Nach Update: Große Probleme bei GMails Spamfilter mit Fehlerkennungs-Rate von bis zu 30 Prozent

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Vor wenigen Tagen hat Google im Rahmen der Ankündigung der Postmaster Tools auch einen verbesserten Spamfilter für GMail in Aussicht gestellt, der nun noch zuverlässiger als bisher funktionieren und dank neuraler Netze äußerst lernfähig sein soll. Doch möglicherweise hat man dabei eher einen Schritt zurück statt vorwärts gemacht, denn nun beschweren sich dutzende Nutzer über eine deutliche Verschlechterung des Spamfilters – allen voran Linux-Erfinder Linus Torvalds.


GMail Spamfilter galt seit jeher als einer der besten am Markt und bedurfte natürlich einer ständige Pflege aber eigentlich keiner großen Weiterentwicklung. In der vergangen Woche konnte man einige beeindruckende Zahlen nennen: Gerade einmal 0,1 Prozent aller Spam-Mails landen in den Posteingängen der Nutzer und nur bei etwa 0,05% der Fälle passiert es, dass eine gewünschte Mail im Spam-Ordner landet. Doch diese Zahlen waren zumindest nach einem Update vor einigen Tagen für viele Nutzer erst einmal dahin.

gmail spam

Der Spamfilter hat seit einigen Tagen so schlecht funktioniert, dass sich Linus Torvalds zu einer Öffentlichen Beschwerde hat hinreißen lassen, die sehr viel Zuspruch gefunden und viele weitere Betroffene aufgezeigt hat. In seinem Spam-Ordner befanden sich ganze 3.000 Mails – wovon 1190 kein Spam waren. Das ist eine traurige Quote von über 30 Prozent Fehlerkennungen und kann dann wohl eher unter der Kategorie Würfelspiel eingeordnet werden. Das Problem dabei ist aber nicht nur dass plötzlich die Inhalte der Mails als Spam erkannt worden sind, sondern der Filter auch plötzlich keine Rücksicht mehr auf die Vergangenheit zu nehmen scheint.

Out of around 3000 spam threads, I had to mark 1190 threads as „not spam“. So the numbers actually got worse: about 30% of my spam-box wasn’t actually spam. It started around 1pm on Monday, July 13th. The problem really is that clear, that I can tell pretty much when it started



Unter den False Positives befanden sich auch Mails von Absendern mit denen Torvalds regelmäßig kommuniziert – was schon einmal ein sicheres Indiz dafür ist, dass es sich hierbei um keine Spam-Mail handeln kann. In einigen Fällen wurden sogar Mails innerhalb einer Konversation als Spam herausgefiltert – was das ganze dann natürlich komplett ad absurdum führt. Nach seiner Beschwerde versucht ein Mitarbeiter des Anti-Spam-Teams, Sri Somanchi, zu beschwichtigen und hat sofortige Verbesserungen angekündigt. Laut Torvalds ist es seitdem besser geworden, aber die alte Qualität noch längst nicht wieder erreicht.

Ich persönlich hatte zwar in der vergangenen Woche auch EINE Mail die falsch erkannt wurde, aber auch das passiert normalerweise so gut wie niemals. Offenbar ist bei dem Update etwas gehörig schief gegangen oder die angekündigte intelligente Lernfunktion hat einfach komplett von Null begonnen und erst nach ihrem Start mit dem Lernprozess begonnen – was für den Nutzer natürlich in den ersten Tagen mehr als kontraproduktiv wäre. Habt ihr in den vergangenen Tagen auch Probleme mit dem Spamfilter von GMail festgestellt?

[Linus Torvalds @ Google+]



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comment Ein Kommentar zu “Nach Update: Große Probleme bei GMails Spamfilter mit Fehlerkennungs-Rate von bis zu 30 Prozent

  • „Das ist eine traurige Quote von über 30 Prozent Fehlerkennungen“
    Nee, dabei kommt es ja auf die richtigerweise nicht als SPAM erkannten Mails im Verhältnis an.

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