Steuerstreit: Google-Mutter Alphabet könnte 3,5 Milliarden Dollar Steuern zurückfordern

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Googles Mutterfirma Alphabet nutzt, so wie viele andere globalen Unternehmen auch, einige Tricks um legal Steuern zu sparen, hält sich dabei aber natürlich stets an die geltenden Gesetze. Jetzt steht in den USA ein langjähriges Verfahren zum Thema Steuern kurz vor dem Abschluss, das dem Unternehmen eine Rückzahlung von mehr als 3,5 Milliarden Dollar einbringen könnte.


Global agierende Unternehmen bestehen oft aus vielen Dutzend, teilweise Hunderten, Tochterunternehmen die auf irgendeine Art und Weise miteinander verflechtet sind. Diese Verflechtungen haben mal organisatorische und mal finanzielle Gründe, in jedem Fall sind sie auch für die Steuerbehörden nicht immer ganz so einfach zu durchschauen. Eine umstrittene Regel der US-Finanzbehörde IRS könnte nun gekippt werden und vielen Unternehmen einen wahren Geldregen bescheren.

Google Geldspeicher

Die US-Finanzbehörde IRS hat vor mehreren Jahren die Regel aufgestellt, dass globale Kosten teilweise von den weltweiten Niederlassungen übernommen werden müssen, woraufhin diese nicht mehr als Vorsteuer abgezogen werden können. Ein Beispiel: Die US-Zentrale entwickelt ein Produkt, das in weiterer Folge auch weltweit in den Niederlassungen des Unternehmens verkauft oder vertrieben wird. Das Gesetz besagt nun, dass die Niederlassung einen Anteil der Entwicklungskosten übernehmen und diese an die Zentrale zahlen muss. Dadurch verringern sich die Ausgaben der Zentrale, die dadurch eine höhere Steuer zahlen muss.

Diese Regel ist umstritten und die Unternehmen schichten diese Kosten schon seit dem Jahr 2003 nur unter Vorbehalt um und zahlen dadurch zusätzliche Steuern. Seit dem Jahr 2003 läuft ein Verfahren von Altera gegen die IRS, das seither in der Schwebe war. Im vergangenen Jahr wurde Altera von Intel übernommen, das nun Druck aufbaut und das Verfahren vorantreibt. Sollte das Gericht zugunsten von Intel/Altera entscheiden, könnten alle Unternehmen die unter Vorbehalt bezahlten Steuern wieder von der IRS zurück fordern. Allein bei Alphabet wären dies 3,5 Milliarden Dollar.



Alphabet und viele andere Technologie-Unternehmen haben mittlerweile bestätigt, dass sie das Verfahren aufmerksam verfolgen und bereits entsprechende Schritte vorbereiten. Alphabet hat immerhin schon genau ausgerechnet, wie viel Geld man denn zurück bekommen würde. Doch ein ganz so einfacher Geldregen ist das natürlich nicht, denn die Kosten sind ja nicht plötzlich wieder da, sondern verschwinden dafür auch aus den Büchern der Tochterunternehmen. Diese machen dadurch rückwirkend natürlich wieder einen deutlich höheren Gewinn – und müssten wohl auch hier rückwirkend Steuern zahlen.

Alphabet kann nun, sollte das Urteil positiv für die Unternehmen ausfallen, entscheiden ob man die 3,5 Milliarden Dollar zurück haben und dafür weltweit andere Steuern nachzahlen muss, oder ob man es beim alten belässt. Da die US-Unternehmen das Problem haben, dass das weltweit gelagerte Geld nicht so einfach in die USA zurückgeholt werden kann, dürfte man wohl eher das Geld zurückfordern. So könnten sich die europäischen Niederlassungen ärmer rechnen, Steuern zahlen, und die US-Niederlassung hat zusätzliche 3,5 Milliarden in der Kriegskasse.

Wir dürfen auf das Urteil gespannt sein.

[9to5Google]



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