Digital News Initiative: Google legt 150 Mio. Euro-Fond für europäische Verlage auf

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Das Verhältnis zwischen Google und den Medien war in punkto Google News in den letzten Jahren stark angespannt und insbesondere in Spanien, Frankreich und Deutschland konnten sich beide Seiten lange Jahre nicht auf eine gemeinsame Zukunft einigen. Mittlerweile sind viele Streitigkeiten verpufft und Google geht nun mit einem üppig geschnürten Paket auf die europäische Medienlandschaft zu: Die jetzt gestartete Digital News Initiative (DNI) hat ein Volumen von 150 Mio. Euro und soll theoretisch allen Medien zur Verfügung stehen.


In den vergangenen Jahren drehten sich die Streitigkeiten vor allem um die sogenannten Snippets, die kurzen Auszüge die Google in den Suchergebnissen darstellt. Die Verlage forderten dafür Geld und Google zeigte sich keinesfalls bereit dazu für diese Auszüge zu zahlen und argumentierte damit, dass man den Verlagen massenhaft Gratis-Traffic beschert. Das gipfelte am Ende im deutschen Leistungsschutzrecht, das selbst die Initiatoren nicht mehr ernst nehmen und in Spanien wurden die Google News gar eingestellt.

Google News

Da die Streitigkeiten in den meisten Ländern beigelegt worden sind, und beide Seiten bemerkt haben dass sie sich gegenseitig brauchen, geht Google nun mit einem dicken Friedensangebot auf die Verlage zu: Die Digital News Initiative soll nun Verlage und Online-Publikationen zukünftig unterstützen und künftige Entwicklungen und Projekte fördern. Dabei handelt es sich um einen von Google finanzierten Fond in der Höhe von 150 Mio. Euro der, so wörtlich, „Technologie und Innovation“ fördern soll. Zum Start hat man acht Publikationen als Partner gewinnen können:

– Deutschland: Frankfurter Allgemeine Zeitung & Die Zeit
– Großbritannien: Financial Times & The Guardian
– Niederlande: NRC Media
– Frankreich: Les Echos
– Spanien: El Pais
– Italien: La Stampa
– International: Drei Journalistenvereinigungen

Andere Publikationen sollen sich der Initiative jederzeit anschließen können, auch Online-StartUps und kleinere Medienhäuser sollen sich beteiligen und von der Förderung profitieren können. Die genauen Rahmenbedingungen dafür sind nicht bekannt, es soll aber ziemlich unkompliziert ablaufen. Dabei tritt Google aber nicht nur als reiner Geldgeber auf, sondern möchte vor allem in gemeinsamen Arbeitsgruppen mit den Verlagen Produkte entwickeln die die gesamte Branche voranbringen. Diese Entwicklungen und Tools sollen dann auch weltweit allen Verlagen zur Verfügung gestellt werden.



Das Projekt ist vorerst für drei Jahre angelegt, ob es darüber hinaus eine Verlängerung gibt wird wohl vom Erfolg der aktuellen Initiative abhängen. Natürlich dürfte auch Google von diesen neuen Entwicklungen profitieren wollen, sonst würde man diese nicht vollkommen aus eigener Tasche finanzieren. Möglicherweise bringt man damit nun die gesamte Branche, allen voran in Europa, voran und gibt den entscheidenden Schub. Ein Interesse daran dürften jedenfalls sowohl Google als auch die Verlage und nicht zuletzt auch wir Leser haben.

[FAZ]



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