Adblock Fast: Google wirft Samsungs Werbeblocker aus dem Play Store

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Auf dem Desktop sind Adblock-Plugins für den Browser für viele Nutzer nicht mehr wegzudenken und gehören zur Standard-Ausrüstung. In den mobilen Browsern ist das ganze schon etwas komplizierter, da diese in den meisten Fällen keine Plugins unterstützen. Seit kurzer Zeit hat aber auch Samsung in seinem Smartphone-Browser den Einsatz von Adblockern erlaubt, was von vielen Nutzern positiv aufgenommen wurde. Doch Google hat jetzt durchgegriffen und hat die App aus dem Play Store entfernt.


Google arbeitet seit Jahren daran, die Werbe-Umsätze auf mobilen Geräten zu steigern und kam damit anfangs nur sehr langsam voran. Mittlerweile sind diese eine feste Säule bei den Umsätzen, die man sich natürlich nicht so leicht umstoßen lassen wird. Entsprechend geschockt dürfte man gewesen sein, dass Samsung es in seinem Standard-Browser vor kurzem erlaubt hat, über eine externe App Werbebanner im Browser auszublenden.

adblock samsung

Die Freude über den Werbeblocker für den Samsung-Browser währte nur kurz: Google hat die App Adblock Fast kurzerhand aus dem Play Store geworfen und hat den Nutzern so die einfachste Möglichkeit zur Installation genommen. Zwar kann die APK-Datei auch aus anderen Quellen bezogen und installiert werden, was durch die Offenheit von Android eben problemlos möglich ist, aber diesen Schritt dürften wohl nur noch sehr wenige Nutzer gehen. Zumindest in der Anfangsphase.

Google hat den Entwickler über den Rauswurf informiert, hat aber keine konkreten Gründe genannt. Es wurde lediglich auf Paragraph 4.4 in den Nutzungsbedingungen des Play Stores verwiesen:

You agree that you will not engage in any activity with the Store, including the development or distribution of Products, that interferes with, disrupts, damages, or accesses in an unauthorized manner the devices, servers, networks, or other properties or services of any third party including, but not limited to, Android users, Google or any mobile network operator. You may not use customer information obtained from the Store to sell or distribute Products outside of the Store.

Das ist absichtlich sehr schwammig gehalten, aber umfasst natürlich auch Werbeblocker für die installierten Browser. Der Entwickler kann die App laut der Mail anpassen und dann gerne wieder einstellen – aber das ist natürlich bei einem Adblocker wohl kaum möglich.



Es gibt im Play Store noch einige weitere Apps die die Werbung im Samsung Browser blocken können, doch diese sind bei weitem nicht so populär wie Adblock Fast – das es in die Top-Charts der Play Store-Downloads geschafft hat. Doch über kurz oder lang dürfte Google auch alle anderen Werbeblocker aus dem Store werfen, um sich diese enorm wichtige Einnahmequelle nicht entgehen zu lassen. Im Chrome-Browser wird ein AdBlocker ohnehin wohl niemals zum Einsatz kommen.

Damit ist der Kampf um die mobilen AdBlocker allerdings eröffnet, und dieser könnte für Google sehr unschön enden und die wichtigen mobilen Umsätze abgraben. Selbst Apple erlaubt mittlerweile AdBlocker in seinem mobilen Browser, wogegen Google allerdings nicht viel tun kann.

[TechCrunch]



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