisierung nur die MAC-Adressen nötig wären. Weiterhin stellt Caspar immer noch die Forderung nach einer Prüfung der Software, die bei den Street View-Fahrten zum Einsatz kam, erst daraus würden sich neue Erkenntnisse ergeben. Deshalb befindet sich Google aber aktuell noch in Verhandlung mit Hamburg.

Viel wichtiger ist dem Datenschutzbeauftragten eher, dass die Festplatte (oder einer der Festplatten) ausgehändigt wird. Dieser Bitte kann Google derzeit aber nicht nachkommen, wie uns Kay Oberbeck von Google Deutschland schreibt: "Wir wollen diesen Forderungen nachkommen und haben zum Beispiel ein Street View Auto zur Überprüfung bereit gestellt. Da die Ermöglichung des Zugriffs auf Nutzdaten in Deutschland jedoch rechtliche Fragen aufwirft, die weitere Prüfungen erfordern, setzen wir die Gespräche über einen adäquaten rechtlichen Weg zum Zugriff auf die Nutzdaten fort. Wir hoffen, dass sich für diese schwierige Situation bald eine Lösung findet."
 
Dazu äußert sich J. Caspar ebenfalls in der Pressemitteilung und bittet dabei um Rückmeldung seitens Google: "Ich nehme die Sorge Googles um das Fernmeldegeheimnis und die Kommunikationsdaten der Bürgerinnen und Bürger zur Kenntnis. Inhaltlich teile ich die Auffassung von Google nicht. [...] Zudem habe ich vorsorglich die Bedenken Googles mit dem Hamburgischen Generalstaatsanwalt Herrn von Selle besprochen. Dieser hat bestätigt, dass er bei einer Übergabe der Daten an den Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit bereits aus dem Schutzzweck der anwendbaren Normen nicht von einem strafbaren Verhalten ausgeht. Es sind daher keine Gründe ersichtlich, uns weiterhin die Daten vorzuenthalten."

Sollte die Verweigerung der Daten mit den strafrechtlichen Ermittlungen im Zusammenhang stehen, so sollte das Google dem Datenschutzbeauftragten mitteilen, dass er weitere Schritte einleiten kann.
Google Mail Labs

Google Mail Icons LabsEin neues Google Mail Labs verschiebt die Icons für Buzz, Chats, Termine und Anhänge direkt neben den Sternen. Damit passt sich Google Mail etwas an Mozilla Thunderbird an, der die Icons ebenfalls links anzeigt. Der Entwickler schreibt, dass er es nützlich findet, wenn man die Icons auf der linken Seite hat und auch viele Kollegen es gut fanden. 

Um das neue Google Labs zu nutzen, ruft in Google Mail die Einstellungen und dann den Tab Labs auf. Hier sucht in der Liste, der nicht aktivierten Labs nach "Symbolspalte verschieben", aktiviert es und speichert ab.
Android

Derzeit hat Google seinen PDF-Reader für Android vorgestellt. Damit lässt sich nun mittlerweile alles aus dem Web in einem akzeptablen Format darstellen. Aber es geht weiter: "Die nächsten sechs Monate Android werden umwerfend sein!", so Andy Rubin, CEO von Android.

PDF's auf Android lesen

Wenn man Android 2.1, 256 MB RAM und 550 Mhz Prozessor in seinem Smartphone sein Eigen nennen darf, ist die neue App von Adobe sicherlich interessant: Es öffnet Multi-Touch mit pinch-and-zoom auf dem Android dem PDF-Format Tür und Tor - und das schneller als die Quickoffice-Konkurrenz. 

Leider unterstützt der Reader dabei nicht die Hauptfunktionen des Desktop-Clients wie Passwortschutz oder Formulare - dafür öffnet die Anwendung aber im Vollbild-Modus.

» Adobe Blog

Ausblick: Android in den nächsten sechs Monaten

Natürlich ist es eine Frage, wie man die Versionierung gestaltet. Android handhabt es so: Die Hersteller sind darauf angewiesen ihre Anpassungen zu machen - deshalb gibt es kein direktes Upgrade. So halten natürlich auch Hersteller und Vertreiber die Version zurück, solange sie nicht ihre Änderungen gemacht haben. Deshalb gibt es bspw. für einige Telefone kein Upgrade. Sicher wäre es für Android einfacher, wenn sie direkt die Firmware auf die Webseite stellen oder das Phone Remote updaten lassen; dann ist aber die Frage, ob nicht vielleicht ein Detail übersehen wurde oder bei dem einen Gerät dieses oder jenes Feature nicht funktioniert.

So sagt Android-Chef Andy Rubin gegenüber Gizmodo dass sich daran erst einmal nichts grundlegend ändern wird, "Auf der Plattform-Ebene ist es noch immer kompatibel, so dass die Apps im Market Place lauffähig sind. Aber ja, sie müssen sehen, wie schnell sie ihre eigenen, differenzierenden Features auf diese Basis-Plattform setzen, und das ist ein Rennen." - dass dabei Leute auf der Strecke bleiben, ist Google schon bewusst. Im aktuellen Beispiel Twitter-App für Android wäre es wie Creative Suite 5: Es würde nicht auf Windows 3.1 laufen. Neue Anwendungen bevorzugen einfach neue Betriebssysteme, so Rubin. Dennoch denkt er, dass es sich ein wenig verlangsamen wird, denn "wir bringen die neuen Versionen saisonal im Mai und September / Oktober".

Der Android-Chef nimmt kein Blatt vor dem Mund und lässt trotzdem genug Raum um noch zu spekulieren. Er weiß, dass die Tastatur eine der großen Android-Baustellen ist, dennoch ist er ein großer Freund der Spracheingabe. Das Problem hat er aber schon erkannt, wie er mitteilt: "Meine primäre Anwendungsfall ist Stimme, aber ich denke, du hast Recht, ich denke wir brauchen eine Art 'Wiederbelebung'" für die Tastatur, "Ein wenig davon, es ist nicht unbedingt die Software -- die meiste Zeit ist es doch der Touch-Screen, der das Problem ist. Du hast all diese Tests gesehen mit dem Droid-Touchscreen oder dem Nexus-Touchscreen -- die sind alle ein wenig unterschiedlich und es ist schwer eine Tastatur über alle diese Geschmäcker und Screens anzupassen"

Warum macht Android keine Ansagen? Das ist ganz einfach, wie Andy erklärt: "Wir planen nicht eins, zwei oder fünf Jahre vorher, wie es viele andere Leute tun. Es ist mehr so der Weg den eine Internetfirma gehen würde, so gibt es eine Menge Durchlauf und was wir denken ist, dass Innovationen von überall her kommen", das zeigt ja schließlich das aktuelle Beispiel Simplify Media: Man kann schnell und einfach vor (in dem Fall FroYo) dem OS reagieren und schnell auf Neuerungen einbauen oder Verbesserungen vornehmen. Denn so ist der Verbraucher wirklich sicher, das Aktuellste in der Hand zu halten. Das ist auf einem so schnell wachsenden Markt - wie dem Smartphonemarkt - sehr wichtig.

Die Frage die sich noch aufstellt: Die Lizenzierung. Aktuelles Beispiel ist der MPEG-Pool, welcher jetzt Android und co. genauer beobachten möchte. Allerdings ging es hier eher um MP3 und die Frage, ob und wie Android dafür blechen würde. Andy Rubin sagte dazu nur ganz cool: "Wenn ich einen MP3-Codec verwende, dann wird am Ende derjenige, der das Gerät verkauft und damit das Geld verdient, eine Lizenz an den MPEG-Pool bezahlen müssen [...] Wenn ich das ActiveSync-Protokoll verwende und Exchange-Server anspreche, dann muss jemand die Lizenzen an Microsoft bezahlen.", und "da gibt es keinen Unterschied zwischen Android und Anderen". Das ist also ganz klar ein Problem, welches sich bei jedem Gerät herausstellt, egal ob frei oder kommerziell.

Der Gizmodo-Autor konnte den Googler auch noch einige Sachen ausquetschen, die ganz spannend klingen: "Ich meine, es ist Game on. Da kommen Sachen, die werden Sie einfach umwerfen. In 6 Monaten. Vorher waren es 18 Monate, jetzt sind es 6 Monate", so Rubin. Dennoch will er uns nicht den Blick in die Zukunft von etwa 2 Jahren verheimlichen. So sprach Rubin von einem "Spiel mit Zahlen", "es geht exponentiell in die Höhe mit der Übernahme" - "Wir sind also quer durch die Produktkategorien vertreten, quer durch die Hersteller, quer durch die CPU-Architekturen, agnostisch, und wir haben all die Dienste, die auf die Plattform zielen, und die Plattform wird bald ziemlich breit sein quer durch diese Produktkategorien. Das gab es noch nie zuvor."

» Chromoid (Blog)