Der nächste Sargnagel: Google Chrome blockiert ab 1. September automatisch alle Flash-Anzeigen

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Noch vor wenigen Jahren wäre es fast undenkbar gewesen, dass ein populärer Browser oder gar ein ganzes Betriebssystem keine Flash-Unterstützung hat – doch die Zeiten ändern sich. Das Format hat sich längst selbst überlebt und steht selbst bei seinem Entwickler Adobe schon längst auf dem Abstellgleis. Jetzt hat Google angekündigt, dass man schon in wenigen Tagen den nächsten Sargnagel in das vorbereitete Grab von Flash schlagen wird: Ab dem 1. September wird der Chrome-Browser automatisch Werbeanzeigen im Flash-Format blockieren und diese standardmäßig nicht mehr anzeigen und abspielen.


Zu den Hochzeiten von Flash war es nicht unüblich, dass ganze Webseiten nur rein aus einer interaktiven Flash-Animation bestanden und keine reinen HTML-Inhalte angeboten haben. Davon ist man zwar schnell wieder abgerückt, aber durch den rasanten Aufstieg der Videoplattformen – allen voran YouTube – war auch Flash plötzlich nicht mehr nur nervig und lästig, sondern auf einmal ein Must-Have. Doch mittlerweile wurde Flash auch in diesem Bereich von HTML5 abgelöst und hat dadurch praktisch seine Daseinsberechtigung verloren.

flash block

Schon im Juni befand sich in der Chrome Beta erstmals eine Funktion, mit der sich Flash-Anzeigen automatisch blockieren ließen. War die Funktion aktiviert, wurden die Anzeigen durch einen genau so großen Platzhalter ersetzt, der auch einen Play-Button enthält (siehe folgender Screenshot). Mit einem Klick auf diesen Button lässt sich die Anzeige dann trotzdem wieder abspielen, aber eben erst dann, wenn der Nutzer es auch tatsächlich sehen möchte. Der Klick auf den Play-Button löst nicht automatisch einen Bannerklick aus.

Chrome Flash-Anzeige

Ab dem 1. September wird es diese Funktion nun auch in die stabile Version von Chrome schaffen und dort automatisch aktiviert sein. Dadurch wird der Browser automatisch alle Flash-Anzeigen stoppen und durch den Platzhalter ersetzen. Die Funktion soll dabei aber nur bei reinen Werbeanzeigen greifen und bei anderen Flash-Inhalten wie Spielen oder Videoplayern auch weiterhin ein Auge zudrücken und diese zulassen. Das Chrome-Team spricht dabei von „nicht zentralen Flash-Animationen“, die automatisch gestoppt werden – wie man diese genau definiert und wie der Browser diese erkennen soll wird aber nicht verraten.



Diese Funktion ist nun ein weiterer großer Sargnagel für Flash und dürfte innerhalb kürzester Zeit dafür sorgen, dass es bald gar keine Flash-Werbung mehr im Web gibt. Immerhin ist Chrome nach wie vor der meistgenutzte Browser weltweit, und wenn dieser die Anzeigen nicht darstellt dann lohnen sich diese auch nicht mehr. Zwar haben die Nutzer auch weiterhin die Möglichkeit diese Blockade aufzuheben, aber daran dürfte wohl niemand Interesse haben, so dass es auch keiner deaktivieren dürfte.

Google selbst hat übrigens für diese Änderung vorgesorgt und hat schon im Februar angekündigt, dass AdWords automatisch Flash-Anzeigen in HTML5 konvertiert und die eigenen Kunden so für die Änderung bereit sind. Kurz zuvor hatte sich auch YouTube endgültig vom Flash-Player verabschiedet – woraufhin auch einige andere Videoplattformen nachgezogen haben. Außerdem werden die Nutzer mittlerweile sogar vor Webseiten mit Flash gewarnt. Jetzt ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Google die Unterstützung für Flash komplett aus dem Chrome Browser entfernen wird.

» Ankündigung auf Google+

[9to5Google]



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