Über das Geschäftsmodell von Adblock Plus gab es schon viele Diskussionen und Kontroversen, aber dennoch erfreut sich die Software weiterhin großer Beliebtheit und hat eine riesige Nutzerbasis. Doch gestern hatte man dann völlig überraschend verkündet, in Zukunft selbst Werbung zu verkaufen und sich in ein Werbenetzwerk zu verwandeln. Dabei hatte man auch Google als Partner angepriesen, doch in Mountain View weiß man von dieser angeblichen Kooperation nichts.
Es kommt immer dicker für Google: Nachdem die EU-Kommission bereits zwei Verfahren gegen das Unternehmen führt, hat man heute nun die Eröffnung eines dritten angekündigt. In diesem Fall geht es um Googles Werbegeschäft, mit dem man ebenfalls die Konkurrenz ausgebootet und selbst die eigenen Nutzer unter Druck gesetzt haben soll. Die Vorwürfe wiegen zwar schwer, aber wirklich verständlich sind sie nicht.
Wenn die EU-Kommission ein Unternehmen erstmal ins Visier genommen hat, dann gibt man so einfach wohl nicht mehr auf: Nachdem aktuell bereits zwei Verfahren gegen Google laufen, strengt man nun noch ein drittes weiteres Verfahren an: Laut einem Bericht steht diesmal die Werbeabteilung in der Schusslinie, gegen die man derzeit Beweise und Fakten sammelt um ein weitere Untersuchung zu starten.
Millionen von Blogs und Webseiten nutzen zur Monetarisierung die AdSense-Anzeigen von Google, die sich seit vielen Jahren etabliert haben und einen guten Kompromiss zwischen "nerviger Werbung" und "kaum zu sehende Werbung" darstellen. Im Laufe der Jahre wurden immer wieder weitere Anzeigen-Produkte eingeführt und aus verschiedenen Gründen auch wieder eingestellt. Über die neu eingeführten AdSense Labs sollen nun immer wieder experimentelle Features getestet werden.
Viele Nutzer sind von Werbung im Internet genervt und blenden diese über diverse Adblock-Tools einfach aus. Einige andere könnten sich zumindest vorstellen, einen monatlichen Betrag zu zahlen, wenn sie dafür keine Werbung mehr sehen müssen. Genau an diese Gruppe wendet sich Google Contributor, das genau dies ermöglicht. Jetzt wurde die Preisgestaltung in den USA angepasst, da die meisten Nutzer wohl doch nicht uneingeschränkt dazu bereit sind.
Fast 90 Prozent des gesamten Umsatzes erwirtschaftet Google durch Werbeeinnahmen bzw. dem Verkauf von Werbeflächen. Der Löwenanteil des Umsatzes wird dabei von der Google Websuche erwirtschaftet, aber auch andere Web-Angebote, Smartphone-Apps oder Drittseiten über das AdSense-Programm spülen jährlich Milliarden Dollar in die Kassen des Unternehmens. Umso erstaunlicher sind die Zahlen, die Google heute veröffentlicht hat, und die einen Einblick in geblockte Anzeigen geben: Allein im vergangenen Jahr hat man 780 Millionen Anzeigen abgelehnt.
Immer mehr Menschen nutzen beim surfen im Internet einen AdBlocker, mit dem sie die besuchten Webseiten von jeglicher Werbung befreien und so ungestört ihre Inhalte konsumieren können. Das ist natürlich das Gute Recht eines jeden Nutzers, aber verursacht in der Medienlandschaft auch einen gewaltigen Schaden: Laut einer neuen Studie gehen der gesamten Branche allein im Jahr 2015 Werbeeinnahmen in Höhe von 20 Milliarden Euro verloren - und für die nächsten Jahre sieht es noch düsterer aus.