Fiber ohne Fiber: Google stoppt Glasfaser-Ausbau und könnte in Zukunft auf Funk setzen

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In den letzten Jahren hat Google viele Anstrengungen unternommen um das eigene Gigabit-Internet Google Fiber auszubauen und ist auch in einige weitere US-Städte expandiert. Doch vor einigen Wochen hat man plötzlich einen Ausbau-Stopp verhängt und lässt viele geplante Projekte erst einmal pausieren. Das deutet darauf hin, dass man nun doch nicht mehr auf die schnellen Glasfasern setzt und in Zukunft eher die Funkverbindungen bevorzugt.


Nach einer mehrjährigen Testphase von Fiber, in der man erst einmal alle Möglichkeiten ausloten und auch die Konkurrenz in Aufruhr versetzen wollte, scheint das Projekt nun langsam in eine ernste Phase zu gelangen, in der es eines Tages auch profitabel betrieben werden kann. Dazu hat man erst vor kurzem die Gratis-Zugänge eingestellt und nun scheinen auch die Kosten für den teuren Aufbau auf dem Prüfstand zu stehen.

Google Fiber

Erst vor kurzem hat Google eine Genehmigung von der Stadt San Jose eine Genehmigung bekommen, im Laufe der nächsten drei Jahre ein Netzwerk aufzubauen dass zu 60 Prozent aus Glasfaser-Verbindungen und zu 40 Prozent aus Funk-Verbindungen bestehen soll. Schon jetzt setzt man also stärker auf Funk als auf Glasfaser, deren Verlegung natürlich sehr viel Geld kostet und gerade bei wenigen Kunden kaum wirtschaftlich zu betreiben ist.

Doch dieser Ausbau, mit dem auch schon Unternehmen beauftragt wurden, wurde nun gestoppt. Auch in einigen weiteren Städten sollen bereits geplante Ausbau-Pläne auf Eis gelegt worden sein, ohne nähere Gründe zu nennen. Spekuliert wird darüber, dass in Zukunft das gesamte Projekt auf Funkverbindungen umgestellt werden soll, doch diese Phase kann bis zu 6 Monate Pause in Anspruch nehmen um sich darauf vorzubereiten. Die Stadtverwaltungen sollen von dieser Notbremse sehr überrascht worden sein, vor allem weil sie in teils erhebliche Vorleistung gegangen sind.



Spekuliert wird desweiteren nun auch darüber, dass die beiden Projekte Fiber und das Mobilfunkangebot Project Fi miteinander verschmolzen werden und ein gemeinsames Angebot bekommen. Sinn würde eine solche Zusammenlegung aus vielen Gründen machen: Zum einen der gemeinsame Ausbau der Infrastruktur – denn auch Fi dürfte nicht ewig nur ein virtueller Provider bleiben – als auch die Kundenbindung, das kombinierte Angebot und vielleicht auch eine gemeinsame Preisgestaltung.

Durch eine Umstellung auf Funk dürfte es für Google auf lange Sicht auch einfacher sein, Fiber in weitere Städte zu bringen und vielleicht eines Tages auch einmal den Schritt aus den USA heraus zu wagen und einen Blick nach Europa zu richten. Allerdings müsste man das Angebot dann vielleicht auch umbenennen, denn ein Fiber ohne „Fiber“ macht nur wenig Sinn.

[heise]



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