Google hat wieder einmal Ärger mit den deutschen Verbraucherschützern: Stein des Anstoßes sind zum einen die Datenschutzbestimmungen des Unternehmens und zum anderen die Art und Weise, mit der die Nutzer um die Zustimmung zu diesen Regeln gebeten werden. Beides halten die Verbraucherschützer für nicht tragbar und haben das Unternehmen offiziell abgemahnt. Google hat nun gut drei Wochen Zeit, um auf die Abmahnung bzw. die darin enthaltenen Punkte zu reagieren, und eine bereits angekündigte Klage abzuwenden.
Viele TV-Berichte und Dokumentationen über Google gehen meist nur sehr oberflächlich auf das Unternehmen ein und beschäftigen sich oftmals nur mit den gesammelten Daten und der daraus entstehenden Profilbildung über einen Nutzer. Die WISO-Dokumentation Weltmacht Google - Wie ein Konzern unser Leben beeinflusst dürfte dabei keine Ausnahme bilden, doch die weitere Beschreibung zur Sendung lässt darauf hoffen, dass man auch einmal darüber hinaus geht und tiefer Hinter die Kulissen blickt. Sendetermin ist heute Abend.
Vor gut zwei Wochen wurde ein Urteil des Landgericht Köln bekannt, laut dem Google seinen E-Mail-Dienst GMail als Telekommunikationsdienst anmelden und das Angebot zukünftig auch als solches behandelt werden soll. Dass es dabei nicht nur um eine reine Formsache geht war von Anfang an bereits klar, aber erst jetzt äußert sich die Bundesdatenschutzbeauftrage Andrea Voßhoff zu dem Thema und kündigt schon einmal vorsorglich weitere Maßnahmen an. Dabei geht es in erster Linie darum, dass Google entsprechende Schnittstellen einbauen soll, die den deutschen Behörden einen Zugriff auf die Daten aller GMail-Nutzer ermöglichen soll.
Das Landgericht Köln hat heute eine Entscheidung bekannt gegeben, die bereits am 11. November gefallen worden ist und schwere Folgen für GMail und andere E-Mail-Anbieter in Deutschland haben könnte. In einem jahrelangen Streit mit der Bundesnetzagentur versucht Google seit mehr als drei Jahren zu beweisen, dass es sich beim eigenen Mail-Dienst um keinen "Telekommunikationsdienst" im klassischen Sinne handelt. Sollte das Urteil bestätigt werden und Google den Streit verlieren, drohen neue Datenschutzanforderungen und Schnittstellen zur Überwachung.
Seit dem vergangenen Jahr ist der geborene Österreicher Gerhard Eschelbeck der oberste Sicherheitschef von Google und ist damit für den Schutz der Daten von Millionen von Nutzern zuständig. In einem Interview hat er nun über die großen Herausforderungen dieses Jobs gesprochen und sehr viele interessante Einblicke gegeben. Dabei nennt er nicht nur Zahlen zu den täglichen Angriffen auf die Google-Server, sondern unterstreicht auch noch einmal die Aussage, dass die NSA und andere Geheimdienste absolut keinen Zugriff auf die Daten haben.
Im vergangenen Jahr wurde vom Europäischen Gerichtshof das Recht auf Vergessen eingeführt, mit dem sich jeder Nutzer vor Links in der Websuche schützen kann, die die Privatsphäre angreifen. Google und alle anderen in der EU aktiven Suchmaschinen mussten dieses Urteil innerhalb weniger Wochen umsetzen und ein Löschformular Online stellen, mit dem Inhalte entfernt werden können. Doch Google hat dies jeweils nur lokal getan, was dem Unternehmen nun neuen Ärger einbringen könnte.
Vor einigen Tagen hatte Apple-CEO Tim Cook mal wieder die große Keule ausgepackt und die Konkurrenz von Google und Facebook gewettert. Dabei schoss er sich nicht nur auf den unbegrenzten Speicherplatz der Google Photos ein, sondern vor allem auf die (seiner Meinung nach) dadurch resultierende schwindende Privatsphäre der Nutzer. Doch langfristig dürfte diese Strategie für Apple zu einem großen Problem werden.
Wenn sich Google auch über die Zukunft von Google+ ausschweigt, gab es in den vergangenen Tagen doch eine sehr große Weiterentwicklung, von der allerdings so gut wie niemand es mitbekommen hat: Die Nutzungsbedingungen des Netzwerks wurden in einigen entscheidenden Punkten geändert, die allesamt Richtungsweisend sind und auch ein Vorbild für Facebook, Instagram & Co. sein könnten. Konkret geht es um Nacktheit und Cybermobbing.
Vor mehr als drei Jahren ist Google aufgrund der unberechtigten Cookie-Sammlung in mehreren Browsern in die Schlagzeilen geraten und musste viel Kritik für diese Vorgehensweise einstecken. Zwar hatte man die eigentliche Technik schon vor dem Bekanntwerden des "Skandals" zurückgezogen, dennoch gab es viele Untersuchungen gegen das Unternehmen. Da aber auch die britischen Amtsmühlen sehr langsam mahlen hat ein britisches Berufungsgericht erst jetzt entschieden, dass eine Sammelklage gegen Google in diesem Fall gerechtfertigt ist.