Google bereitet angeblich ‘StoreView’ vor

Verfasst von Jens am 07. Februar 2010 | 10 Kommentare

Laut einem Geschäftsbesitzer in New York, ist Google gerade dabei das Projekt StreetView um eine Innenansicht von Geschäften zu erweitern – genannt “StoreView”. Dafür sollen Mitarbeiter von Google in sein Geschäft gekommen sein und jeden Zentimeter des Ladens abgelichtet haben, dadurch wäre später von zu Hause aus eine virtuelle Begehung des Geschäfts möglich. Wahrscheinlich hat sich der Ladenbesitzer die Story zwar nur ausgedacht, aber in Zukunft könnte ich mir schon vorstellen, dass Google auch vorhat IN die Häuser hineinzublicken – sofern es Sinn macht.

» Die “Beweis”-Fotos

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Google Street View in Dänemark und Schweden gestartet

Verfasst von Pascal am 21. Januar 2010 | 14 Kommentare

Street View

Google hat heute das erste Update von Google Street View im Jahr 2010 veröffentlicht. Mit Dänemark und Schweden sind nun zehn europäische Staaten online. Insgesamt gibt es Street View nun in 18 Ländern.

Von Dänemark hat Google sehr viele Straßen online gestellt, vor allem die Hauptverkehrsstraßen dürften Google erfasst haben. In Schweden sind hat m

an sich auf den Süden und einen Teil im Norden konzentriert.

Street View Schweden und Dänemark
Eine weitere gute Nachricht in Sachen Street View gibt es aus Griechenland. Google darf nun auch hier wieder Aufnahmen machen und veröffentlichen. Die Bedingung ist, dass Gesichter und Kennzeichen verpixelt werden.

[thx to: Tom]

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Stadt will 6180 € Nutzungsgebühr für Street View Autos

Verfasst von Pascal am 10. Dezember 2009 | 46 Kommentare

Street View

Die Stadt Ratingen hat auf einer Sitzung eine Sondernutzungssatzung verabschiedet. Man kam zur Erkenntnis, dass man Google die Nutzung der Straßen für die Street View nicht verbieten könnte (Artikel 12 GG), aber man wolle Google dennoch einen Stein in den Weg rollen.

Google soll für die Nutzung der Straßen von Ratingen pro Kilometer 20€ zahlen. Bei rund 309 Kilometer werden 6180€ fällig.

[via]

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Google veröffentlicht großes Street View Update: Hawaii, Mexiko, Spanien, Niederlande

Verfasst von Pascal am 10. November 2009 | 9 Kommentare

Street View

Google hat ein großes Update von Street View veröffentlicht. Ab sofort kann man Orte in allen 50 US-Bundesstaaten anschauen, denn Google hat nun auch Bilder von Hawaii veröffentlicht. Außerdem wurde Spanien und die Niederlande erweitert und Mexiko vorgestellt.

Google hat in den Niederlanden Utrecht, Den Haag, Eindhoven, Den Bosch, Tilburg und Leeuwarden hinzugefügt. Spanien besitzt nach diesem Update nun die höchste “Abdeckung” in Europa. Viele Orte und Straßen wurden hinzugefügt. Auch Teneriffa und Gran Canaria kann man nun virtuell anschauen.

In Mexiko sind die Städte Monterrey, Guadalajara, Mexico City, Puerto Vallarta , Playa del Carmen, Cozumel und Cancun online.


Größere Kartenansicht

Hier findet ihr Screenshots von allen Ländern mit Google Street View.

Demnächst soll Korea, Südafrika und Skandinavien kommen. Für Deutschland wird der Frühling 2010 angestrebt.

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Rechtsgutachten des Donaukurier: Street View verstößt gegen deutsches Recht

Verfasst von Pascal am 31. Oktober 2009 | 32 Kommentare

Street View

Der Donaukurier (DK) hat in seiner Samstagsausgabe das Aktuelle Thema “Google Street View gewidmet. Wie ein von ihm in Auftrag gegeben Guthaben festgestellt hat, verstößt Google damit gegen deutsches Recht. 

Googles Eingriff in die Privatsphäre sei “eine Missachtung der Menschenwürde”. Der Verleges des DK Schäff fordert nun den Gesetzgeber auf nicht nur Unternehmen wie Google, sondern auch gewaltige soziale Netzwerke wie StudiVZ, Facebook, Twitter und andere als potenzielle Gefahrenquelle erkannt werden und unbedingt einer strengen nationalen datenschutzrechtlichen Kontrolle unterliegen müssen. Unternehmen müsste sich von einer unabhängigen Behörde überprüfen lassen. Interview

Der Rechtsanwalt Eike Schönefelder kommt zum Schluss, dass die Fahrzeuge ohne notwendige Sondernutzungserlaubnis rechtswidrig seien und man Google deswegen mit einem Bußgeld bestrafen muss. Die Gutachter des DK Claus Köhler und Hans-Werner Moritz erklären hier eine Fragen.

Google hat dem Donaukurier am Freitag eine Stellungsnahme geschickt. In dieser findet man neben den 13 Punkten, die Google zugesichert hat, auch eine Aussage von Prof. Caspar (Datenschützer Hamburg), dass man mit der Einigung von rechtlichen Schritten absehe, da man mit den Forderungen eh schon am Rande dessen gewesen sei, was rechtlich möglich und durchsetzbar gewesen sei.

Sowohl die Landtage von Schleswig-Holstein, als auch Bayern haben in folge festgestellt, dass weitere Maßnahmen gegen Google nicht erforderlich sind. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann kommt zum Schluss, dass das Ergebnis der Verhandlungen zwischen dem Hamburgischen Datenschutzbeauftragten und Google ist aus seiner Sicht vertretbar ist und fügte später hinzu, dass die Nutzung der Land und Bundesstraßen durch diese Fahrzeuge dem erlaubnisfreien Gemeingebrauch unterliegen.

Ein Gutachten des Geodaten-Experten Forgo der Uni Hannover kommt zum Ergebnis, dass Häuserfronten egal ob mit oder ohne Hausnummer keine personenbezogene Daten sind. Google Street View ist auch ohne die Zusagen gegen über dem Hamburgischen Datenschutzbeauftragen datenschutzrechtlich unbedenklich.

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Mainz hilft seinen Bürgern beim Widerspruch gegen Street View

Verfasst von Pascal am 17. Oktober 2009 | 16 Kommentare

Street View

Die Stadt Mainz macht es seinen Bürgern einfach gegen Street View zu widersprechen. Auf mainz.de kann sich jeder einen Musterwiderspruch herunterladen. In der kommende Woche soll man sich dieses Muster auch in den Ortsverwaltungen, im Bürgeramt und an den Pforten von Rathaus und Stadthaus abholen können.

Der Oberbürgermeister weißt ausdrücklich daraufhin, dass der Widerspruch persönlich an Google geschickt werden muss. Dies kann per Mail an [email protected] oder per Post an Google Germany GmbH ABC-Straße 19 20354 Hamburg erfolgen muss.

Hier das Muster:

» Widerspruch auf mainz.de

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Street View: Jüngster Streit beigelegt – Liste jetzt auch mit Landkreisen

Verfasst von Pascal am 06. August 2009 | 14 Kommentare

Street View

Der jüngste Streit zwischen dem Datenschützer von Hamburger Prof. Dr. Caspar und Google Deutschland ist beigelegt. Caspar sagte der dpa, dass der Fehler behoben sei. Man gehe von einem Ausreißer aus.

Caspar wurde aktiv, weil ein Auto in Rheinland-Pfalz in einer ländlichen Region gesehen worden war. Google versprach Mitte Juni, dass man bis zu zwei Monate im Voraus die Fahrten ankündigen würde.

Bis gestern Abend war auf der Infoseite aber noch von Juni und Juli die Rede. Dies wurde bereits gestern Abend geändert. Google hat heute morgen die Landkreise ergänzt.

Hier die aktuelle Liste:

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Street View: Datenschützer rügt – Google reagiert

Verfasst von Pascal am 05. August 2009 | 11 Kommentare

Street View

In der Rhein Zeitung rügte der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Caspar das Verhalten von Google. In Rheinland-Pfalz wurden Autos in ländlichen Regionen gesehen, die nicht auf der Liste standen. Auf einen weitere Kritikpunkt hat Google bereits reagiert. Über der Liste steht nun August und September und nicht mehr Juni und August.

Caspar wird sich morgen (Donnerstag) erneut mit Google treffen und weiteres besprechen. Auf Anfrage der Rhein Zeitung sagte ein Google Sprecher (wahrscheinlich Stefan Keuchel), dass die Liste schnellstmöglich mit Landkreisen ergänzt wird.

Sollte es morgen etwas neues geben, werden wir selbstverständlich wieder darüber berichten.

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Street View: Google gibt Orte von Deutschland, Schweiz und Kanada bekannt

Verfasst von Pascal am 05. August 2009 |

Street View

Google hat die Info-Seite von Street View überarbeitet und gibt nun nicht mehr nur die Orte in Deutschland bekannt, wo demnächst Autos unterwegs sind, sondern auch von der Schweiz und Kanada. Leider ist diese Liste unvollständig, da auch in Österreich, Belgien und Taiwan aktuell Autos unterwegs sind.

Auf dieser Seite findet man zudem weitere Infos zu den Fahrzeugen und der Kameratechnik. Auch über die Privatsphäre informiert Google. Auch werden hier die einzelnen Datenschutzmaßnahmen wie verpixeln von Gesichtern und das Löschen von Bilder auf Antrag noch einmal erklärt.

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Letzte Fragen geklärt – Street View kann in Deutschland starten

Verfasst von Pascal am 17. Juni 2009 | 20 Kommentare

Street View

Google hat sich mit dem hamburgischen Datenschutzbeauftragen Prof. Dr. Johannes Caspar über den Start von Street View in Deutschland geeinigt. Caspar sorgte zuletzt mit einem Ultimatim für Aufsehen. Google stimmte der Löschung der Originaldaten zu.

Auch werden die Daten von Daten denjenigen, die bei dem Unternehmen Widerspruch gegen Abbildungen von Person, Grundstück oder Kfz eingelegt haben, im Rahmen einer vom Zeitpunkt der Widerspruchseinlegung abhängigen Frist nun auch in den Rohdaten endgültig unkenntlich gemacht und gelöscht. Google sicherte darüber hinaus eine zügige Umsetzung aller weitergehend geforderten Verfahrensmaßnahmen zum Widerspruchsrecht und zur Information der Öffentlichkeit schriftlich zu.

Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Prof. Dr. Caspar, begrüßt das Einlenken von google. in der bisher strittigen Frage der Unkenntlichmachung von Rohdaten: “Google hat rechtzeitig die Gelegenheit genutzt und ist auf unseren Kompromissvorschlag in allen Punkten eingegangen. Ursprünglich hatten wir zwar die Zusage der Unkenntlichmachung des gesamten Rohdatenbestands gefordert, können mit dem Ergebnis aber sehr zufrieden sein. Insgesamt wurde in kurzer Zeit viel für den Datenschutz erreicht: Dass die Rohdaten der Widersprechenden im Rahmen einer konkreten Frist endgültig unkenntlich gemacht werden, dass überhaupt eine Widerspruchsmöglichkeit der Betroffenen vor Veröffentlichung der Bilder im Internet eingeräumt wurde und dass das Unternehmen im Internet einen Link für Widersprüche einrichtet, schafft verfahrensmäßige Voraussetzungen für den Schutz des informationellen Selbstbestimmungsrechts für die Bürgerinnen und Bürger in der Bundesrepublik, die deutlich über das hinaus gehen, was Google im europäischen Kontext zugesteht.?

Weiter sagte Caspar, dass man aufgrund der Zusagen nun vom Erlass rechtlicher Maßnahmen absehen werde. Diese hätte eh nur beschränkte Wirksamkeit gehabt. Im weiteren Verlauf werde man die sachgerechte und zügige Durchführung der Zusagen genau beobachten. Auch wenn eine Überprüfung der Umsetzung der Widersprüche durch nationale Datenschutzbehörden in der Hauptniederlassung von Google in den USA nicht möglich ist, gehe man fest davon aus, dass die Verarbeitung der Daten dort wie vereinbart erfolgt. Denn künftig garantiert Google eine umfassende Dokumentation des Ablaufs des Widerspruchsverfahrens von der Einlegung bis hin zur Löschung sowie eine Beschreibung der technischen und organisatorischen Sicherheitsmaßnahmen im Umgang mit den Rohdaten.

“Damit ist der Gesetzgeber künftig gefordert, effiziente und vollziehbare Regelungen zum Schutz des informationellen Selbstbestimmungsrechts zu schaffen. Dies betrifft vor allem die völlig unbefriedigende Rechtslage, dass Datenschutzbehörden gegen die unzulässige Erhebung bzw. Verarbeitung von Daten keine Untersagungsverfügung erlassen können. Diese im deutschen Verwaltungsrecht wohl einmalige Situation, dass rechtswidriges Verhalten von der Fachbehörde nicht unterbunden werden kann und geduldet werden muss, bedarf dringend einer Korrektur. Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit ist bereit, sich an der Diskussion über eine Novellierung des Datenschutzgesetzes zu beteiligen”, so Caspar abschließend.

Google hat im Google Produkt Kompass einen Beitrag zum Thema veröffentlicht. Darin heißt es: “Selbstverständlich gewährleisten wir, dass auch die deutschen Nutzer von den umfassenden Datenschutzmaßnahmen in Street View profitieren: Von unserer innovativen Technologie zur Verfremdung von Gesichtern und Autokennzeichen ebenso, wie von der Meldefunktion, um Bilder aus Street View entfernen zu lassen. Ferner sind wir gegenüber der Artikel-29-Datenschutzgruppe die Verpflichtung eingegangen, weiterhin transparente Informationen über unsere Fahrten zu liefern und klare Bestimmungen aufzusetzen, die regeln, wie wir mit den Originalen der Bilder umgehen, die wir in Street View verfügbar machen. (Mehr Informationen dazu findet ihr hier).

Unser Dialog mit den deutschen Datenschutzbehörden hat gezeigt, dass deren Auslegung hiesiger Datenschutzbestimmungen besondere Herausforderungen mit sich bringt. Deshalb sind wir zu der Überzeugung gekommen, zur Street View-Einführung in Deutschland einige neue Funktionen zu implementieren. So arbeiten wir bereits an der Entwicklung eines Tools, mit dessen Hilfe Nutzer uns eine bestimmte Örtlichkeit nennen können (z.B. den Standort ihres Hauses), den sie nicht bei Street View veröffentlicht sehen möchten. Diese Anwendung befindet sich momentan noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Deutsche Nutzer werden aber auf jeden Fall ausreichend Zeit erhalten, dieses neue Tool noch vor der Veröffentlichung von Bildmaterial anzuwenden.”

Google Street View wird in naher Zukunft in Deutschland starten.

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Street View: Google kündigt sich an und Originaldateien werden gelöscht

Verfasst von Pascal am 16. Juni 2009 | 26 Kommentare

Street View

Googles Chef-Datenschützer Peter Fleischer hat im europäischen Public Policy Blog einen Beitrag zu neuen Datenschutz-Features von Street View veröfenntlicht. Google wird nun über die Presse ankündigen, wo als nächstes Aufnahmen gemacht werden. Außerdem werden die Daten mit Gesichtern und Kennzeichen nach einer bestimmten Zeit vernichtet.

Google hat so in den Ländern wie Schweden, Norwegen, Belgien oder auch Deutschland (siehe unten) eine Liste von Städten veröffentlicht, wo als nächste Aufnahmen für Street View gemacht werden. Diese Ankündigungen erfolgen über die Presse. Allerdings ist es nicht möglich genau zu sagen, wann eine Stadt aufgenommen wird. Google Street View ist von einigen Faktoren abhängig. Neben dem Wetter ist es sicherlich nicht gut mitten in der Nacht Fotos zu machen. Google möchte auch vermeiden, dass Stau auf den Bilder zu sehen ist.

Als zweites geht Google auf eine Frage der Artikel-29-Datenschutzgruppe ein. Diese bat Google die Originaldaten mit erkennbaren Gesichtern nicht länger zu speichern als nötig. Google erklärte der Gruppe der Datenschützer der 27 EU-Mitgliedsstaaten, dass man die Daten manchmal im Original braucht, da die Software einige Fehler macht und in Fotos Gesichter erkennt, obwohl es keine gibt. Diese Fehler muss Google durch Vergleiche korrigieren. Eines der bekanntesten Beispiel ist ein Pferd im New Yorker Central Park. Google braucht dann die Originaldatei um das Pferd wieder im “original” anzuzeigen.

Google arbeitet mit der Gruppe und seinen Ingenieure zusammen um die kürzeste Verweildauer im Rahmen der EU-Richtlinien zu bestimmen.

Hier die Deutschland-Liste von Google:

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Streit um Street View geht weiter – Rohdaten gefährdet Street View

Verfasst von Pascal am 04. Juni 2009 | 8 Kommentare

Street View

Der Datenschutz beauftrage Prof. Dr. Johannes Caspar hat sich erneut wegen Street View zu Wort gemeldet. Gestern Abend habe man mit Produktmanagern aus Kalifornien und deutschen Vertretern von Google in einer Videokonferenz die Weigerung des Internet-Konzerns Google erhobenen Rohdaten zu einem bestimmten Termin endgültig unkenntlich zu machen erörtert. Da Googles technische Argumentation allerdings nicht überzeugen konnte, werde man nun rechtliche Schritte vorbereitet.

Google hat laut der Pressemitteilung das Datenschützers aus Hamburg angegeben, dass man die Rohdaten zur Verbesserung der Technologie brauchen würde. Deswegen könne man auch die Daten nicht löschen. Weiter heißt es, dass die Argumentation Googles vom technischen Standpunkt aus nicht nachvollziehbar sei, würden nun der zuständige IT-Experte des Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit und ein herbeigezogener Experte aus dem Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz in Kiel. Dabei bekomme man auch Unterstützung vom Bundesbeauftragten für Datenschutz Peter Schar.

Dazu Prof. Dr. Caspar: “Der wirksame Schutz der personenbezogenen Daten macht es erforderlich, dass die Kamerafahrten ohne Zusage einer kurzfristigen Löschung nicht mehr fortgeführt werden. Gerade vor dem Hintergrund, dass sich die Rohdaten in den USA befinden, kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie künftig auch zu anderen als den vorgesehenen Zwecken Verwendung finden. Ich sehe allerdings juristisch keine Möglichkeit, die Fahrten selbst unmittelbar zu verbieten. Denn direkte Eingriffsmöglichkeiten sieht das limitierte Instrumentarium des Bundesdatenschutzgesetzes, das ursprünglich aus den 1970er Jahren stammt, nicht vor. Wir haben als Aufsichtsbehörde nur die Möglichkeit, eine Löschungsanordnung zu erlassen. Diese wird gegenwärtig vorbereitet. Die straßen- und ordnungsrechtlich zuständigen Landesbehörden haben darüber hinaus eigenständig zu prüfen, ob zur Sicherung des informationellen Selbstbestimmungsrechts ihrer Bürgerinnen und Bürger die rechtswidrigen Kamerafahrten künftig untersagt werden müssen.”

Aber die Verhandlungen haben auch gezeigt, dass es noch Raum für “eine einvernehmliche Lösung” geben könnte. Wenn Google in Kürze die Löschung von Rohdaten zusagt, gegen deren Erhebung Widersprüche Betroffener vorliegen und darüber hinaus die Datensicherheit für die verbleibenden Rohdaten dokumentiert, wäre zumindest sichergestellt, dass die in besonderem Maße persönlichkeitsrelevanten Daten vernichtet werden. “Dann müsste noch einmal in eine Abwägung eingetreten werden. Ich bleibe daher offen für weitere Gespräche, bin aber entschlossen, die rechtlichen Optionen auszuschöpfen, die gegenwärtig vorbereitet werde”, so Caspar abschließend.

Zuletzt wurde Caspar einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, als er Google ein Ultimatum stellte.

Ich habe mit Kay Oberbeck, Sprecher Google Deutschland, telefoniert. Er sagte mir, dass man weiterhin bemüht ist eine Lösung zu finden. Desweiteren arbeitete man International mit der Artikel-29-Datenschutzgruppe zusammen. Diese Gruppe befasst sich als unabhängige Beratungsgremium der Europäischen Gemeinschaft mit Fragen des Datenschutzes. Auf internationaler Ebene möchte man einen Weg finden, wie lange die Rohdaten gespeichert werden dürfen. In der Gruppe sitzen jeweils die obersten Datenschützer aller 27 Mitgliedsstaat der EU.

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Ultimatum: Google antwortet fristgerecht, Datenschützer stellt neue Forderung

Verfasst von Pascal am 20. Mai 2009 | 21 Kommentare

Street View

Google Deutschland hat wie erwartet fristgerecht auf das Ultimatum von Hamburgs Datenschützer Prof. Dr. Johannes Caspar geantwortet. In dem 13 Seiten langen Brief beantwortet Google die 12-Punkte von Caspar ausführlich. Doch der Datenschützer gibt sich noch nicht zufrieden.

Zwar wurde die Antwort von Google und die Zusage den Datenschutz zu wahren zwar begrüßt doch die noch fehlende Zusage, dass Gesichter sowie die Häuser von Leuten die widerspruchen haben, auch aus den Rohdaten entfernt werden, passt dem erst seit wenigen Tagen im Amt stehenden Prof. Dr. Caspar nicht.

Als Hintergrund für das Ultimatum wird nun von der hamburgischen Datenschutzbehörde eine Erkenntnis aus den Gesprächen mit Google aus der letzten Woche genannt. Es wurde bekannt, dass die Aufnahmen schon seit Monaten nicht mehr in Deutschland sind sondern zur Verpixelung und Herausnahme der Ansichten von Häusern auf Widerspruch der Eigentümer bzw. Mieter in den USA geschafft wurden.

Die Datenschützer sehen in den Rohdaten weitere “Gefahren für das informationelle Selbstbestimmungsrecht und das Persönlichkeitsrecht der Bürgerinnen und Bürger”. Caspar: “Damit wurden Fakten geschaffen, die eine begleitende Kontrolle des Verfahrens durch deutsche Datenschutzbehörden nicht mehr ermöglichen. Wir stehen letztlich mit leeren Händen da. Unter dem Aspekt einer Schutzpflicht für die Daten betroffener Bürgerinnen und Bürger bestand und besteht daher dringender Handlungsbedarf. Für den Fortgang der Kamerafahrten habe ich daher eine schriftliche Zusage gefordert, die auch die Garantie umfasst, dass Google die Rohdaten löscht.”

Diese Weigerung ist für den Datenschützer nicht verständlich und auch den Grund, dass man mit diesen die Software zur Gesichtserkennung verbessern könne, will er nicht gelten lassen. Ihm wäre es deutlich lieber, wenn die Daten unwiederbringlich gelöscht werden. Über die technische Frage, ob die Daten zur Verbesserung dienen können, soll nächste Woche eine Expertengespräch geführt werden.

Sollte man keine plausible Erklärung für die Weigerung der Löschung der Rohdaten liefern, kündigt Caspar indirekt an, dass man Spekulationen darüber entfachen werde, “was Google mit den personenbezogenen Daten vorhat. Es sei dann erforderlich, die Möglichkeiten des Datenschutzrechts auszuschöpfen, um Google zu einer Löschungszusage zu verpflichten. Man wolle alle zur Verfügung stehenden Instrumente des Datenschutzrechts einsetzen, um auf diesem Weg weiterzukommen”, so Caspar abschließend.

Der DPA hat eine Google-Sprecher ein Interview nur wenige Stunden nach der fristgerechtet Antwort gegeben. Die Einhaltung datenschutzrechtlicher Anforderungen ist zugesichert. Weitere offene Fragen werde man in den kommenden Wochen in Gesprächen klären. Hauptbestandteile vom Caspars Ultimatum waren zum einen, dass Personen sowie KFZ-Kennzeichen verpixelt werden und man gegen Street View widersprechen kann. Beides gibt es bereits. Das eine bereits – damals nur als Test – seit Mai 2008 und das andere wurde Ende April bekannt gegeben. Widersprüche sind an Google Germany GmbH, Betr. Street View, ABC-Straße 19, 20354 Hamburg oder per Mail an [email protected] richten.

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