Mitte vergangener Woche hatte Google als Reaktion auf ein neues Gesetz angekündigt, die Google News in Spanien einzustellen - und diesen Schritt hat man nun auch vollzogen. Seit Dienstag ist das Portal Offline und die spanischen Medien wurden auch aus den internationalen Versionen der News entfernt. Doch zu dem vorhergesagt Super-GAU mit einem riesigen Traffic-Einbruch für die News-Portale ist es bisher noch nicht gekommen. Am ersten Tag haben die Webseiten nur etwa 10 Prozent der Besucher verloren.
In den letzten Monaten hatte Google in vielen europäischen Ländern Probleme und Streitigkeiten mit den großen Verlagen aufgrund der Google News. Bisher konnte man sich aber in jedem Land auf Kompromisse einigen oder, wie im Fall Deutschland, ist das ganze wirkungslos versickert. In Spanien allerdings hatte Google gestern verkündet, dass man nun die Notbremse zieht und die Google News einstellen wird. Doch jetzt kämpfen die Verlage des Landes dafür, dass Google diesen Schritt noch einmal überdenkt.
Während die Google News in vielen Ländern weltweit sowohl von den Verlagen als auch von den Nutzern sehr gut angenommen werden und teilweise sogar eine existenzielle Grundlage bilden, sieht es in einigen europäischen Ländern ganz anders aus: In Deutschland hatte man Google in den letzten Jahren das Leben mit dem Leistungsschutzrecht schwer gemacht, das sich aber mittlerweile wieder in Luft aufgelöst hat. In Spanien hingegen zieht Google nun andere Konsequenzen und schließt die Google News schon in den nächsten Tagen.
Eine gefühlte Ewigkeit wurde um die Einführung des Leistungsschutzrechts gerungen, und als es dann beschlossene Sache war, wollte es eigentlich niemand wirklich haben. Google und die VG Media haben ebenfalls lange um das Leistungsschutzrecht gerungen, woraufhin die Vereinigung der Verleger vor zwei Wochen schlussendlich eingeknickt ist und der kostenlosen Verwendung der Snippets zugestimmt hat. Jetzt hat auch der Axel-Springer-Verlag endlich eingesehen, dass es ohne Google News nicht geht und ebenfalls seine Zustimmung gegeben.
Der Kampf um die Umsetzung des Leistungsschutzrechts zwischen Google und einigen deutschen Verlagen bzw. der VG Media, die eben diese vertritt, hat nun vorerst ein schnelles Ende gefunden: Nachdem Google die Daumenschrauben stärker angezogen und mit einer deutlich reduzierten Listung der News-Ergebnisse gedroht hat, sind die Verlage nun eingeknickt und haben kurz vor Ablauf eine Einigung erzielt.
Seit der Einführung des Leistungsschutzrechts liegt Google mit der VG Media darüber im Clinch, ob die Inhalte der vertrenden Verlage in den Suchergebnissen und den Google News auftauchen sollen oder nicht. Da Google zu keiner Zahlung bereit ist, hat man einfach von jedem Verlag eine Zustimmung eingeholt, die die Weiterlistung ohne Entgelt fortführt. Jetzt hat man damit begonnen, die Inhalte der rebellischen Verlage stark zurückzufahren.
Google hat mittlerweile für so ziemlich jedes Web-Angebot eine eigene App für Android & iOS veröffentlicht, doch für die Google News gab es eigentlich seit Jahren keine wirkliche Alternative zur mobilen Web-Version. Jetzt wurde das "Genie Widget", wie es schon seit einigen Jahren auf Nexus-Geräten vorinstalliert ist, von Grund auf neu designt und in die "Google News & Weather"-App umbenannt. Und diese wird ihrem Namen nun endlich gerecht und bringt die Schlagzeilen und das Wetter direkt auf das Smartphone.
Mitte Juni hat die VG Media eine Klage beim Bundeskartellamt gegen Google eingebracht und wollte das Unternehmen auf Grundlage des Leistungsschutzrechts zur Zahlung für die Nutzung von Text-Auszügen in den Suchergebnissen zwingen. Das Kartellamt hat diese Beschwerde nun abgeschmettert und hat dem Verband sogar mit Konsequenzen bei weiteren Vorgehen gedroht.
Die Google News waren in der Vergangenheit sehr gut darin, eine Webseite als News-Portal zu identifizieren und diese dann entsprechend in den eigenen Nachrichten-Aggregator aufzunehmen. Da sich im Laufe der Zeit dort immer mehr Quellen angesammelt haben, stellt Google den Webmastern nun in der US-Version eine Möglichkeit zur Verfügung, den News mehr Informationen über das eigene Portal und die Artikel zu geben.
Vor wenigen Tagen hat die VG Media Klage gegen Google eingereicht und möchte auf Grundlage des Leistungsschutzrechts nun endlich Geld vom Unternehmen sehen. Google hat sich von dieser Klage und anderen Drohungen bisher völlig unbeeindruckt gezeigt, und hat mit Auslistung aller Quellen und Verlage gedroht, die Geld für Snippets verlangen. Doch ganz so einfach will man sich von Google nicht abspeisen lassen und hat nun eine Beschwerde beim Bundeskartellamt eingereicht.