Neues Element: Die aus Google+ bekannte ‚Bottom Navigation‘ gehört jetzt zum Material Design

google 

In den letzten Monaten haben sowohl Google+ als auch die Google Photos ein neues Designelement erhalten, in dem die Hauptnavigation der beiden Apps untergebracht ist: Die Bottom Bar. In der nächsten Zeit dürfte diese kleine Navigationsleiste auch in vielen weiteren Apps auftauchen, denn jetzt wurde diese als neuestes Element offiziell in das Material Design aufgenommen.


Als die Bottom Bar das erste mal Mitte November 2015 in der Google+ App aufgetaucht ist, waren die ersten Reaktionen nur wenig positiv: Die größten Kritikpunkte waren, dass die Leiste zu viel Platz einnimmt und wie ein Fremdkörper in der gesamten App wirkt. Daran haben die Designer gearbeitet und lassen die Leiste automatisch ausblenden sobald sie nicht mehr benötigt wird. Google+ und Photos dürften nur die ersten Testballons für dieses Element gewesen sein, denn jetzt wurde dieses in das offizielle Material Design aufgenommen.

bottom bar

Die Bottom Navigation im Material Design sieht wenig überraschend genau so aus wie die bereits bekannte Umsetzung in den beiden Google-Apps: Die Leiste wird am unteren Rand eingeblendet und hat stets eine feste Größe von 56 dp. Die Leiste sollte vor allem für die Navigation innerhalb einer App oder Webseite verwendet werden, die völlig verschiedene Bereiche voneinander abtrennt. Googles Designer empfehlen, dass die Leiste nur dann verwendet werden soll wenn eine Navigation für 3-5 Bereiche benötigt wird.

Die weiteren Richtlinien legen fest, dass die Bottom Navigation nicht gleichzeitig mit den am oberen Rand angezeigten Tabs verwendet werden sollte, da dies den Nutzer verwirren könnte. Wer weniger als drei Bereiche in der Navigation hat sollte hingegen nur auf Tabs und nicht auf die Bottom Navigation setzen. Wer mehr als fünf Bereiche benötigt, sollte eine seitliche Navigationsleiste verwenden. Die Bottom Navigation sollte außerdem auf keinen Fall seitlich scrollbar sein. Außerdem soll sie farblich nicht hervorgehoben sein, sondern lediglich die Grundfarbe der App verwenden.

bottom bar design



Mit der Bottom Navigation schließt Google eine Lücke zwischen der Navigationsleiste und den Tabs, die den meisten Designern aber wohl in der Vergangenheit gar nicht aufgefallen sein dürfte. Ob man eine solche Leiste tatsächlich benötigt, muss natürlich jeder Designer für sich selbst wissen. Das Hauptproblem, dass die Leiste wertvollen Platz verschwendet, bleibt bestehen – aber möglicherweise etabliert sich dieses Element im Laufe der Zeit, wenn Google viele hauseigene Apps auf eine solche Navigation umstellt.

Weiterhin weist Google darauf hin, dass die Bottom Navigation natürlich nur für mobile Geräte konzipiert ist und nicht auf Desktop-Webseiten – die oftmals auch schon auf das Material Design setzen – eingesetzt werden sollte. Allein schon durch die deutlich höhere Breite würde eine solche Navigation im Desktop-Browser auch sehr merkwürdig aussehen.

Die genauen Spezifikationen mit vielen Beispielen haben Googles Designer in einem neuen Eintrag des Material Designs festgehalten.

» Material Design: Bottom Navigation



comment ommentare zur “Neues Element: Die aus Google+ bekannte ‚Bottom Navigation‘ gehört jetzt zum Material Design

  • Ich glaube, dass ist die traurigste Nachricht über Android der Woche. Ich bin so genervt über diese Leiste, weil ich dort nie hingucke. Ich suche immer in der Seitenleiste. Bei Android bin ich so oft mit dem oberen Rand des Bildschirms beschäftigt, dass der untere Rand völlig verschwindet. Da sind erwarte ich eigentlich nur meine Navigation und halt mal diesen FAB aber direkte Navigation innerhalb der App halt nicht.

    • Das sind eben Dinge die passieren, wenn all die Hipster Studenten die bei Google beschäftigt sind sich austoben können wie sie wollen. Im Grunde genommen gehört der Initiant dieses Drecksleiste erschossen! Ich bin mit Dir einig, das sind traurige Android News! Könnte jedesmal kotzen wenn ich auf die Leiste treffe. Google Keep, Google Photos usw…. zum ausrasten das Ding. Aber eben typisch Google, da weiss die Linke Hand nicht was die Rechte macht und umgekehrt ! Google mag vieles sein, aber ganz bestimmt nicht verlässlich.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *