Street View: Bitte löschen Sie das Beweismittel nicht!

Verfasst von Tobias am 18. Mai 2010 | 8 Kommentare

Street View

Google soll nicht die Daten aus den WLAN-Fahrten löschen, das fordert der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar. Andernfalls wäre eine rechtliche Verfolgung wegen des Verstoßes gegen das Datenschutzgesetz nicht möglich. Bereits gestern hatte Google damit begonnen, in Irland die WLAN-Daten zu löschen. 

Hamburgs Datenschutzbeauftragte J. Caspar möchte die Löschung von Google genau beobachten und stellt deshalb die Forderung auf, dass vorerst keine Daten gelöscht werden, bis nicht heraus ist, ob Google gegen etwaige Datenschutzrechte verstoße. Google soll die Daten nicht löschen, da durch das sofortige Löschen Beweismittel vernichtet würden und man Google so nicht belangen kann. Ebenfalls antwortet Google nicht auf den Fragenkatalog, was dem Datenschutzbeauftragten etwas Sorge macht.

Caspar hat Google nochmals dazu aufgefordert alle nötigen Informationen der Behörde zukommen zu lassen. “Erst dann sind alle Daten – und zwar unter Aufsicht einer neutralen Instanz – zu löschen“, so Caspar, “Die Daten sind unverzüglich aus dem operativen Geschäft zu nehmen und dürfen nur noch zu Zwecken der Aufklärung verwendet werden.

Der Jurist Jens Ferner hatte bereits gestern gegen Google Strafanzeige erstattet. Ferner betreibt auch ein Webportal, bei dem er offene WLAN-Netze in die Kritik nimmt.

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WLAN: Google drohen Klagen

Verfasst von Pascal am 17. Mai 2010 | 10 Kommentare

Street View

Die Sache rund um die Erfassung von WLAN-Daten während der Street View-Fahrten hat für Google möglicherweise auch juristische Konsequenzen. Eine erste Anzeige liegt bereits vor.

Der Jurist Jens Ferner aus der Nähe von bei Aachen hat heute bei der Staatsanwaltschaft Hamburg Strafanzeige erstattet. “Sinn der Aktion ist es, das Thema rechtlich abklopfen zu lassen”, sagte er der dpa. Für Google ist der Datenschützer von Hamburg zuständig. Die Behörde wollte sich heute nicht äußern. Ein Sprecher sagte nur, dass man mit Google spreche. Es wird allerdings für morgen eine Erklärung erwartet.

Die von Google erhobenen Daten sind nur Bruchstücke von Nutzdaten, da man fünf mal pro Sekunden den Empfangskanal gewechselt hat. Verschlüsselte Netzwerke wurden nicht erfasst. 

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Street View: Erste WLAN-Daten werden gelöscht

Verfasst von Tobias am 17. Mai 2010 | 8 Kommentare

Street View

Bevor es wieder Kritik hagelt, löscht Google die ersten versehentlich aufgenommenen WLAN-Daten. Dabei handelt es sich zunächst um Daten aus Irland. Die anderen Länder sollen bald folgen. Bei der Street View-WLAN-Daten-”Panne” wurden rund 600 Gigabyte an Daten gespeichert. 

Google hat sich keinen guten Namen gemacht, als am Sonnabend herauskam, dass bei den “WLAN-Fahrten” auch WLAN-Nutzdaten-Fragmente gespeichert wurden. Dies versucht Google jetzt wenigstens etwas ins Positive zu kippen, indem es die ersten Daten löscht.

Heute wurde damit angefangen, die ersten Gigabytes an Daten aus Irland zu löschen. Dabei kommt ein Dritter (externer Gutachter) zu Hilfe, der den Prozess begleitet und Google beobachtet. In den weiteren Street View-Ländern werden Rücksprachen mit Verantwortlichen aus Regierung und Datenschutz gehalten, um die Sachlage zu beurteilen und danach die Löschung einzuleiten. Laut der Presseagentur DPA soll es bereits am morgigen Dienstag eine Mitteilung geben und über das Verfahren verhandelt werden.

Google hatte zunächst beteuert, bei den Street View-Fahrten nur MAC-Adressen und SSID’s aus WLAN-Netzen zu speichern. Am vergangenen Samstag stellte sich aber heraus, dass auch Payload (WLAN-Nutzdaten) aus den “WLAN-Fahrten” hervorging. Um den “Medienzirkus” und das fälschliche “Datenpanne” schreibt GoogleWatchBlog in der Kolumne: “Das Medienecho der ‘WLAN-Panne’“.

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Street View: Das Medienecho der ‘WLAN-Panne’

Verfasst von Tobias am 16. Mai 2010 | 10 Kommentare

Street View

Am gestrigen Sonnabend informierten wir, dass bei den “WLAN-Fahrten” um Street View auch Nutzdaten gespeichert wurden. Diese Panne sei ein Irrtum gewesen und werde unter genaue Beobachtungen geraten. Viele Medien haben darüber berichtet, allen voran die Print- und Onlinemedien. Wir haben aufgedröselt, wie die Meinungen zu dem Debakel sind.

Peter Schaar; Blogeintrag “Google erfasst „versehentlich“ Inhalte der WLAN-Kommunikation”: 

Alles war also ein Versehen, ein Softwarefehler! [...] Folgt man dieser Erklärung, heisst dies: Die Software wurde eingesetzt, ohne dass sie vorher hinreichend getestet wurde. [...] Erst als der Hamburgische Datenschutzbeauftragte sich nicht mit den Erklärungen des Unternehmens zufrieden gab und den Code und die Daten sehen wollte, fiel dem Unternehmen sein Missgeschick auf.
[...]
Das Unternehmen hat jetzt die Chance, die Kritik zu entkräften, [...] Nur so wird sich klären lassen, ob es sich um die systematische Verletzung des Datenschutzes oder eben nur um eine kleine Fahrlässigkeit gehandelt hat.

Kontra Street View: Bundesdatenschutzbeauftragter Peter Schaar über eine Panne, die erst neulich entdeckt wurde und erst bekannt gegeben wurde, nachdem das OK für Street View kam.

FAZ.net; “Schlamperei oder Vorsatz?”: 

Allgemein anerkannt ist, dass Google über viele der besten Programmierer der Welt verfügt. Die Software der Street-View-Fahrzeuge wurde angeblich vor dem Einsatz getestet, auch hinsichtlich des Datenschutzes. Und doch soll jahrelang niemandem aufgefallen sein, dass aus Versehen hunderte Gigabyte an Nutzdaten erhoben wurden?

Kontra Street View: FAZ begründet die Unglaubwürdigkeit mit der Mensch-Maschine-Theorie; Google ist unfehlbar, obwohl es auch nur Menschen sind.

Tagesspiegel.de; “Google liest mit”: 

Der Fall macht erneut deutlich, wie groß Googles Macht – und wie wichtig auch die Verschlüsselung privater Funknetze ist.

Objektiv: Sowohl Google als auch die Nutzer der offenen WLAN-Netze bekommen ihr Fett ab.

ZDF “heute”; “Google nach Datenpanne in Kritik”:
Objektiv, aber leider als Aufhänger für die ganze Sendung. Es sieht sogar so aus, als gäbe es keine wichtigeren Themen.

ARD “Tagesschau”; “Jahrelange Aufzeichnung persönlicher Nutzerdaten bei “Street View”-Erfassung”:
Sehr objektiv

Rhein-Zeitung-Blog; “Der Böse Google hat nur geraucht – nicht inhaliert!”:

Wer nicht imstande ist, ein paar Einstellungen an seinem WLAN-Gerät zu tätigen, der sollte darauf verzichten und sich ein Kabel legen [...] Die ganze Aufregung um die erfolgreiche und viel Nutzen stiftende Internetfirma – die zugegeben zu oft zu leichtfertig oder blauäugig mit dem sensiblen Thema Datenschutz umgeht – ist wieder mal ein Sturm im Wasserglas. Doch gut geeignet, um mit populistischem Geschwätz von wichtigeren, hausgemachten Problemen abzulenken.

Pro Street View: Die Anwender sind klar Schuld und die Politiker wetzen ihre Probleme auf Google ab…

Jörg Schieb, WDR; “Die Sache mit der Glaubwürdigkeit”:  

Richtig schlimm ist, dass Google offensichtlich nicht mal selbst weiß, welche Daten erhoben, gespeichert und verarbeitet werden – und das ist dann doch mehr als nur bedenklich. Das ist eigentlich ein Skandal. [...] Immerhin hat Google sein Vergehen in einem Blogeintrag selbst zugegeben. [...] Denn da fragen sich natürlich nicht nur Laien, sondern auch Daten- und Verbraucherschützer in aller Welt: Welche Daten speichert Google noch – ob nun versehentlich, wissentlich oder willentlich!?

Kontra Street View: Google soll seine Unternehmenspolitik grundlegend ändern. Wenn selbst Google nicht weiß, was sie speichern, wer dann?

Wall Street Journal; “Google sagt, dass es versehentlich Nutzdaten gesammelt hat”:

“Es ist ein weiteres Beispiel, wie dieses Unternehmen nicht die Gewalt über diese Unmengen an Daten hat”, sagte Jeff Cheaster [...] Center for Digital Democracy. 

Sehr objektiv, mit einem unabhängigen Berater vom Zentrum für Digitale Demokratie

gulli.com; “Street View: WLAN-Scans griffen auch Nutzdaten ab”: 

Mit dieser Tat dürfte das Vertrauen in Google einen erneuten Tiefpunkt erreicht haben. Auch wenn es sich bei den gesammelten Daten nur um einzelne Fragmente handelt. Verschlüsselte Daten (bspw. HTTPS) seien nicht erfasst worden. Wie der Sprecher mitteilte, nehme Google den Vorfall jedoch sehr ernst.

Objektiv bis zum letzten Absatz, dann Kontra

Caschy’s Blog; “Google WLAN”: 

die meisten aktuellen Router werden werksmäßig bereits mit aktivierter Verschlüsselung ausgeliefert. Wer ein offenes WLAN betreibt, ist selber schuld und hat wahrscheinlich ganz andere Probleme als ein vorbei fahrendes Auto von Google. Nämlich jeden anderen, der in seinem Umfeld wohnt und böse Absichten hat.

Pro Street View: WLAN-Nutzer sind in der Verantwortung, nicht Google.

Chromoid; “Google Street View: Ein paar WLAN-Daten mehr”:

Es hört sich überhaupt nicht nach einem Datenskandal an, eher nach einer technischen und organisatorischen Panne [...] Aber auch wenn niemand etwas mit den aufgefangenen Datenschnipseln hätte anfangen können [...] Andere sammeln weiter: [...] Natürlich werden solche Daten auch weiterhin gesammelt. Das darauf spezialisierte Unternehmen Skyhook Wireless macht es weltweit und auch in Deutschland. Auch das öffentlich geförderte Fraunhofer-Institut IIS ist seit Jahren damit beschäftigt, ohne dass jemand darin datenschutzrechtliche Probleme gesehen hätte. Es sind öffentlich ausgestrahlte Daten der Access Points.

Pro Street View: Eine ziemlich kontroverser Kommentar an die Medien und an die Politiker, die Google scheinbar als ihre Hauptaufgabe sehen.

Kristian Köhntopp; “Wie man aus Versehen WLAN-Daten mitschneidet”:

Insofern ist die Erklärung für den Ablauf der Dinge, die Google uns gibt, schlüssig und plausibel. [...] Alles in allem finde ich das recht gut nachvollziehbar und geradezu vorbildlich gehandhabt, und verstehe die Hysterie und das Fingerzeigen in der Berichterstattung nicht. Oh, und falls einer von Euch noch ein ungesichertes WLAN am Laufen hat ohne AP-Betreiber zu sein – oder über ein beliebiges öffentliches Netz noch unverschlüsselt kommuniziert: Bitte ändert das. Wir haben 2010 und nach dem BGH-Urteil ist das sowieso… leichtsinnig.

Pro Street View: Sehr detaillierte Analyse der Situation. Wirklich jedes kleinste technische Detail wurde hinterfragt. Die Meinungen (z. B. vom “SPIEGEL”) auseinander genommen und daraus einen sehr lesenswerten Blogeintrag gebastelt.

vowe dot net; “Wer hat Angst vorm Butzemann?”:

Google fährt also mit Autos durch deutsche Städte, um die Mails von Leuten abzuhören, die zu blöd sind, ein WLAN abzusichern. Also nicht die ganzen Mails, sondern die Pakete die binnen der 0,2 Sekunden zufällig übermittelt wurden, in denen das Auto vorbeifuhr. [...] Statt die Position, nicht die Daten, bei Skyhook zu kaufen, will Google die Daten nun selbst erfassen, wenn sie sowieso die Häuser abfotografieren. [...] Wer so ein offenes WLAN betreibt, ist nicht so sehr in Gefahr, von Google “abgehört” zu werden, sondern eher von seinem Nachbarn, der ein größeres Interesse daran haben könnte, was man so hinter seinen Gardinen treibt.

Pro Street View: Volker Weber über die “Dummheit” von WLAN-Netz-Betreibern

Vielen Dank an Pro Google Street View für einige Quellen!

Zum Schluss sei noch gesagt: Das waren noch lange nicht alle Kommentare und Nachrichten zu diesem Thema. Nur die wichtigsten, die erwähnenswert sind. Nun zu unserem meinem kleinen Kommentar (muss nicht unbedingt dem der ganzen Redaktion entsprechen):

Google Street View – Ein Dienst, der Schlagzeilen wie kein Zweiter macht. “Ohh, die böse Datenkrake möchte unser Privatleben erschnüffeln und schickt seine Drohnen los”, höre ich immer wieder aus allen Ecken. Das ist aber nicht ganz richtig, denn Google setzt sich dafür ein, dass es in Zukunft mal voran geht. Wenn mir in 5, vielleicht 6 Jahren jemand sagt “du, ich hab da einen Service, der zeigt mir Straßen in 3-D an”, dann sag’ ich dem natürlich: “Das hat Street View schon vor 8 Jahren gemacht”. Hier geht es nicht darum, wer die größte Sammelleidenschaft hat, sondern wie man die Welt am Besten in diese Kiste bekommt, wo ihr grade lest, die sich Internet nennt.

Wer bitte nicht im Street View landen möchte, der kann ja gerne das Google-Formular nutzen, welches demnächst schon uns erfreut, und widersprechen. Das geht auch per Post (ja, wir vom GwB haben das schon oft erwähnt). Bleibt nun die Frage: Was veranlasst Google dazu, WLAN-Netze mitzuschneiden und dann auch noch Inhalte dieser WLAN-Fahrten. Die Frage lässt sich schnell beantworten, wenn man sich Unternehmen, wie Skyhook Wireless anschaut. Eigentlich eine unscheinbare Firma, die an Apple verkauft. Betrachtet man das aber näher, sieht man, dass Skyhook WLAN-Netze erfasst, um ebenso – ohne GPS-Daten – an den Standort zu kommen. Würden wir davon ausgehen (nein, ich möchte nichts unterstellen), dass Skyhook nebenbei in offene Netze eindringt, um bspw. nach Hause zu telefonieren, dann wäre das bestimmt nicht schlimm; die Firma würde es ja für sich tun. 

Ich möchte hier Googles WLAN-Sammelei nicht gut heißen, ich möchte aber auch mal klar machen, was das eigentlich heißt: Google hat gezeigt, wie viele offene WLAN-Netze es gibt. Bei einer Größe von 600 GB an Nutzdaten-Fragmente und 5 WLAN-Netze pro Sekunde kommen nicht viel (brauchbare) Daten an. Dennoch wird ein riesiger Medienzirkus veranstaltet und Google als Buhmann hingestellt, der seine Technik nicht im Griff hat. Und das alles geschieht, um scheinbar von Problemen abzulenken, die im Moment sehr viel wichtiger sind. Und statt den Bürgern Schulungen anzubieten, haut man noch richtig auf Google. Also surft der Nachbar oder die Tochter von der aus dem 3. Stock fröhlich und munter weiter, weil war ja nichts gewesen – Google war ja der, der das WLAN-Netz offen hatte.

Die “Panne” zeigt ganz deutlich: Die Medien reißen sich um jede News, die sie bekommen können. Anstatt die Bürger für mehr Sicherheit aufzurütteln, wird der Bösewicht Google davor geschoben. Das alles wäre nicht passiert, wenn viele Leute gleich ihr WLAN verschlüsselt hätten. Dann können auch keine IIS-Assistenten der Fraunhofer oder keine Skyhook Wireless-Leute an die Daten. Echt traurig. Ich finde, langsam muss mal richtig die Bombe platzen; warum machen sich unsere Verbrauchermagazine, -schützer und Datenschützer nicht einmal auf den Weg nach offenen WLAN-Netzen?

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Street View: Auch Datenpakete wurden gespeichert; Bundesregierung empört

Verfasst von Tobias am 15. Mai 2010 | 14 Kommentare

Street View

Google hat einen grundlegenden Fehler begangen. Zunächst hat man die Medien getäuscht, indem man sagte, dass keine “Payload”-Daten (also Datenpakete) gespeichert werden, sondern nur MAC-Adressen und SSIDs. Dies berichtigte Google in einem sehr entsetzlichen Blogeintrag; es sei “ein Irrtum” gewesen, denn man speichere knapp 600 Gigabyte an Daten. Das gefällt der Bundesregierung ganz und gar nicht.

Man hatte im April noch groß geschrieben, dass die Autos nur WLAN-Daten speichert, die man von außen einsehen kann. Jedoch war dies nicht ganz richtig, wie man heute im Google-Blog bedauert: “Aber jetzt ist klar: Wir haben versehentlich Payload-Daten-Proben von offenen (z. B. nicht Passwort-geschützten) WLAN-Netzen gesammelt, obwohl wir diese Daten nie irgendeinem Google-Produkt verwendet haben“, so könnte man sehen, dass sie in das WLAN-Netz eingebrochen sind, um sich die Daten zu angeln. Allerdings haben sie immer nur Fragmente gesammelt, wie es weiter heißt, “… wir haben nur Daten-Fragmente vom Payload gesammelt, weil: Unsere Autos sind unterwegs; jemand müsste das Netzwerk benutzen, wenn das Auto vorbeifährt; und unser In-Car-Equipment wechselt den WLAN-Kanal automatisch und ruckartig fünf mal in der Sekunde. Außerdem sammelten wir Information nicht, die über sichere, Kennwort-geschützte WiFi-Netzwerke reist.

Google gibt die Verantwortung auf einen Software-Entwickler ab: Der Soll 2006 an einem experimentellen Code gearbeitet haben, der alle Arten von WLAN-Daten aufzeichnet. Jedoch hat keiner überprüft, ob auch Payload aufgenommen wird und so ging das Debakel los.

Damit nicht noch mehr Schaden mit diesen Daten angestellt wird, möchte Google aber so schnell wie möglich, die riesigen Datenmengen beseitigen und möchte vorsorgen. Dazu trennt Google die Street View Autos vom Netzwerk. So kommt erstmal keiner an die Daten. Dann sollen die Daten so schnell wie möglich gelöscht werden. Außerdem sollen Dritte an Google’s Hand, die den Prozess weiter überwachen, damit “Google vertrauenswürdig” bleibt.

Damit Google auch noch seinen Kopf behält, hat man im selben Atemzug die Erwähnung von Google Search in SSL gebracht. Diese soll nächste Woche starten und als erste Suchmaschine der Welt standardmäßig SSL aktiviert haben.

Die Sache hat einen richtig derben Nachgeschmack, denn Google hat Behauptungen aufgestellt, die gar nicht richtig waren. Das kommt auch bei der Bundesregierung sehr schlecht an und ein Sprecher von Ilse Aigner (wir erinnern uns an den Street View-Deal) zeigt sich erbost gegenüber Google und fordert die Politik auf, etwas dagegen zu unternehmen. So sagte ihr Sprecher gegenüber dem Nachrichtenmagazin SPIEGEL: “Nach den uns bisher vorliegenden Informationen ist Google über Jahre offenbar illegal in private Datennetze eingedrungen”, die Vorgänge seien “alarmierend” in jeder Hinsicht. Für Google “ist Datenschutz” “ein Fremdwort”, so Eichle (Sprecher von Aigner). Man werde diesen Fall “nicht auf sich beruhen lassen”.

Auch Aigner selbst hat sich nochmals gegenüber SPIEGEL ONLINE geäußert: “Es ist befremdlich, wenn ein Konzern wie Google auf mehrfache Nachfrage einräumen muss, dass er selbst nicht weiß, welche Daten er von Bürgern gesammelt hat“, und der Sprecher fordert, dass alle Karten auf den Tisch gelegt werden müssen und Google endlich zugeben muss “welche Daten bei Street View erfasst, gespeichert, vernetzt und vermarktet werden”. Aigner selbst findet die Google-Informationspolitik “schwer erträglich” und fordert mehr Offenheit für die Bürger.

Google hat Zugeständnisse gemacht und bedauert diesen Vorfall. Aber auch als Bürger schwindet langsam das Vertrauen in den Suchgiganten. Google hat nicht mit offenen Karten gespielt und wird dafür jetzt bestraft. Was dem Konzern aber als Pluspunkt anzurechnen ist, ist die Tatsache dass man wenigstens zu einer Stellungnahme im Blog bereit war und Fehler eingesehen hat. Oft genug sieht man bei Firmen, dass Daten-Skandale und Lecks einfach der Öffentlichkeit überlassen werden; man antwortet einfach nicht auf Presse-Schreiben oder spielt es als Eklat bzw. Fauxpas herunter. Google muss sich jetzt aber der genauen Begutachtung der Regierung unterstellen, wenn Street View wirklich online kommen möchte. Es ist aber abzusehen, dass die Bundesregierung und die Bürger noch misstrauischer werden und weiter nachbohren.

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YouTube: Neue Datenschutz/Sharing-Option ‘nicht aufgeführt’ (Update)

Verfasst von Tobias am 12. Mai 2010 | 4 Kommentare

YouTube

Jeder kennt irgendwie das Problem: YouTube bietet nur zwei Optionen, wer das Video sehen darf bzw. an wem das Video gesendet werden darf. Da ist einmal “Privat” und dann ist “Öffentlich”. Die neue Option “nicht aufgeführt” bzw. “unlisted” fügt das YouTube-Video hinzu, es wird aber nicht in die Suche aufgenommen. Nur wenn man den YouTube-Link kennt, kann man es anschauen.

Wer öfters Videos bei YouTube hochlädt, wird sicherlich das Problem kennen: Die zwei Optionen “entweder ganz oder gar nicht” reichen nicht aus. Man möchte schon mehr als 25 Leuten das Video zeigen, allerdings soll es nicht jeder gleich auf Anhieb in der YouTube-Suche sehen. Um diese Option zu erfüllen, hat YouTube jetzt die “unlisted” (zu dt. “nicht aufgeführt”)-Option eingeführt. Diese ist, wie der Name vermuten lässt, so ausgelegt, dass YouTube-Videos mit “unlisted” nicht in der YouTube-Suche oder allgemein im YouTube Browser aufgeführt werden. 

YouTube: Unlisted Videos

Der Rollout soll in den nächsten Tagen stattfinden, bis dahin muss man wohl noch die zwei bisherigen Optionen benutzen oder sein Video etwas kryptisch nennen ;))

Wie uns aufgefallen ist, ist der Blogpost etwas zu früh mit dem Rollout erschienen und wurde ganz schnell gelöscht. Aber die Hilfe-Seiten dazu sind noch online. (20:58)

Update: Der Blogpost ist wieder da und man hat jetzt den Rollout begonnen. Es wird aber -erfahrungsgemäß- ein paar Stunden dauern. (+1, 16:52)

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BITKOM: Street View-Deal ist ‘politischer Aktionismus’

Verfasst von Tobias am 07. Mai 2010 |

Street View

Der BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer hält den Street View-Deal mit Ilse Aigner von letzter Woche für überflüssig, das berichtet die Nachrichtenagentur DPA. Das Vorhaben ist für Scheer insofern überflüssig, als dass Street View die Gesichter und KFZ-Kennzeichen schon längst unkenntlich macht. 

Es hagelt scharfe Kritik zum Abkommen, welches letzte Woche zwischen Google und dem Bundesrat beschlossen wurde. BITKOM–Präsident August-Wilhelm Scheer äußerte sich heute in einem Interview: “Der Entwurf ist vor allem eines: politischer Aktionismus” - das Vorhaben richte sich auch gegen Anbieter von Navigationsdaten für Autos, Satellitenbildern oder Luftaufnahmen. Der Gesetzentwurf sei unnötig. Schon heute mache Google Street View Gesichter und Nummernschilder unkenntlich. Jeder könne auch der Abbildung seines Wohnhauses widerspreche, so Scheer. 

Dennoch hält Hamburgs Senat Till Steffen dagegen, dass Selbstverpflichtung alleine nicht ausreiche: “Wir brauchen hier eine faire Regelung, gleiche Regeln für alle Wettbewerber in diesem heiß umkämpften Markt”. Das gelte auch für Google. Bürger müssen selbst die Wahl haben, ob sie an Diensten wie Street View teilnehmen möchten oder nicht.

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner hatte vergangene Woche einen Street View-Deal mit Google ausgehandelt. Demnach sollen Bürger schon im Voraus die Möglichkeit haben, Persönlichkeitsrechte bei Google anzumelden und damit sich in Street View unkenntlich zu machen. Dies gilt auch für KFZ-Zeichen und Gebäude, die eindeutig identifizierbar sind. Allerdings wurde seitens Google auch da schon gesagt, dass in den Google Privacy Regeln festgelegt ist, dass kein Gesicht und kein KFZ-Zeichen in Google Street View auftaucht, sondern unkenntlich gemacht werden. Auch die Einspruchsmöglichkeit ist nicht neu.

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Sechs Monate Google Dashboard

Verfasst von Tobias am 05. Mai 2010 | 2 Kommentare

Accounts

Vor sechs Monaten ging das Google Dashboard online. Seitdem hat sich mehr getan: Viele Services wurden hinzugefügt – und das Dashboard kann täglich 10,000 eindeutige Besucher verzeichnen.

Seit dem Launch im November 2009 sind viele Services im Dashboard aufgetaucht: Sites, Maps, Books, Webmaster Tools, Buzz, Goggles, Sidewiki und Analytics. Das bedeutet: Google stellt die möglichst größte Transparent für Benutzer her – und verbessert das Tool ständig auf Feedback der Community.

“Wenn du noch kein Blick auf Dein Dashboard geworfen hast, dann klick doch jetzt drauf!“, so Google zum halbjährigen Geburtstag.

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Der Street View-Deal mit Aigner

Verfasst von Tobias am 30. April 2010 | 6 Kommentare

Street View

Google ist mit Aigner zusammengetroffen. Dabei wurde das weitere Vorgehen beschlossen. Google möchte sich an die Vorgaben aus Hamburg halten. Wir haben mit Google gesprochen und das Gespräch hinterfragt.

Hamburgs Datenschützer und Ilse Aigner haben mit Googles Sprechern eine Vereinbarung getroffen. Oder eher gesagt mehrere Vereinbarungen, die nun für Googles Street View bindend sind. Größtes Anliegen war für die Datenschützer, dass man Personen, Häuser und KFZ-Zeichen schon im Voraus entfernen lassen kann. Dem hat Google zugesagt. Der 13 Punkte lange Aigner-Pakt ist auch online verfügbar.

Darin zu finden: Die Zusicherung von Google, dass man
- Gesichter
- Kfz-Zeichen
- Gebäude/Grundstücke
noch vor der Veröffentlichung unkenntlich machen wird. Gebäude und Grundstücke können per Widerspruch angefochten werden und allerdings müssen die Grundstücke/Gebäude identifizierbar sein (Hausnummer, Besonderheit oder Ähnliches). Google wird dann “zeitnah” die Widersprüche bearbeiten und entsprechende Objekte/Individuen retuschieren. Im Nachhinein hat eine Person oder Eigentümer immer noch das Recht, gegen Gesichter/Kfz-Zeichen/Gebäude vorzugehen. Dieses Recht sieht folgendermaßen aus:
In einigen Rathäusern liegen Listen für Widerspruch-Ansprüche aus. Diese werden dann gesammelt und regelmäßig an Google gesendet. Weiterhin hat jeder die Möglichkeit, per Post zu widersprechen:

Google Germany GmbH
betr.: Street View
ABC-Straße 19
20354 Hamburg

Eine andere Möglichkeit besteht per Formular auf google.de/streetview, dieses wurde von uns zuletzt schon verlinkt und zeigt auch auf die umfassenden Hilfeseiten von Google.

Die Rohdaten darf Google erstmal intern weiterverwenden, um die Prozesse (unkenntlich machen) durchzuführen. Danach müssen die Daten allerdings entweder vernichtet werden oder von Google komplett unkenntlich gemacht werden. Google hat dafür 2 Monate zeit. 

In der Praxis sieht das Verfahren dann so aus, dass man Widerspruch einlegen kann: “Google hat gegenüber den deutschen Datenschutzbehörden zugesagt, vor der Veröffentlichung von Abbildungen aus Deutschland eine Funktion zur Verfügung zu stellen, mit der jeder der Veröffentlichung einer Abbildung seines Hauses widersprechen kann. Diese Funktion befindet sich derzeit noch in der Entwicklung und wird rechtzeitig vor der Veröffentlichung der Bilder zur Verfügung gestellt. Die Funktion ist notwendig, weil die genaue Identifizierung des Widerspruchgegenstandes allein anhand der Adresse technisch nicht möglich ist.”

“Wir haben Frau Aigner zugesichert, dass wir die Maßnahmen zum Schutz der Privatsphäre, die wir mit dem Hamburger Datenschutzbeauftragten vereinbart haben, einhalten werden”, so Google-Sprecher Kay Oberbeck gegenüber GoogleWatchBlog. Von den Regelungen, die unter Anderem Häuser, Gärten, KFZ-Zeichen und Personen betreffen, sind einige schon weltweit verfügbar: “… andere wie beispielsweise das automatische Unkenntlichmachen von Gesichtern und KFZ-Kennzeichen setzen wir weltweit ein”. Diese sind auch nicht neu, wie Stefan Keuchel ergänzt: “Gesichter und Kennzeichen wurden schon immer geblurrt und die Widerspruchsmöglichkeit ist auch nicht neu”. 
Googles Street View ist bereits in 19 Ländern verfügbar und erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Jedoch geht bei jedem neuen Service ein Risiko mit: “Wenn wir neue Projekte starten, stoßen wir manchmal auf unerwartete Herausforderungen – Street View bildet da keine Ausnahme”, so Oberbeck, den Kritikern möchte er aber noch auf den Weg geben:

Uns ist bewusst, dass einige Leute sich bei dem Gedanken nicht wohl fühlen, dass Bilder ihrer Häuser oder Autos in dem Dienst eingebunden sind. Deswegen bieten wir die Möglichkeit, auf einfache Art und Weise die Entfernung von Bildern zu beantragen. Unter http://maps.google.de/intl/de/help/maps/streetview/using-street-view.html
finden sich zahlreiche Anwendungsbeispiele, wie man Street View nutzen kann. Probieren Sie es doch einfach mal aus!

Dennoch ist man entspannt, denn vielleicht könnte schon dieses Jahr der Startschuss für Street View in Deutschland gegeben werden, wie Oberbeck anmerkt

Google hat gegenüber dem Hamburgischen Datenschutzbeauftragten zugesagt, dass eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt werden, bevor Street View-Bilder in Deutschland veröffentlicht werden. Die Umsetzung dieser Zusagen ist technisch aufwändig, so dass wir einen genauen Termin für den Start von Street View in Deutschland leider noch nicht nennen können. Wir hoffen allerdings, dass der Starttermin noch im Jahr 2010 liegt.

Wir können also eventuell zu Weihnachten schon auf die Straßen schauen, und das sogar in 3D und High Quality.

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Street View FAQ: Erhobene Daten durch Google-Autos

Verfasst von Tobias am 27. April 2010 | 3 Kommentare

Street View

Viele Datenschützer zeigten sich davon empört, dass Google’s Autos mit Street View WLAN-Daten erfassen. Aufgrund dessen hat Google die häufigsten Daten gesammelt und einen kleinen Blogeintrag zu dieser Thematik verfasst. Wir haben ihn für euch übersetzt.

Originaler Blogpost: Data collected by Google cars (Erhobene Daten durch Google-Autos), geschrieben von Peter Fleischer, globaler Datenschutz-Berater/Google.

Welche Informationen erfassen und erheben Ihre Autos?
Wir erheben die folgenden Informationen — Fotos, lokale WLAN-Netz-Daten und 3D-Gebäude-Metaphorik. Diese Informationen erlauben uns, neue Dienste anzubieten und Vorhandene zu verbessern. Viele Unternehmen speichern diese Daten solange, wenn nicht sogar länger als Google.

  • Fotos: Die benötigen wir für Street View, unseren 360°-Kartendienst auf Straßenhöhe. Fotos wie Diese werden auch von TeleAtlas oder NavTeq für Bing Maps gemacht. Wir benutzen die Bilder, um die Qualität unserer Karten zu erhöhen, indem wir z.B. Shop-, Straßen- und Verkehrsschilder benutzen, um unsere Liste der lokalen Geschäfte zu verfeinern
  • WLAN-Netzwerk-Informationen: um unsere Standort-bezogenen Dienste, wie Suche oder Maps, zu optimieren. Deutsche Organisationen, wie das Fraunhofer Institut oder Skyhook haben diese Daten bereits global erhoben; 
  • und 3D-Gebäude-Metaphorik: wir erfassen Geodaten aus den 3D-Objekten, mit Lasern, die nur geringfügig Energie haben (wie die Supermarkt-Scanner), um unsere Maps zu optimieren. NavTeq sammelt diese Daten auch für Bing – genau wie es TeleAtlas tut.

Was meinen Sie mit “WLAN-Netzwerk-Informationen” genau?
WLAN-Netzwerke senden Informationen, die das Netzwerk identifizieren können und wie das Netzwerk ansich arbeitet. Das beinhaltet die SSID Daten (z. B. der Router-Name oder Netzwerk-Name) und die MAC-Adresse (eine einmalige Geräte-Nummer, die an ein Netzwerkgerät, wie einen WLAN-Router, vergeben wird).

Netzwerke senden auch Informationen an Computer, die sich im Netzwerk befinden. Diese Daten nennt man Payload Daten, aber Google erfasst und speichert keine Payload-Daten. 

Aber kann man mit diesen Daten nicht Personen identifizieren?
MAC-Adressen sind nur Hardware-IDs, die vom Hersteller vergeben werden. Und SSID’s sind oft nur der Router-Name, der vom Hersteller oder vom Internetprovider vergeben wird (mit Nummern und Buchstaben), doch oftmals personalisieren die Benutzer das auch.

Wie auch immer, aktuell speichern wir keine Informationen über den Hausbesitzer, wir können auch keine Person anhand der Geo-Daten erfassen, die wir mit den Street View-Autos aufnehmen.

Ist es, wie die Datenschützer in Deutschland sagen, illegal, WLAN-Informationen zu erheben? 
Wir glauben nicht, dass es illegal ist – diese Daten sind öffentlich und von jeden auszulesen, der ein solches WLAN-Gerät besitzt. Firmen wie Skyhook haben diese Daten weit über Europa, schon länger als Google, erhoben – wie auch das deutsche Fraunhofer Institut.

Warum sagen Sie den Datenschützern nicht, dass Sie solche WLAN-Daten speichern? 
Für Street View war es relativ unwichtig, dass WLAN-Daten erhoben werden, weil ja andere Firmen das ebenfalls tun. Daher denken wir, dass es relativ unbedeutend war. Wie dem auch sei, wäre es im Nachhinein besser gewesen, wenn wir transparenter gewesen wären.

Warum erhebt Google eigentlich diese Daten?
Die Daten werden benutzt, um Google’s Standort-bezogene Dienste auszubauen, wie auch die Dienste, die die Google Geo Location API verwenden. Zum Beispiel, Benutzer von Google Maps für Mobiltelefone können “Mein Standort” einschalten und dann wird mit Mobilfunkmasten (Cell ID) und WLAN-Access Points der ungefähre Standort bestimmt. Auch Seiten wie Twitter können mithilfe von Standort-bezogenen Diensten Geo-Daten hinzufügen, um einen größeren Kontext zu erreichen.

Können diese Daten von Dritten weiterverwendet werden?
Ja, aber die einzigen Daten, die Google an Dritte weitergibt, sind die die über unsere Google Geo Location API gehen. Geprüft wird ein Geo-Code, der den Standort bestimmen kann, indem alles in Erfahrung gebracht wird, was über den Standort bekannt ist. In keinem Punkt wird Google MAC-Adressen aus seiner Datenbank an Andere weitergeben (im Gegensatz zu anderen Diensten in Deutschland und anderswo).

Veröffentlichen Sie diese Informationen? 
Nein.

Doch würde nicht GPS reichen, ohne die ganzen Daten zu sammeln? 
Ja, jedoch ist es viel langsamer und lückenhaft (z. B. wenn man den Himmel nicht sehen kann, er durch hohe Gebäude versperrt wird). Außerdem haben viele Geräte gar nicht GPS eingebaut. GPS ist auch sehr ineffizient in Bezug auf den Stromverbrauch. Ein weiterer Grund, WLAN statt GPS zu verwenden ist somit das Sparen von Energie.

Wie arbeitet diese Standort-Datenbank?
Googles Standort-bezogenen Dienste benutzen WLAN-Informationen wie folgt:

  • Das Gerät, welches Infos benötigt, sendet an Googles Standort-Server eine Liste mit MAC-Adressen, die derzeit in der Umgebung sichtbar sind 
  • Der Server wertet dann die MAC-Adressen aus und assoziiert damit Standort-bezogene Codes (wie Längengrad / Breitengrad)
  • Der Standort-Server berechnet dann den Durchschnitt dieser MAC-Adressen-bezogenen Standort-Codes, um einen etwaigen Standort festzulegen 
  • und diese Geodaten werden dann an den Benutzer weitergegeben 

Wie können Ihre Autos die Daten erfassen? 
Sichtbar, auf dem Dach des Fahrzeugs, sitzt eine kommerziell erhältliche Funkantenne. Diese Antenne empfängt öffentliche WLAN-Signale im Umkreis des Autos. Das Equipment im Fahrzeug selbst arbeitet passiv, das heißt es empfängt nur, sucht aber nicht nach WLAN-Netzen oder sendet initalisierende Codes an die Access Points.

Warum lassen Sie nicht den deutschen Datenschützer Ihre Autos begutachten? 
Wir haben im letzten Jahr angeboten, dass sie es sich anschauen – Das stimmt absolut nicht, dass sie unseren Fuhrpark nicht ansehen können. Sie sind jederzeit herzlich Willkommen, dies zu tun.

Wie erfassen Sie 3D-Geometrie-Daten der Gebäude?  
Wir erfassen die Geometrie-Daten mit sehr energiearmen Lasern (ähnlich wie de im Einzelhandel)

Ist das sicher?
Ja.

Außerdem sind Sie dazu eingeladen, unsere Publikation (PDF; englisch) anzusehen, die heute an die nationalen Datenschützer gesendet wurde.

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Street View: Hamburg will gesetzliche Regeln

Verfasst von Tobias am 27. April 2010 | 7 Kommentare

Street View

Aufgrund der anstehenden Debatten könnte Google Street View’s Termin in Deutschland noch weiter in die Ferne rücken. Hamburgs Senat fordert “gesetzlich bindende” Regeln für Street View, die das Abfilmen von Häusern und Straßen einschränken.

Weiter Ärger um Googles neuen 3D-Kartendienst “Street View” gab es heute von Hamburgs Senat Till Steffen. Er fordert, dass man Google, und andere ähnlich arbeitende Unternehmen, verpflichtet, Gesichter und KFZ-Kennzeichen unkenntlich zu machen, bevor sie ins Netz gestellt werden und somit zum Beispiel an Navigationsgeräte weitergibt. Außerdem sollen die Unternehmen Rohdaten innerhalb eines Monats löschen.

Regeln zum Abfilmen von Häusern und Straßen müssen gesetzlich bindend sein. Eine freiwillige Selbstverpflichtung reicht nicht“, sagte Steffen der schon am 7. Mai im Bundesrat ein Gesetz vorschlagen möchte. Sollte ein Unternehmen ein Gebäude oder Ähnliches abfilmen, so solle dies an den Datenschutzbeauftragten und die Öffentlichkeit weitergesagt werden. Eine Veröffentlichung im Netz reiche nicht. Desweiteren müssen Bürger ein uneingeschränktes Widerspruchsrecht haben, welches sich auf Gesichter, Häuser und Straßen bezieht: “Das erleichtert die Planung derartiger Straftaten ganz erheblich, wenn man sich im Detail das Gebäude ansehen und (…) planen kann wie man vielleicht eine Fassade erklimmen kann.” Desweiteren ist die Marke von 1.80m verpflichtend für die Kameras, da der Bereich ab 2 Meter zur Privatsphäre gehört. Hat als einer einen Sichtschutz unter 2m dürfte das sein Problem sein. Verstoße jemand gegen diese Regel würde eine Bußgeld-Strafe von 50.000 Euro fällig, so Steffen.

Erst letzte Woche hat man Ilse Aigner beauftragt, jedoch findet Till Steffen, dass “der See” still ruht und sich “einfach gar nichts … tut”. “Es geht um den Qualitätssprung, dass Sie jede Adresse mit einem Bild verbinden können und dass es dann möglich ist, diese Datenbank noch einmal zu verknüpfen mit weiteren Daten, so dass sich ein sehr umfassendes Persönlichkeitsbild ergibt.“, so Steffen gegenüber der Presseagentur DPA.

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Street View: Verbraucherschutzministerin rät Bürgern zu Widerspruch

Verfasst von Tobias am 24. April 2010 | 41 Kommentare

Street View

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) wird in kürze mit Pressesprechern von Google zusammentreffen und über weitere Vorgehen beraten. Bei dem Gespräch soll es vor allem um den Datenschutz bei Googles neuem Dienst Street View gehen, das berichtet “Spiegel”.

Google werden immer neue Steine in den Weg geräumt, wenn es in Sachen Datenschutz bei Street View geht. Erst Donnerstag zeigten sich Datenschützer empört darüber, dass mit Street View WLAN-Fahrten veranstaltet werden. Dabei ist diese Methode bereits Standard bei der Ermittlung des Standortes. Viele Politiker versuchten, mit einer “Wegegebühr” Google das Geld aus der Tasche zu ziehen, bis eine Stadt nach rechtlicher Überprüfung den Rückzug wagte. Jetzt versucht man es an oberster Spitze in Form von Verbraucherschutzministerin Aigner. Sie soll die Probleme am runden Tisch ansprechen und auch nochmal den Bürger verdeutlichen, was das eigentlich heißt.

Im Interview gegenüber SPIEGEL sagte sie: “Was den Schutz personenbezogener Daten betrifft, lässt Google leider jede Sensibilität vermissen”; die Informationspolitik von Google sei “eine Zumutung”. Sie möchte wissen, “welche personenbezogenen Daten von Google gespeichert werden, wie sie vernetzt und vermarktet werden. Bisher hat sich Google um eine Antwort gedrückt”. Das sieht Google anders und kontert: “Diese Daten sind anonym und die Erhebung ist rechtmäßig”. Und genau diese Tatsache bezweifelt Aigner.

Deshalb appelliert sie an die Bürger, sich selbst zu wehren und Widerspruch einzulegen. Das Erfassen von Wohnungen, Gärten und Häuser wäre “für alle Welt einsehbar ins Internet gestellt und” würde “mit anderen Daten verknüpft werden”. Google solle diese Sachen “vollständig unkenntlich” machen, “vorher dürfe der Dienst für Deutschland nicht ans Netz gehen.”

Redaktionskommentar: Natürlich stellt sich bei “Street View” ein Unbehagen ein. Dennoch sind die Methoden, mit denen Google arbeitet, völlig legitim. Und uns wäre es auch neu, dass Google neuerdings Wohnungen fotografiert oder “Home View” einführt. Völlig abseits davon kann man im entsprechenden Formular eine Entfernung bestimmter Inhalte einfordern. Google kommt dem idR innerhalb weniger Stunden nach. Uns ist auch nicht bekannt, dass Häuser schon “Persönlichkeitsrechte” hätten. Sollte sich dennoch jemand ertappt fühlen, möge er bitte sein Telefon aufgeben, entsprechend auch sich aus dem Telefonbuch austragen und seine Post mit dem Schredder, anstatt mit der Hand, zu zerreißen.

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Datenschützer: Offener Brief an Google

Verfasst von Tobias am 20. April 2010 |

Google

Datenschützer aus 10 Ländern wenden sich an Google. Grund ist die Besorgnis über den Datenschutz bei neuen Google-Services. So seien bei Google Buzz und Google Street View erhebliche Mängel in Sachen Datenschutz aufgetreten, die erst im nachhinein beseitigt wurden. Die Datenschützer fordern den Google CEO, Eric Schmidt, dazu auf, als Beispiel für ein besseren Datenschutz zu stehen. 

Die Datenschutzbeauftragten der Länder Deutschland, Frankreich, Israel, Irland, Italien, Niederlande, Neuseeland, Kanada, Spanien und Großbritannien wenden sich mit einem offenen Brief an Google. Darin heißt es, dass die Datenschützer besorgt um die Sicherheit und Privatsphäre der Google-Nutzer sind.

Als Beispiel wird die Integration von Google Mail in Buzz verwendet: Der Service war noch im Beta-Stadium, als er online ging. Es wurden Follower-Listen erstellt, die aus den Google Mail-Kontakten bestand. Dies hat Google erst später ausgemerzt (wir berichteten). Google habe die Nutzer außerdem nicht zureichend darüber informiert, wie man bei dem neuen Dienst verhindern könne, dass man zu viele Daten offen legt. Das widerspreche dem Opt-In-Prinzip, selbst einstellen zu können, wie die persönlichen Informationen weiterverwendet werden, so die Datenschützer.

Und auch beim Dienst Street View habe Google in erster Linie weniger auf Datenschutz, kulturelle Normen und Werte sowie Gesetze geachtet. Google solle als Beispiel vorangehen und bei neuen Diensten den Datenschutz beachten. Außerdem solle man so wenig wie möglich Daten sammeln, um den Schutz der Privatsphäre zu garantieren und dem Nutzer eindeutig sagen, wo Daten gesammelt werden und im welchem Umfang.

Die Datenschützer erwarten eine baldige Stellungnahme von Google, wie sie den Schutz der Privatsphäre bei zukünftigen Diensten besser schützen können.

» Heise 

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USA soll neues Datenschutzgesetz bekommen: Google, MS, eBay u. A. setzen sich ein

Verfasst von Tobias am 31. März 2010 |

Google

Das amerikanische Gesetz zur Privatsphäre und Datenschutz – Electronic Communications Privacy Act – ECPA steht auf der Tagesordnung. Seit 1986 wurde das Gesetz nicht mehr angefasst und ist daher sehr inaktuell und dem Zeitalter des Webs nicht mehr ausreichend. Google und Andere möchten jetzt ein neues Gesetz einreichen, welches den Bürger besser schützt. 

Schon lange ist es her, als man das Gesetz verabschiedet hat. Viel hat sich seit dem getan: Das Internet und das Web sind groß und erwachsen geworden, Newsgroups nur für den Untergrund bestimmt und Web 2.0 schon lange etablierter Standard bei den Benutzern. Um so wichtiger sehen die Amerikaner des Gesetz ECPA an, welches doch eigentlich hinter den Bürgern stehen sollte. Dieses knapp 25 Jahre alte Gesetz soll nun endlich überarbeitet werden. Google wagt den Vorstoß (als Mitglied der “Digital Due Process”) und schreibt vier Punkte auf, die Salgado (Jurist / Google) im Google Blog verewigt hat:

  • Besserer Schutz der Online-Daten – das Gericht muss erst eine Verfügung (Durchsuchungsbefehl) haben, bevor sie Online-Daten durchsuchen dürfen 
  • Besserer Schutz der Lokalisierung – das Gericht muss erst eine Verfügung haben, bevor sie Mobiltelefone tracken (lokalisieren) können
  • Besserer Schutz vor VDS (wann und mit wem) – was in DE Vorratsdatenspeicherung heißt, kann in USA angewendet werden – Das Gericht muss beweisen, dass die Verbindungsdaten relevant für den Fall sind; Wer wann mit wem über was (Telefon, E-Mail, Messenger, etc) 
  • Besserer Schutz gegen Zugriffe auf Massendaten – Das Gericht muss nachweisen, dass es für den Fall relevant ist, dass Massendaten abgefragt werden; sonst gilt die Schuld des Einzelnen (siehe 3. Punkt)

Zum “Digital Due Process” gehören Firmen wie Google, Microsoft, Intel, eBay und viele Andere, die sich für den Datenschutz einsetzen.

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Daten- und Verbraucherschützer bemängeln Opt-Out-Lösung von Analytics

Verfasst von Tobias am 24. März 2010 | 4 Kommentare

Analytics

Das neue Google Browser-Plugin soll eigentlich den Benutzer vor Statistiken schützen. Daten- und Verbraucherschützer bemängeln aber daran, dass die Lösung dem Benutzer “aufgedrängelt” wird und der Benutzer mit der Entscheidung alleine gelassen wird, ob er das Plugin installiert oder nicht. So kompliziert und Benutzer unfreundlich sei die Opt-Out-Lösung. 

Letzte Woche hatte Google ein Browser-Plugin angekündigt, welches das Tracking von Seiten mit Google Analytics komplett unterbindet. Datenschützer und Verbraucherschützer haben sich das Konzept angeschaut und sind wenig begeistert. So sagt eine Sprecherin des Landesdatenschutzzentrum Schleswig-Holstein, dass es zwar gut sei, “aber man darf dem Nutzer nicht etwas aufbürden, das er nicht verstehen kann. Ein Normalnutzer wird es nicht überblicken können und das Plugin daher auch kaum nutzen“.

Außerdem veröffentlichte das Projekt Verbraucherrechte in der digitalen Welt des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) eine Pressemitteilung, in der es hieß: “Bevor Verbraucher ihr Verhalten ungefragt analysieren lassen, sollten sie klar darauf hingewiesen und nach ihrer Zustimmung gefragt werden. Die von Google angestrebte technische Opt-Out-Lösung kann das nicht gewährleisten, sie schafft für die Nutzer hohen Aufwand und setzt voraus, dass diese überhaupt wissen, dass es Dinge wie Google Analytics gibt“. 

» Golem 

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