Dmail: GMail-PlugIn ermöglicht Selbstzerstörung und nachträgliches Löschen von versendeten E-Mails

mail 

Das automatische Zerstören von Fotos und anderen Inhalten ist spätestens seit dem Erfolg von SnapChat ein großes Thema, aber technisch natürlich nicht ganz so leicht auf andere Bereiche umzusetzen. Ein neues Angebot namens Dmail macht es nun möglich, dass sich Mails innerhalb von GMail auch Stunden nach dem Absenden wieder zurückholen lassen und selbst nach einem beliebigen Zeitraum noch zerstört werden können. Alles was man dafür benötigt ist ein einfaches PlugIn für den Chrome-Browser.


Das Zurückholen von E-Mails dürften sich wohl schon viele Nutzer einmal gewünscht haben, doch technisch ist das ganze in dem Protokoll einfach nicht vorgesehen und daher nicht umsetzbar. Einige Spezialanbieter bieten zwar eine spätere Löschung an, allerdings funktioniert das nur wenn der Empfänger ebenfalls eine Adresse beim gleichen Anbieter hat – sobald eine Mail aber den Server verlässt, ist sie einfach versendet und nicht mehr Rückholbar. Dmail löst das Problem nun durch einen ganz simplen Trick.

dmail integration

Hat man das Browser-PlugIn installiert, erscheint innerhalb von GMail eine neue Toolbar, mit der der Dmail-Service aktiviert bzw. deaktiviert werden kann. Daneben lässt sich dann ein Zeitraum einstellen, nach dem die Nachricht zerstört werden soll: 1 Stunde, 1 Tag oder 1 Woche. Innerhalb dieses Zeitraums kann der Empfänger den Mail-Inhalt ohne Probleme lesen, danach wird dieser „zerstört“ und der Empfänger bekommt nur noch unlesbaren Zeichensalat zu Gesicht. Aber auch wenn man den Countdown nicht eingestellt hat, kann eine Mail jederzeit zurück geholt und gelöscht werden.

dmail gelöscht

Das ganze funktioniert ganz einfach: Tatsächlich wird die Mail an einen Dmail-Server gesendet und auch dort aufbewahrt. Hat der Empfänger ebenfalls das Browser-PlugIn installiert, bekommt er den Text direkt zu sehen und bemerkt nicht dass hier Dmail zum Einsatz kommt. Hat er das PlugIn nicht installiert, bekommt der Empfänger nur einen Link und muss die Mail auf dem Server lesen. Dadurch behält Dmail stets die Kontrolle über die Mail und kann sie so natürlich sehr leicht zurück holen bzw. zerstören.

Dmail verspricht eine starke Verschlüsselung mit 256 Bit und ist derzeit noch vollkommen kostenlos. In Zukunft soll es noch weitere Funktionen geben, die dann möglicherweise auch nur gegen Bezahlung zugänglich sind. Geplant sind etwa auch das Speichern und Zerstören von Anhängen, enthaltenen Bildern und auch das verhindern von Weiterleiten von Nachrichten. Derzeit ist die Anzahl der möglichen Mails pro Tag außerdem noch unbegrenzt. Hinter Dmail steckt das (damals) bekannte Linksharing-Portal Delicious bzw. deren Entwickler.



Durch die starke Integration in GMail und die einfache Verwendung könnte sich das Angebot tatsächlich sehr schnell etablieren und eine neue Möglichkeit schaffen um E-Mails endlich auch zurückholen zu können. Auch Google hat das Problem mittlerweile erkannt und bietet immerhin schon die Möglichkeit an, Mails für 30 Sekunden zurück zu halten. Der Nachteil bleibt aber natürlich auch, dass man dem Empfänger zwar den Zugriff auf den Mail-Inhalt entziehen kann, nicht aber auf den Titel und auch nicht auf die Tatsache dass es überhaupt eine Mail gegeben hat. Dennoch ist der erste Schritt nun gemacht, wir dürfen gespannt sein wie sich das Angebot weiter entwickeln und ob Google hier ebenfalls aktiv werden wird.

» DMail
» DMail Browser-Extension im Chrome Web Store



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comment ommentare zur “Dmail: GMail-PlugIn ermöglicht Selbstzerstörung und nachträgliches Löschen von versendeten E-Mails

  • Was im Endeffekt nichts daran ändert, dass alles, was ein Benutzer sieht, er auch abspeichern kann. Zur Not über Screenshots.

    Nutzlos.

  • „Aber auch wenn man den Countdown nicht eingestellt hat, kann eine Mail jederzeit zurück geholt und gelöscht werden.“
    Es müsste eher heißen, dass es danach nicht mehr angezeigt werden kann.

    Welche Probleme gibt es also:
    a1.) ich übermittle die vertrauliche Mail an einen Dritten, wo diese gespeichert wird
    a2.) ich weiß nicht was der Drittanbieter mit der Mail macht, ob tatsächlich löscht oder löschvermerk

    b.) der Empfänger kann bis zur Sperre die Mail sich anzeigen lassen und bis dahin screenshot erstellen

    • Eine nette Spielerei deren Sinn sich mir aber nicht ganz erschließt…

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