YouTube und GEMA einigen sich erneut auf neue Sperrtafeln vor den Musikvideos

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Der ewige Streit zwischen YouTube und GEMA wird sich wohl nie endgültig lösen lassen, und die deutschen Nutzer haben sich schon längst an die Tatsache gewöhnt dass viele Musikvideos einfach nicht aufgerufen werden können. Doch hinter den Kulissen geht der Streit natürlich weiter: Aktuell konnte die GEMA einen kleinen Erfolg vermelden, der die Sperrtafeln von YouTube betrifft. Diese dürfen in der aktuellen Form nicht mehr angezeigt werden, da die GEMA sich in ein schlechtes Licht gerückt sah.


Die leider sehr populären Sperrtafeln von YouTube hat wohl jeder Nutzer schon einmal gesehen: Diese weist den Nutzer darauf hin dass das Video in Deutschland nicht abgespielt werden kann, weil die GEMA die erforderlichen Rechte nicht eingeräumt hat. Doch dieser Text ist nur die halbe Wahrheit und schiebt die Schuld zu sehr auf den Rechteverwalter – so zumindest sieht es die GEMA. Tatsächlich hat YouTube einfach einen scharfen Filter der auch auf Verdacht Songs sperrt, selbst wenn dieser abgespielt werden könnte. Daher mussten die Sperrtafeln nun geändert werden.

GEMA New

Statt der obigen Sperrtafel muss YouTube nun eine andere anzeigen. Das Oberlandesgericht München hat für die GEMA entschieden, dass der Text dahingehend geändert werden muss dass der Rechteverwalter eben nicht mehr in dem schlechten Licht dasteht. Der neue Text lautet: Dieses Video ist in Deutschland leider nicht verfügbar, da es Musik enthalten könnte, über deren Verwendung wir uns mit der Gema bisher nicht einigen konnten. Für den Nutzer ändert sich freilich nichts, das Video bleibt ja weiterhin nicht verfügbar, aber dafür rückt nun auch YouTube und Google mit diesem Text etwas in den negativen Fokus.

Schon Anfang März 2014 hatten sich YouTube und GEMA auf eine Änderung der Sperrtafeln geeinigt, bei der es allerdings nur um Details ging und nicht ganz so rigoros waren wie die letzte Änderung. Zuvor hatte die GEMA ein Urteil errungen, dass YouTube die Sperrtafeln verbieten wollte. Offenbar sorgt sich der Rechteverwalter also mehr um seinen öffentlichen Ruf als um die Tatsache dass der deutsche Musikmarkt seit Jahren stark geschädigt wird. Ob die beiden Parteien sich am Verhandlungstisch auch einmal um wichtigere Dinge kümmern und verhandeln ist derzeit nicht bekannt – seit über einem Jahr ist in diese Richtung nichts mehr passiert.



Es scheint langsam so, als wenn YouTube die Tatsache längst hingenommen hat dass Musikvideos in Deutschland eben nicht gezeigt werden können und so eben nur noch die Sperrtafeln verwaltet. Verständlich ist es, da Googles Anwälte seit über fünf Jahren gegen Windmühlen kämpfen und absolut keine Aussicht auf Erfolg haben. Ob YouTubes Abo-Pläne vielleicht etwas an dieser Tatsache ändern bleibt abzuwarten, denn bisher wurde das Angebot in Deutschland noch nicht gestartet.

[futurezone]



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