Google Posts: Google hat still und heimlich eine exklusive Twitter-Kopie in der Websuche gestartet

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Wenn es einen Bereich im Web gibt in dem Google seit Jahren einfach kein Erfolg gelingen möchte, dann ist es beim Thema Social Media. Doch das hält das Unternehmen natürlich nicht davon ab, immer wieder einen neuen Anlauf zu wagen und neue Konzepte auszuprobieren. Irgendwann in den letzten Wochen wurde ein neues experimentelles Produkt gestartet, das es einem ausgewählten Personenkreis ermöglicht, direkt in die Suchergebnisse zu posten. Das ganze erinnert sehr stark an Twitter.


Es muss in Googles Chefetage ziemlich am Ego kratzen, dass man trotz gewaltiger Investitionen noch immer kein erfolgreiches Social Media-Produkt aufbauen konnte und das populärste Soziale Netzwerk im eigenen Angebot die Videoplattform YouTube ist. Natürlich wird Google+ von vielen Millionen Menschen tagtäglich genutzt, und ist eine sehr gute Quelle für Nachrichten und weitere Informationen, aber im Bereich Social Media spielt das Netzwerk kaum eine Rolle. Jetzt wagt Google den nächsten Angriff.

google posts

Das neue Angebot hat offiziell noch keine Bezeichnung, wir nennen es aber aufgrund der URL einfach mal Google Posts. Dabei handelt es sich um eine Art Twitter für die Websuche, denn die Inhalte werden direkt in den Suchergebnissen dargestellt und können so sehr schnell konsumiert werden. Beiträge von Google Posts werden, genau so wie die vor einiger Zeit wieder eingeführten Tweets in einer oder mehreren nebeneinander platzierten Boxen direkt über den Suchergebnissen angezeigt. Mit einem Klick gelangt man dann direkt auf das Posts-Profil der Person.

Das Angebot steht derzeit nur einer sehr kleinen Anzahl von Nutzern zur Verfügung, die über Posts in sekundenschnelle ihren Beitrag schreiben und dann veröffentlichen können. Ein Google-Sprecher teilte mit, dass Posts derzeit nur für US-Präsidentschaftsanwärter zur Verfügung steht und man den Wahlkampf als Testgebiet für das Produkt ausgewählt hat. Doch dem widerspricht die Tatsache, dass es bereits einige andere Profile gibt, die so gar nichts mit dem Wahlkampf zu tun haben, wie etwa einem Juwelier.

google posts donald trump

Ruft man einen Beitrag bzw. ein Profil auf, öffnet sich eine Art Stream in dem alle bisher veröffentlichten Beiträge enthalten sind. Diese Auflistung ist sehr simpel gestaltet und enthält lediglich das Datum und den Text des Inhalts. Am Anfang der Seite gibt es noch ein Profilfoto sowie einen Namen des Profils inklusive eines blauen Hakens, der die Echtheit bestätigt. Die Beiträge können extern auf den diversen Netzwerken geteilt oder der Link kopiert werden, weitere Möglichkeiten auf der neuen Plattform hat man als Nutzer nicht.



Google hat das Produkt bisher nicht offiziell angekündigt und dürfte es still und heimlich schon Ende Januar gestartet haben – soweit zumindest geht das Profil von Donald Trump zurück, der auf der neuen Plattform vor allem in den ersten Wochen ziemlich aktiv gewesen ist. Ein Sprecher hat zumindest bestätigt, dass das Produkt experimentell ist und in Zukunft vielleicht für weitere Prominente oder Politiker geöffnet werden könnte – doch man dürfte wohl noch ziemlich am Anfang stehen. Auf der Posts-Webseite können sich Organisationen und Promis bewerben, um in Zukunft ein eigenes Profil zu bekommen.

Der Ansatz ist natürlich sehr klug, denn die Websuche ist noch immer Googles Zugpferd und stellt so natürlich eine sehr gute Plattform für den Start des neuen Angebots da. Da die Anzeige der Beiträge exakt so aussieht wie die eingebetteten Tweets, dürften auch viele Nutzer interessiert klicken und sich darüber wundern, dass sie nicht bei Twitter gelandet sind.

Wir dürfen gespannt sein wie es mit Posts weitergeht. Derzeit läuft das Angebot übrigens mit dem Untertitel „Your Podium on Google“.

» Google Posts
» Google Posts Profil von Donald Trump
» Google Posts Profil von Andrew Jewelers

[The Verge & 9to5Google]



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