Google Self Driving Car: Projektleiter Chris Urmson rechnet in Zukunft mit schweren Unfällen

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Nach fast eineinhalb Jahren auf offenen Straßen hat ein Google-Fahrzeug im Februar erstmals einen Unfall verursacht und hat damit eine schon sehr beeindruckende Serie abreißen lassen. In einem Interview hat Projektleiter Chris Urmson nun eingestanden, dass Google mit sehr viel mehr Unfällen rechnet, die auch deutlich schwerer sein werden als der bisher einzigartige Vorfall. Allein im vergangenen Jahr hat es tausende überfordernde Situationen für die Fahrzeuge gegeben.


Natürlich ist ein Autounfall keine schöne Sache, auch wenn bei diesem nicht viel mehr als ein Blechschaden entstanden ist. Aber für die Ingenieure des Unternehmens ist ein solcher Zwischenfall natürlich sehr interessant und hilft bei der Weiterentwicklung der Systeme – denn nur mit solchen Daten kann man auch arbeiten. Ohne Erfahrungswerte lassen sich brenzlige Situationen schwerer erkennen, so dass es dann im Ernstfall vielleicht zu spät ist.

self driving car unfall

Google selbst rechnet laut Chris Urmson in Zukunft noch mit deutlich mehr Unfällen, die dann auch bei größeren Geschwindigkeiten passieren und mehr Schäden anrichten könnten – wobei natürlich auch Verletzte nicht ausgeschlossen werden können. Die Aussage von Urmson klingt erst einmal nicht wirklich positiv, ist aber natürlich vollkommen logisch. Natürlich ist das Unternehmen auf Unfälle vorbereitet und muss ein Verhalten in solchen Szenarien geplant haben – alles andere wäre fahrlässig und könnte dem Projekt gewaltig schaden.

Dennoch hält Urmson daran fest, dass die selbstfahrenden Fahrzeuge sehr viel sicherer fahren als die menschlichen Fahrer – aber wenn diese beiden Welten zusammenprallen, kann es eben zu Missverständnissen oder Fehlverhalten des Menschen kommen. Eine wirkliche Unfallfreiheit kann es nur dann geben, wenn es nur noch selbstfahrende Fahrzeuge gibt, die auch miteinander kommunizieren. Ein Unfall mit Personenschaden kann das Projekt in der öffentlichen Wahrnehmung aber natürlich weit zurückwerfen – und wenn es dann im schlimmsten Fall auch noch einen Todesfall gibt, dann sieht es erstmal schwarz aus. Aber solche Unfälle passieren eben leider auch jeden Tag mit den menschlichen Fahrern.

Solche Dinge werden wieder passieren, und wahrscheinlich sogar noch schlimmere



Im Interview sagte Urmson weiter, dass Google weiterhin nicht vor hat, selbst Fahrzeuge zu bauen und ist weiterhin auf der Suche nach Partnern aus der Industrie. Von der Partnerschaft mit Ford war erstmal keine Rede mehr, obwohl der amerikanische Hersteller schon als Produzent des ersten Fahrzeugs im Gespräch gewesen ist. Offiziell verkündet wurde das aber bisher noch nicht.

Weiterhin teilte er mit, dass die menschlichen Beifahrer zwischen September 2014 und November 2015 insgesamt in 2800 Fällen eingreifen mussten. Das waren in den meisten Fällen aber keine brenzligen Situationen, sondern lediglich Situationen in denen das Fahrzeug keinen Überblick hatte und den Menschen „um Hilfe gebeten“ hat um den Weg soweit zurück zu legen bis das Fahrzeug wieder in seinem Terrain unterwegs ist.

[futurezone]



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