Neuer Review-Prozess & weniger Möglichkeiten: Google Map Maker ist (teilweise) wieder Online

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Mitte Juli hatte Google angekündigt, dass man den Map Maker ab Anfang August wieder öffnen wird und hat dieses Versprechen nun vor wenigen Stunden in die Tat umgesetzt. Ab sofort steht das Tool zum verbessern der Maps in sechs Ländern wieder zur Verfügung, darunter allerdings nur ein einziges europäische Land. Außerdem wurde nun auch ein verbessertes Kontrollsystem eingeführt und den Nutzern einige Möglichkeiten zur Bearbeitung genommen.


Im April gab es zwei sehr peinliche Missbrauchsfälle des Map Makers: Einmal wurde Edward Snowden ins Weiße Haus platziert und beim zweiten mal – was einen deutlichen größeren Medienwirbel verursacht hat – wurde ein Urinierender Androide auf der Karte platziert, der sein Geschäft auf dem Apple-Logo verrichtet. Gerade letzteres hat die Kontrollen überlistet und konnte so für mehrere Stunden auf den offiziellen Google Maps abgerufen werden. Daraufhin hatte Google die Notbremse gezogen und den Map Maker vorübergehend eingestellt. Jetzt ist er wieder zurück.

Google Maps

Vor einigen Wochen wurden neue Kontrollmechanismen angekündigt, mit denen man in Zukunft solche Manipulationen noch schneller erkennen möchte. Statt komplett auf ein eigenes Team zu setzen, das offenbar vollständig überfordert war, setzt man nun auf ein freiwilliges Moderations-Team. Dieses besteht aus einer Reihe von Nutzern die sich in dem Land aufhalten und die in der Vergangenheit gute Arbeit geleistet haben. Diese haben dann die volle Kontrolle über das Gebiet und sind für die Freischaltung und auch Ablehnung von Änderungen verantwortlich. Nur in Ausnahmefällen wird noch ein Google-Mitarbeiter über die Änderungen wachen und Stichproben machen.

Doch erstmal startet der neue Map Maker mit angezogener Handbremse: Es ist vorerst nicht möglich, neue Polygone hinzuzufügen oder die bestehenden zu bearbeiten. Das Umbenennen von Gebieten ist auch weiterhin möglich, aber eben nicht die Manipulation. Ob diese Beschränkung auch in Zukunft erhalten bleibt ist noch nicht bekannt, aber auf Dauer schädigt das natürlich die Qualität der Bearbeitungen und nimmt den Nutzern viele Möglichkeiten. Aber natürlich kann man auch durch das Hinzufügen von Straßen potenziell Texte auf die Karte schreiben oder Bilder zeichnen.



Ab sofort steht der Map Maker nun wieder in Bangladesch, Brasilien, Kanada, Indien, den Philippinen und der Ukraine wieder zur Verfügung. Das bedeutet, dass nur Änderungen in diesen Gebieten vorgenommen werden können. In den nächsten Wochen soll diese Liste aber sukzessive wieder um weitere Länder erweitert werden – und wird dann sehr wahrscheinlich auch bald wieder in den europäischen Ländern zur Verfügung stehen. Einen Zeitplan und eine Liste von möglichen Ländern gibt es derzeit noch nicht, wahrscheinlich wird man diese einfach still und heimlich nach und nach freischalten.

[9to5Google]



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