Das Internet ist für uns alle Neuland - soweit, so bekannt. In der Politik gilt dieser Satz leider mehr denn je und wird wohl auch ohne große Reformen in den einzelnen Ländern noch für Jahrzehnte seine Gültigkeit behalten. Als unmittelbar davon betroffenes Unternehmen hat Google nun neue Rahmenbedingungen für den internationalen Austausch von Daten vorgeschlagen und stützt sich dabei vor allem auf zwei erforderliche Grundsätze.
Googles E-Mail-Angebot GMail erfreut sich praktisch seit dem Start im Jahr 2004 sehr großer Beliebtheit und ist der Konkurrenz immer wieder mal mit innovativen und technisch besser gelösten Funktionen voraus gewesen. Vor wenigen Minuten hat Google die vielleicht wichtigste Änderung am GMail-Angebot seit 13 Jahren angekündigt: E-Mails werden in Zukunft nicht mehr von den Algorithmen zur Anzeige von Werbung gescannt.
Mittlerweile sind viele Menschen so abgestumpft, dass es kaum noch eine große Aufregung verursacht wenn es mal wieder neue Enthüllungen über die Überwachung durch die CIA gibt. Der letzte Leak beschreibt die Überwachung von Privatnutzern mit Hilfe der Geräte des Alltags vom Laptop über das Smartphone bis hin zum Fernseher. Google hat nun in einer ersten Stellungnahme bekannt gegeben, dass die meisten veröffentlichten Lücken bereits seit längerer Zeit gestopft sind.
In den letzten zwei Jahren hat Google alle Android-Entwickler dazu gezwungen genötigt aufgefordert die ihre Apps mit zusätzlichen Informationen für den Play Store zu versehen, damit diese besser Nach Alter gefiltert und zielgerichteter vorgeschlagen werden können. Jetzt fordert man App-Entwickler relativ kurzfristig dazu auf eine Datenschutzerklärung hinzuzufügen und bis zum 15. März einzustellen.
Nicht nur in Deutschland ist das Internet Neuland und stellt die Politik vor große Probleme, sondern offenbar auch in den USA: US-Gerichte können sich offenbar nicht darauf einigen, ob der Zugriff auf Daten im Ausland eine Datenschutzverletzung darstellt oder nicht. Ein neues Urteil besagt nun, dass Google auch Daten aus dem Ausland an das FBI herausgeben muss.
Das Ausfüllen von Formularen im Browser ist seit eh und je für viele Nutzer eine lästige Angelegenheit und kann irgendwann sehr nervig werden. Nicht umsonst bieten alle große Browser das automatische Ausfüllen von Standard-Formularen an und haben für viele bereits vorgegebene Vorschläge, die in den meisten Fällen auch korrekt sind. In Googles Chrome-Browser kann diese Funktion aber auch zu einem großen Datenschutz-Problem werden.
Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten um Nutzer bzw. einzelne Geräte zu tracken und diese durch bestimmte Algorithmen wieder zu identifizieren. Normalerweise hat der Nutzer allerdings einen Einfluss darauf und kann Gegenmaßnahmen treffen um diese Art des Trackings zu verhindern oder zu erschweren. Durch einen Privacy-Bug in Googles Pixel-Smartphones ist es derzeit allerdings noch möglich, einen Pixel-Nutzer eindeutig anhand der Frontkamera zu identifizieren.
Mit den umfangreichen Transparenzberichten und regelmäßig veröffentlichten Statistiken und Fakten informiert Google schon seit vielen Jahren über Anfragen von Unternehmen, Dienstleistern, Behörden und auch ganzen Regierungen. Seit einiger Zeit werden Nutzer aber auch persönlich vor einem vermeintlichen Zugriff von Regierungen auf ihren Account gewarnt. In den letzten Tagen häufen sich diese Meldungen nun wieder.
Vor einigen Wochen hat Google damit begonnen, die Nutzer um Erlaubnis zur Zusammenführung der verschiedenen gespeicherten Daten gefragt: Durch die Zusammenführung soll das Profil des Nutzers noch umfangreicher und die eingeblendete Werbung noch personalisierter werden. Jetzt werden erste Nutzer darüber informiert, dass dies auch für die im Chrome-Browser gespeicherten Daten gilt, und diese in Zukunft ebenfalls zur Personalisierung verwendet werden.