Neue Google Awareness API: Android-Apps können jetzt noch mehr über den Nutzer erfahren

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Mit einer handvoll Sensoren und Datenquellen kann ein Smartphone jederzeit feststellen, wo sich der Nutzer aktuell befindet und Vermutungen anstellen was er gerade tut. Bisher bleiben solche Daten bzw. die Kombination aus diesen weitgehend ungenutzt, aber das könnte sich nun bald ändern. Google hat nun die neue Awareness API angekündigt, über die jeder App-Entwickler diese Datenquelle anzapfen und für die eigenen Zwecke nutzen kann.


Einzelne Sensoren können schon viele Informationen auslesen, aber erst aus der Kombination dieser Daten entfalten sie ihr wahres Potenzial: So lässt sich etwa aus der Kombination von GPS, Schrittzähler und Bewegungssensor feststellen, ob der Nutzer zu Fuß unterwegs ist, mit dem Fahrrad fährt oder joggt – alles durch die Analyse der Bewegungsmuster. Kommt dann noch der Temperatur- und Feuchtigkeitssensor dazu, lässt sich auch feststellen ob der Nutzer drinnen oder draußen ist.

awareness api

All die Daten lassen sich über das Android-Betriebssystem problemlos von Apps auslesen, wenn sie denn die entsprechenden Berechtigungen haben, aber diese Daten bis auf kleinste auszuwerten und zu analysieren ist eine große Aufgabe – die nun von der Awareness API übernommen wird. Diese ist Bestandteil der Google Play Services 9.2 und ist somit bereits auf den Smartphones aller Nutzer vorhanden und kann sofort von den Entwicklern verwendet werden.

Insgesamt haben Entwickler die Möglichkeit auf sieben große Quellen zuzugreifen, darunter der Standort des Nutzers, das aktuelle Wetter, die aktuelle Aktivität oder einfach auch Beacons in der Nähe. Diese Daten bestehen aus einer Kombination der Sensoren und auch Quellen aus dem Internet (etwa für das Wetter), die dann aber auch wieder über Sensoren wie Temperatur oder Luftfeuchtigkeit abgeglichen werden können. Durch die Abfrage über die Play Services sollen sich die Entwickler nicht nur Programmierarbeit sparen, sondern auch den Akku schonen.



Die Awareness API teilt sich in zwei einzelne APIs:
Snapshot API: Liefert die aktuellen Informationen über den Status und die Aktivität des Nutzers. Beispiel: „Gib den aktuellen Standort und das aktuelle Wetter zurück“
Fence API: Klinkt sich in das System ein und kann auf bestimmte Umstände warten. Sobald beispielsweise der Nutzer anfängt zu joggen und die Kopfhörer eingesteckt hat, kann sich eine im Hintergrund laufende App darüber informieren lassen

App-Entwickler dürften diese neue Möglichkeit dankbar annehmen und können sich so stets dann in das Gedächtnis des Nutzers rufen, wenn dieser die App gerade brauchen könnte. Natürlich kann auch eine bestehende App das Verhalten an den Nutzer anpassen, wobei beispielsweise eine Musik-App genannt wird. Diese passt die Musik je nach Stimmungslage oder Aktivität an und liefert so praktisch „den Soundtrack fürs Leben“. Wir dürfen auf viele weitere smarte Apps gespannt sein, die in Zukunft von dieser API Gebrauch machen.

» Ankündigung im Android Developers Blog



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  • Hoffentlich gibt es dann auch die entsprechend granularen Berechtigungen, den Zugriff auf diese Informationen zu blockieren, oder noch besser wäre, entsprechende Fake-Werte zu übergeben.

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