Matt Cutts zählt wohl zu den bekannsten Googlern weltweit. Cutts beschäftigt sich bei Google vor allem mit Angelegenheiten um Suchmaschinenoptimierung (SEO). Er hat 2007 einen Algorithmus entwickelt, der Google Bomben entschärfen soll.Das Interview wurde vorallem für Deutschland gemacht. Hier die Übersetzung aus dem Webmaster Blog von Google:
Deutsche Übersetzung des InterviewsHallo an alle User aus Deutschland! Ob ihr nun User, Webmaster oder ein SEO seid - ich freue mich, hier die Gelegenheit zu haben, ein bisschen mit euch zu sprechen. Ich hoffe, dass ich bald die Möglichkeit finde, auch einmal nach Deutschland zu kommen. Bis dahin bin ich froh, dass wir hier viele talentierte Googler haben, die sich um den deutschen Markt kümmern und den Kontakt zu deutschen Webmastern halten. Das Feedback, das wir durch unser Diskussionsforum von euch bekommen, nehmen wir sehr ernst und versuchen, es entsprechend umzusetzen. Ich hoffe, euch gefällt das Interview!Frage: Kannst Du uns erzählen, wie du mit Webspam in Berührung gekommen bist? Matt: Das war, als ich gerade bei Google angefangen hatte. Ich arbeitete damals am SafeSearch-Projekt, einem Filter für pornografischen Content. Damals herrschte die Annahme, dass eine Site mit hohem PageRank automatisch sauber sein sollte, da ein hoher PageRank eigentlich kein typisches Signal einer Porn-Site war. Als dann doch einmal eine derartige Site durch den Filter kam, stellte ich fest, dass es sich dabei um eine abgelaufene Domain handelte, die vom W3C, also einer großen Autorität, verlinkt war. Das war eigentlich der Moment, als ich merkte, dass einige Leute doch Wege gefunden hatten, um unsere linkbasierten Algorithmen und den PageRank auszutricksen. Meine erste Spam-Site war also eine Porn-Site - vielleicht kann ich mich auch deshalb noch so gut daran erinnern. :)Frage: Was glaubst du sind die größten Herausforderungen für Suchmaschinen in den nächsten fünf Jahren? Matt: Ich denke, da gibt es viele Herausforderungen. Eine davon ist, dass die User immer größere Erwartungen an Suchmaschinen stellen. Udi Manber, einer unserer VPs für Softwareentwicklung, hat dies gut dargestellt, indem er die Suchanfragen von vor einigen Jahren mit denen von heute vergleicht. Was damals wirklich schwierig war, haben wir heute ganz gut im Griff, was gleichzeitig bedeutet, dass die User von uns erwarten, auch bei noch komplizierteren Suchanfragen gute Resultate zu liefern. Wir bekommen also laufend kompliziertere Suchanfragen, die zunächst als unlösbare Aufgabe erscheinen, und sobald wir diese Herausforderungen geschafft haben, können wir sicher sein, dass die Suchanfragen der User noch komplexer werden.Frage: Was sind deine Empfehlungen an die Besitzer kleinerer Websites für das Ranking in den Google Suchergebnissen? Matt: Ein zentrales Element ist es, kreativ zu sein. Die meisten Webmaster kleiner Sites rechnen sich beim Start einer neuen Site keine besonderen Chancen aus, mit großen Sites bei allgemeineren Suchanfragen konkurrieren zu können. Deshalb sollten sie sich beispielsweise zunächst auf eine bestimmte Nische konzentrieren. Wenn ihr eine Site über Schuhe starten wollt, könnt ihr euch z. B. zuerst auf Schuhe für Leute mit besonders großen Füßen konzentrieren. Ich habe schon einige Webmaster kleiner Sites gesehen, die das erfolgreich angewandt haben. Ihr könnt euch dann zunächst ganz auf diese Nische konzentrieren und dadurch zu einer Art Experte auf diesem Gebiet werden. Darauf basierend könnt ihr eure Website ausbauen. Ein weiterer Vorteil bei kleineren Sites ist, dass ihr damit viel kreativer sein und schneller reagieren könnt, als es Betreibern einer sehr großen Site möglich ist. Ich habe mit einigen Webmastern großer Sites gesprochen, die mir von riesigen, jahrelangen Projekten erzählten und auf Nachfrage erklärten, dass eigentlich nur ein bestimmter Teil im oberen Bereich der Site auf allen Seiten geändert werden sollte. Es erforderte viele Monate, um die Zustimmung aller Beteiligten innerhalb der Firma zu bekommen. Als kleiner Webmaster kann man solche Änderungen hingegen schnell umsetzen, mit verschiedenen Versionen experimentieren und Dinge, die gut funktionieren, sehr schnell einbauen. Der Vorteil ist also die Möglichkeit, sehr schnell reagieren zu können und den Freiraum für Experimente zu haben, was bei großen Firmen so meist nicht der Fall ist. Ebenso haben kleinere Webmaster den Vorteil, sich eine kleine Nische suchen zu können, wo sie schnell ein Experte werden und den Status einer Autorität erreichen können.Frage: Um bei Google gut zu ranken, sollte jeder Webmaster... Matt: ...die Google Webmaster-Zentrale kennen. Ok - ich bin hier vielleicht etwas voreingenommen. Mit den Tools der Webmaster-Zentrale könnt ihr die Backlinks eurer Site prüfen, die Keywords erkennen, mit denen User nach eurer Site suchen, und ihr könnt Crawling-Fehler identifizieren, wie z. B. fehlerhafte Links oder Bereiche der Site, die nicht gecrawlt werden können. Es ist praktisch, wenn man einfach eine Übersicht haben kann, z. B. wo 404-Fehler auftreten. Außerdem könnt ihr mit den Webmaster-Tools verschiedene Statistiken aufrufen: Was ist der Abstand zwischen den Besuchen von Googlebot oder wieviele Seiten werden pro Tag gecrawlt. Eine meiner Lieblingsfunktionen ist, dass ihr eine Benachrichtigung bekommt, wenn wir glauben, dass ihr z. B. verborgenen Text habt oder sonstige Spam-Signale vorliegen - wenn eure Site beispielsweise gehackt wurde. Wir zeigen euch in solchen Fällen eine Mitteilung in unserem Nachrichten-Center an, das in verschiedenen Sprachen angeboten wird. So werdet ihr beispielsweise über URLs informiert, bei denen wir versteckten Text identifiziert haben. Wenn ihr das Problem behoben habt, könnt ihr direkt von den Webmaster-Tools aus einen Antrag auf erneute Überprüfung stellen. Es gibt hier also eine Menge praktischer Tools, mit denen ihr euch auf jeden Fall vertraut machen solltet - und sie sind alle kostenlos!Frage: Gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern, wie Google mit seinen Usern umgeht? Matt: Jeder Markt ist verschieden. Ich denke, Google tut gut daran, diese Unterschiede wahrzunehmen und inzwischen gibt es bei Google auch eine Menge Leute, die sich mit solchen Fragen beschäftigen. Ich glaube, Google muss so aufmerksam wie möglich auf die Anforderungen und Besonderheiten der individuellen Märkte reagieren. Im Deutschen werden beispielsweise häufig mehrere Worte zu neuen Worten zusammengesetzt, was im Englischen nicht der Fall ist. Es werden also unterschiedliche Techniken angewandt, was sich auch in einer unterschiedlichen Rechtschreibprüfung niederschlägt und der Art und Weise, wie wir die jeweils relevantesten Dokumente in den verschiedenen Sprachen bestimmen. Ich finde es wunderbar, dass wir so international sind und wir unsere Webmaster-Tools in einer Vielzahl unterschiedlicher Sprachen anbieten - von Deutsch bis Chinesisch. Ich finde, wir sind sehr darum bemüht, auf die Besonderheiten der verschiedenen Märkte einzugehen und herauszufinden, wie wir dort ausgezeichnete Resultate liefern können. Einige unserer Mitarbeiter beteiligen sich aktiv an Diskussionsforen und ebenso bieten wir kostenlose Foren an, wo alle Webmaster ihr Feedback hinterlassen können. Wir nehmen euer Feedback aus allen Märkten sehr ernst - diese Art der offenen Kommunikation fand großen Zuspruch auf Seiten der Webmaster und User. Wir haben einige sehr talentierte Kollegen, die sich um diese Dinge kümmern und wir freuen uns, auf diese Weise mehr darüber zu erfahren, wie wir unsere Dienste verbessern können.Frage: Schaust du bei allen Websites, die du besuchst, auch nach gekauften Links, die PageRank weitergeben? Matt: Wir machen immer Witze darüber, dass, wenn du einmal gelernt hast, Spam zu erkennen, es so ist, als ob du alle Seiten mit einer Art Röntgenblick betrachtest und dich fragst, warum jemand genau diese Links gesetzt hat - das kann also ein Segen und Fluch zugleich sein, wenn einem ständig Dinge auffallen, die dem gewöhnlichen User vielleicht verborgen bleiben. Das ist etwas, was mir ständig passiert: Bei allen Websites schaue ich fast automatisch, was diese Site gut macht und was nicht. Manchmal beeinträchtigt das einfach auch den Genuss beim Surfen, da ich mir gar keine Site mehr ganz "unschuldig" anschauen kann - aber es hilft natürlich dabei, ständig etwas dazuzulernen. Wir bekommen auch viele Spam-Reports von Usern, was sehr nützlich für uns ist. Es hilft uns sehr, wenn User feststellen, wie wir unsere Suche noch weiter verbessern können und uns entsprechend Feedback geben.Frage: Was ist die lustigste Frage, die dir bisher bei einer Konferenz gestellt wurde? Matt: Eine meiner Lieblingsfragen war: "Ich habe hier eine Menge verschiedener Sites und habe sie auch gegenseitig verlinkt, aber sie ranken einfach nicht so gut in Google und eigentlich auch nicht bei Yahoo! und ich frage mich, was ich machen muss, um das Ranking meiner Sites zu verbessern." Auf der Konferenz saß ein Kollege von Yahoo! neben mir und fragte mit einem zynischen Blick: "Ok, du sprichst von vielen Sites - um wie viele handelt es sich genau? Sind es 5 oder 10? Wie viele denn?" Der Fragende machte daraufhin einen etwas betroffenen Blick und schaute sich kurz im Raum um, nur um dann zu verkünden, dass er 1500 Sites hat - woraufhin natürlich gleich ein großes Raunen durch den Saal ging. Ebenso ist es immer wieder amüsant, wenn Leute Fragen stellen, um herauszufinden, wieviele Tricks man anwenden kann, ohne von uns entdeckt zu werden. Es ist so wie in der Schule, wenn der Schüler fragt, was denn die Fragen im nächsten Test sind. Diese Fragen gehen dann soweit, dass ich einfach nur sagen möchte: Ok - erstellt einfach eine gute Site, vermarktet sie gut und wendet "White-Hat" Optimierungstechniken an, dann könnt ihr auch ruhig schlafen und müsst euch nicht darum kümmern, wie weit ihr gehen könnt.Frage: Angenommen, Google hätte alle Spam-Probleme gelöst und du hättest auf einmal eine Menge Zeit - was würdest du dann tun? Matt: Ich bin total begeistert von Gadgets aller Art. Außerdem liebe ich Open Source, Ubuntu, Linux und all diese Dinge. Eine andere Sache, die ich wirklich mag, und das klingt vielleicht merkwürdig, sind alle Arten von Plug-ins: z. B. Firefox-Erweiterungen und Add-ons, Photoshop Plug-ins oder Wordpress Add-ons. Ich würde also viel Zeit damit verbringen, derartige kleine Plug-ins und Erweiterungen für alle möglichen Arten von Software zu schreiben. Es macht mir großen Spaß zu sehen, wie jemand ein Produkt bereitstellt, das von Usern erweitert, verändert und verbessert werden kann, um so die Funktionalitäten weit über den Rahmen des ursprünglichen Produkts auszuweiten. Wenn ich also unbegrenzt Zeit zur Verfügung hätte, würde ich sicher viel im Open Source Bereich machen und alle möglichen Plug-ins entwickeln.
BegunHeute gab Google und Rambler Media bekannt, dass die Mountain Viewer den russischen Onlinewerber Begun kaufen werden. Begun ist ein Werbeanbieter in Russland und besitzt nach eigenen Angaben über40000 Kunden. Begun gehört derzeit Rambler Media und hat letztes Jahr 225 Millionen US-Dollar umgesetzt. In den ersten vier Monaten hat das Unternehmen ein Vorsteuergewinn von 3,4 Millionen US-Dollar erzielen können.Die Übernahme soll bis Ende September abgeschlossen sein. Doch bis es soweit ist, muss erstnoch Rambler Media 49,9 % von Anteilseignern von Begun kaufen. Derzeit hat Rambler nur 50,1 %. Im Gegensatz zu anderen Übernahmen hat Google bekannt gegeben wie hoch die Kaufpreis ist: 140 Millionen $ (derzeit 88,58 Millionen ?). Rambler erhofft sich einen Nettogewinn von 50 Millionen $ durch den Verkauf.Neben dem Geld erhält Rambler aber auch die Google Suche und kontextbezogene Anzeigen von Google zur Verfügung gestellt.Rambler.ru ist das größte russische Webportal und bieten neben Werbung auch eMail und  selbst eine Suchmaschine an.» Rambler.ru » Begun.ru[Golem]
Street ViewEin Leser hat gestern Nachmittag in Wien ein Google Streetview Auto gesehen. Er schrieb mir, dass er das Auto am Ring im ersten Bezirk in Wien gesehen hat. Ein Foto konnte er leider nicht machen.Ich kann mir schon vorstellen, dass Google bei Streetview in Österreich schneller ist als bei anderen Diensten.Wenn jemand ein Foto hat, immer her damit :D[thx to: Daniel]
Google Auch im zweiten Quartal diesen Jahres hat es Google wieder geschafft den Umsatz im zweistelligen Prozentbereich zu steigern und dennoch die Anleger - wieder einmal - zu enttäuschen. Das Unternehmen hat 5,37 Milliarden Dollar (5,19 Milliarden im 1. Quartal) umgesetzt und dabei einen Gewinn von 1,25 Milliarden Dollar erwirtschaftet - im Gegensatz zu 1,31 Milliarden im 1. Quartal.Im Vergleich zum Vorjahresquartal (3,87 Milliarden) ist der Umsatz sogar um 39 Prozent gestiegen, beim Gewinn sieht es ähnlich aus. In diesem Quartal hat es Google erstmals geschafft über 3% des Umsatzes außerhalb des Werbegeschäfts zu generieren: Fast schon traditionell stammen 66% der Einnahmen (3,53 Milliarden) von den Anzeigen auf den eigenen Seiten und 31% (1,66 Milliarden) von Partner-Seiten (AdSense).Auch die Zahl der Googler ist mal wieder stark angestiegen: Während im 1. Quartal 2008 noch 19.156 Googler beschäftigt gewesen sind, sind es jetzt weltweit schon 19.604 Googler - auch hier wird also bald wieder eine Schallmauer durchbrochen. Die Börse reagiert auf diese Quartalszahlen, ebenfalls fast schon traditionell, sehr enttäuscht: Da ein Gewinn von 4,74$ pro Aktie erwartet wurde aber nur 4,63 Dollar erwirtschaftet werden konnte - gab die Aktie um 11% nach.Na dann warten wir doch mal das nächste Quartal ab... ;-)» Presseerklärung von Google » Google-Quartalszahlen in der Übersicht[heise, thx to: Jon]