Google History: Gesamter Suchverlauf kann jetzt heruntergeladen werden

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Die Google History gehört mittlerweile zu einem der ältesten Angebote von Google und hat sich eigentlich grundlegend seit etwa 10 Jahren nicht mehr verändert. In der Zwischenzeit wurden einige Such-Angebote hinzugefügt, so dass auch deren Nutzung genauestens nachvollzogen werden kann. In den vergangenen Tagen hat sich allerdings einiges getan, und das verheißt nichts gutes: Die History wurde ordentlich im Funktionsumfang kastriert und alle gespeicherten Daten können jetzt heruntergeladen werden.


Mit der History, die ursprünglich als „Search History“ gestartet ist, kann der Nutzer genau nachvollziehen WANN er WELCHE Anfrage bei Google eingegeben hat und welcher Link dabei angeklickt wurde. Auf Grundlage dieser Daten passt Google beispielsweise auch das Ranking der Suchergebnisse an, wenn auch mittlerweile nicht mehr ganz so stark wie noch vor einigen Jahren. Später wurde dann die Bildersuche, Video-Suche usw. hinzugefügt und auch die Möglichkeit, über die damals weit verbreitete Google Toolbar den gesamten Surfverlauf zu tracken und dort zu speichern.

Alte Oberfläche:
Google History

Neue Oberfläche:
Google History

Über Jahre konnten die Einträge nach der Suchmaschine in der die Daten erhoben worden sind gefiltert werden, selbst der Klick von AdWords-Bannern wurde hier getrackt. Jetzt hat Google diese Möglichkeit entfernt und zeigt nun nur noch alle getrackten Daten in einer langen Liste an – ganz ohne Filtermöglichkeit. Angesichts der Tatsache dass die ganzen Spezialsuchmaschinen mittlerweile ebenfalls in die Websuche aufgegangen sind vielleicht ein vernünftiger Schritt, aber der reine Filter z.B. nach gesuchten Bildern war schon sehr praktisch. In der jetzigen Liste sind nun alle Einträge der Websuche, Reise-Suche, Buchsuche usw. zusammen gefasst.

Google History Download

Als weitere Neuerung ist es nun auch möglich, das gesamte Archiv komplett herunterzuladen. Dazu gibt es im Zahnrad-Menü den neuen Punkt „Download“, der erst einmal eine merkwürdige Fehlermeldung öffnet – immerhin finden sich in dem Paket viele persönliche Daten. Hat man der Erstellung des Archivs zugestimmt, wird man nach einigen Minuten per Mail über die Fertigstellung informiert. Das Archiv findet sich dann im Google Drive und kann von dort heruntergeladen werden. In dem Archiv befinden sich dutzende JSON-Dateien, sortiert nach Monaten, mit allen Suchanfragen die der Nutzer jemals ausgeführt hat. Das Archiv geht zurück bis auf das Jahr 2005.



Da Google den Service mit der Kastration nun praktisch unbrauchbar gemacht hat, und auch eine Download-Möglichkeit anbietet, kann man davon ausgehen dass das Projekt auf das Abstellgleis geschoben wurde und möglicherweise bald eingestellt wird. Weiter entwickelt wurde das Tool in den letzten Jahren ohnehin nicht, und die meisten Nutzer dürften von dessen Existenz nicht einmal etwas wissen. Google wird die Daten natürlich weiterhin sammeln und auswerten, aber möglicherweise möchte man sie dem Nutzer nicht mehr in dieser Form zur Verfügung stellen.

[Google OS]



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