Android: Smartphone-Hersteller müssen div. Play-Angebote, Google+ und Google Keep nicht mehr vorinstallieren

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Jedem Hersteller steht es frei, das Betriebssystem Android für seine eigenen Zwecke zu nutzen und soweit wie nötig anzupassen. Wer aber auch den Play Store und die Play Services vorinstallieren möchte, benötigt eine Google-Zertifizerung. Diese ist mit weiteren Pflichten verbunden und schreibt den Herstellern etwa auch vor, welche Apps sie auf dem Smartphone oder Tablet vorinstallieren müssen. Diese Liste wurde von Google nun überraschend wieder gekürzt: Das prominenteste Opfer der Streichung ist die Google+ App.


Schon auf den allerersten Android-Smartphones befanden sich einige Apps aus dem Hause Google, doch im Laufe der Jahre ist diese Liste immer länger geworden und wurde um immer weitere Apps zur Zwangsbeglückung erweitert: Im September vergangenen Jahres erreichte die Liste ihre Hochzeit und jeder zertifizierte Android-Hersteller muss nicht weniger als 20 Google-Apps vorinstallieren. Außerdem mussten diese auch auf dem ersten Homescreen verlinkt und prominent platziert in einem Google-Ordner untergebracht werden. Jetzt wird das ganze etwas gelockert.

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[Bild: heise]

Jetzt hat Google die Vorgaben wieder etwas gelockert, und hat fünf Apps wieder aus der Liste herausgenommen – was immerhin einer Reduktion von ganzen 25 Prozent entspricht. Nicht mehr vorinstalliert werden müssen nun folgende Apps: Google Play Kiosk, Google Play Bücher, Google Play Spiele, Notizen und Google+. Die Änderung dürfte erst vor wenigen Wochen in Kraft getreten sein, denn erst bei der Vorstellung des neuen Samsung GALAXY Note 5 ist aufgefallen dass sich diese Apps nicht mehr auf dem Smartphone befinden. Mittlerweile sollen Quellen von Google und Smartphone-Herstellern den Bericht bestätigt haben.

Warum Google die Bedingungen plötzlich lockert ist nicht bekannt, möglicherweise steht dies aber in Verbindung mit mit den wettbewerbsrechtlichen Verfahren in der EU und in den USA. Außerdem zeigen die Apps auch sehr gut die Prioritäten des Unternehmens: Zeitungen und Bücher dürften nur sehr geringe Einnahmen liefern, Spiele sind auch im Play Store vertreten, die Notiz-App Keep hat keine Priorität und ist lediglich ein Nebenprodukt im Google-Universum. Die größte Überraschung ist da eher noch Google+, was die Gerüchteküche um die weitere Abstufung des Netzwerks schon wieder in einigen Online-Medien angefeuert hat.



Ob mit der Verkürzung der Liste auch die weiteren Vorgaben gelockert werden, wie etwa die Tatsache dass alle Apps direkt auf dem Homescreen verknüpft sein müssen, ist zur Zeit noch nicht bekannt – beim Note 5 aber war bis auf die fehlenden Apps noch alles beim alten. Ohnehin dürfte Google die massenhafte Verbreitung der Apps aber nicht viel gebracht haben, denn trotz der riesigen Installationsbasis – Play Books gehört sogar zum Billionaires Club – können dies längst nicht mit prominenteren Apps wie GMail oder den Maps mithalten. Die Streichung von Keep ist da schon überraschender, da es eine sehr gute Möglichkeit zur Synchronisierung von Notizen über alle Geräte hinweg bietet. Bei Google+ ist es ein zweischneidiges Schwert, aber Google hat eben damit begonnen, den Nutzern das Netzwerk nicht mehr gezwungen aufs Auge zu drücken – und das ist nur der nächste Schritt davon.

[heise]



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